EZB zwischen Lohndruck und Euro-Stärke

Die Europäische Zentralbank dürfte ihre Leitzinsen vorerst unverändert lassen und an ihrem datenabhängigen Kurs festhalten. Im Fokus der Pressekonferenz stehen weniger die Gesamtinflation als vielmehr der Lohndruck über die Dienstleistungsinflation sowie die dämpfende Wirkung eines starken Euro auf Preise und Wachstum. State Street Investment Management | 03.02.2026 11:25 Uhr
Konrad Kleinfeld, Leiter Fixed Income Distribution EMEA für SPDR ETFs bei dem Vermögensverwalter State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Global Advisors
Konrad Kleinfeld, Leiter Fixed Income Distribution EMEA für SPDR ETFs bei dem Vermögensverwalter State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Global Advisors

Die Europäische Zentralbank dürfte am kommenden Donnerstag, den 05. Februar 2026, auch weiterhin keine Änderung der Leitzinsen vornehmen. Die EZB bekräftigt zuletzt ihren datenabhängigen Kurs und signalisiert, dass sie die aktuelle geldpolitische Ausrichtung derzeit als angemessen erachtet. Entsprechend erwarten wir keine neuen Signale, sondern eine Bestätigung des bestehenden Kurses.

Im Fokus der anschließenden Pressekonferenz dürfte daher weniger die Gesamtinflation stehen, sondern vielmehr die anhaltend robuste Dienstleistungsinflation als Subaggregat und damit als Ausdruck des inländischen Lohndrucks der Eurozone. Gleichzeitig wurde die Wechselkursentwicklung des Euros zum US-Dollar von Ratsmitgliedern zuletzt stärker thematisiert: Die Euro-Stärke wirkt hier dämpfend auf Importpreise und damit disinflationär, belastet jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft.

Die EZB dürfte daher ihre „Meeting-by-Meeting“-Rhetorik bekräftigen und jede Vorfestlegung vermeiden. Die Risiken bleiben daher in unseren Augen in beide Richtungen verteilt für den Moment. Die Pressekonferenz dürfte jedoch Hinweise geben, wie die EZB zwischen Lohndruck und Energiepreisschocks einerseits sowie Wechselkurs, externer Nachfrage und Finanzierungsbedingungen andererseits navigieren möchte.

Von Konrad Kleinfeld, Leiter Fixed Income Distribution EMEA für SPDR ETFs bei dem Vermögensverwalter State Street Investment Management

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