UK-Haushalt: Die Märkte wollen mehr als Steuererhöhungen sehen

Die britischen Märkte bleiben trotz abgebauter Tail-Risiken von Unsicherheit geprägt. Im Fokus stehen die finanzpolitischen Pläne des möglichen neuen Premierministers, der Herbsthaushalt, potenzielle Steuererhöhungen und die Frage, ob glaubwürdige Haushaltsdisziplin gelingt. PGIM | 26.06.2026 08:47 Uhr
Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments
Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments

Die Märkte haben bislang noch nicht stark auf die jüngsten Entwicklungen im Vereinigten Königreich reagiert, da viele dieser Nachrichten bereits eingepreist waren.

Doch auch wenn viele Tail-Risiken aus dem Weg geräumt wurden, bleibt weiterhin eine große Unsicherheit bestehen. Ein Aspekt sind die finanzpolitischen Pläne des potenziellen neuen Premierministers und deren Auswirkungen auf den Herbsthaushalt.

Zwar dürfte der Premierminister bei der Aufstellung dieses nächsten Haushaltsplans nur wenig Spielraum haben, doch ist davon auszugehen, dass es nach dem erheblichen negativen Schock durch den Nahostkonflikt und angesichts der Tatsache, dass wichtige britische Ministerien noch finanziert werden müssen, zu einer Steuererhöhung kommen wird.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt könnten die Ausgaben sein, da die Märkte – ob zu Recht oder zu Unrecht – finanzpolitische Umsicht durch Ausgabenkürzungen im Allgemeinen höher bewerten als durch Steuererhöhungen. Denn im Gegensatz zu Ausgabenkürzungen führen Steuererhöhungen oft zu höheren Ausgaben und spiegeln daher nicht unbedingt jene finanzpolitische Umsicht wider, die die Märkte erwarten. Die Fähigkeit, bestimmte politische Tabus in Bezug auf Kürzungen zu überwinden und gleichzeitig zu akzeptieren, dass Steuern erhöht werden müssen, könnte daher ein Aspekt sein, auf den die Märkte achten werden.

Die Demonstration von Haushaltsdisziplin würde auch dazu beitragen, zusätzliche Kredite zu sichern. Ein Weg, dies zu erreichen, wäre die Orientierung an Modellen aus anderen Ländern, die von den Märkten akzeptiert werden, wie beispielsweise die EU-Haushaltsregeln. Diese sind gut verstanden und sehen mittlerweile auch eine vorübergehende Ausnahmeregelung für Verteidigungsausgaben vor, die zwar prozentual am BIP weiterhin begrenzt sind, aber neben den bestehenden Haushaltsregeln bestehen.

Von Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income

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