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"Dieser Erfolg war keine Eintagsfliege" | PEH-Fondsmanager Stürner im Interview

Im Corona-Crashtest konnte die von Martin Stürner gemanagte Multi Asset Strategie "PEH EMPIRE" den Wettbewerb erfolgreich auf Distanz halten: Wie ihm das gelungen ist, was 40.000 Datensätze damit zu tun haben und warum er nicht viel von "Bauchgefühl"-Entscheidungen hält, verrät der CEO der PEH Wertpapier AG im Interview mit e-fundresearch.com. PEH Wertpapier AG | 27.04.2020 09:35 Uhr
Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE Fonds / © PEH Wertpapier AG
Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE Fonds / © PEH Wertpapier AG

e-fundresearch.com: Herr Stürner, im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern im Bereich der flexiblen Multi Asset Strategien hat der von Ihnen gemanagte PEH EMPIRE (ISIN: LU0385490817) die Aktienquote auch tatsächlich sehr flexibel und vor allem rechtzeitig gesteuert – Drawdowns konnten entsprechend gut begrenzt werden. Warum ist Ihnen das so gut gelungen?

Martin Stürner: Wir haben in der Tat den Gesamtmarkt einmal mehr ganz deutlich geschlagen. Im Crashmonat Februar ist der PEH EMPIRE mit minus 6 Prozent extrem glimpflich davongekommen und seit Jahresbeginn liegen wir sogar im Plus (0,4 Prozent, Stand 24.4.20). Das heißt, wir sind verlustfrei durch den Börsencrash gekommen, während der DAX seit Jahresanfang noch über 20 Prozent im Minus liegt. Dieser Erfolg basiert weder auf genialen Einzelfallentscheidungen des Fondsmanagements noch auf irgendwelchen Geheimdaten. Wir setzen unseren regelbasierten aber flexiblen Investmentansatz schlicht konsequent um. Wir werten täglich eine Masse an Wirtschafts-, Fundamental- und Sentimentdaten – im Schnitt 40.000 Datensätze – mit Hilfe von künstlicher Intelligenz aus. Die Daten lassen sich in Indikatorenbündel zusammenfassen, die von unserem Scoring-Modell abhängig von ihrer aktuellen Aussagekraft unterschiedlich gewichtet werden. Die Aktienquote passen wir dann der Signallage an. So haben wir in den letzten beiden Februarwochen, als die globalen Börsen extreme Verluste in kürzester Zeit erlitten, die Aktienquote auf bis zu 28 Prozent reduziert, da die Sentiment-Indikatoren, die zu dieser Zeit übergewichtet waren, eine verringerte Dynamik an den Aktienmärkten signalisiert haben. Wir haben die Aktien dann rasch mit Put-Optionen abgesichert. Im März haben wir die Aktienquote dann wieder auf 60 Prozent hochgefahren.

e-fundresearch.com: Handelt es sich bei der Coronakrise um die Ausnahme oder hat Ihre Strategie auch in anderen Korrekturphasen bereits ähnlichen relativen Mehrwert liefern können? Beispielsweise ist das vierte Quartal 2018 auch noch vielen Marktteilnehmern negativ in Erinnerung...

Dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war, konnten wir im aktuellen Crash sehr gut zeigen. 

Martin Stürner: Das vierte Quartal 2018 ist Lieblingsbeispiel für die Leistungsfähigkeit unseres Ansatzes. Da verlief die Entwicklung quasi lehrbuchmäßig: Als der Kursabsturz begann, hatten wir unsere Aktienquote zuvor auf null reduziert, weil alle Indikatorenbündel Gefahr signalisiert haben – Mikro, Makro und Sentiment gleichermaßen. Die Performance des PEH EMPIRE betrug im vierten Quartal 2018 1,1 Prozent, während der DAX in dieser Zeit um 15 Prozent nachgab. Insgesamt betrug die Performance des PEH EMPIRE im schwierigen Börsenjahr 2018 6,2 Prozent. Der DAX hat in dem Jahr 18,3 Prozent und der EURO STOXX 50 14,3 Prozent verloren. Dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war, konnten wir im aktuellen Crash sehr gut zeigen. 

e-fundresearch.com: Künstliche Intelligenz klingt für viele Anleger nach Blackbox: Können Sie uns konkrete Beispiele geben, welche Indikatoren hier verarbeitet werden? 

Martin Stürner: Angesichts der täglichen Flut an Nachrichten, die sich nun durch die Coronakrise verstärkt hat, wird man als Fondsmanager gern dazu verleitet, von den vielen Informationen bei seinen Anlageentscheidungen beeinflusst zu werden und auch emotional zu reagieren. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz werden die Emotionen ausgeschaltet und allein die Daten berücksichtigt, die wir dem System „zufüttern“. Beispiele für Indikatoren sind das Gewinn- und Umsatzwachstum auf Fundamentalebene, die Inflationsrate auf Makroebene und die Kursbewegungen auf Sentimentseite.

e-fundresearch.com: Nicht, dass es in irgendeiner Weise wünschenswert gewesen wäre, aber hätten Sie theoretisch die Möglichkeit gehabt, dieses Signal zu ignorieren ("overrulen") und mit höherer Aktienquote in den Bärenmarkt zu starten?  

Ich habe mir abgewöhnt, klüger als der Computer sein zu wollen...

Martin Stürner: Als langjähriger Fondsmanager – ich mache den Job mittlerweile seit fast 40 Jahren –weiß ich, dass es nicht klug ist, seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Ich habe das neue regelbasierte System konzipiert, um eben systematisch anzulegen und mich nicht von Tageslaunen beeinflussen zu lassen. Unser flexibles Anlagesystem ermöglicht es uns ohnehin, frühzeitig auf Marktveränderungen reagieren zu können und in den Markt ein- oder auszusteigen, wenn es die Daten signalisieren. Ich habe mir abgewöhnt, klüger als der Computer sein zu wollen und das funktioniert sehr gut – auch wenn es für das eigene Ego manchmal natürlich eine harte Probe darstellt (lacht). 

Performance-Entwicklung: PEH EMPIRE (ISIN: LU0385490817vs. Peer-Group-Durchschnitt

e-fundresearch.com: Wie hoch ist Ihre Aktienquote aktuell und welche Titel prägen aktuell das Portfolio?

Martin Stürner: Die Aktienquote haben wir schon wieder auf 90 Prozent hochgefahren. Technologietitel sind am stärksten gewichtet. Das war auch schon vor der Coronakrise so, denn unser Anlagesystem hat diese Titel als die besten identifiziert. Die Coronakrise hat den Megatrend der Digitalisierung weiter verstärkt. Die Aktien der großen Techgiganten wie Microsoft, Apple, Alphabet oder Amazon wurden unterdurchschnittlich von der Krise getroffen und werden gestärkt aus ihr hervorgehen. Man denke an Onlineshoppen beim Marktführer Amazon, Videocalls über Skype, das zu Microsoft gehört, oder Home-Entertainment über Amazon Prime oder Youtube – durch die Krise haben auch bisher wenig digitalaffine Bevölkerungsgruppen gelernt, digitale Angebote zu nutzen. Der zweite große Trend Nachhaltigkeit wird ihr weiteres dazu beitragen. Wieso die Umwelt durch Dienstreisen belasten, wenn man sich auch in einer Videokonferenz begegnen kann? 

e-fundresearch.com: Erfolgt die Aktienselektion ebenfalls auf Basis quantitativer Modelle?

Martin Stürner: Ja, neben der Aktienquote wird auch die Aktienselektion durch unser Indikatorenmodell gewährleistet. Im Anlageuniversum sind die Aktien von den größten börsennotierten Unternehmen weltweit. Dabei handelt es sich oftmals um Marktführer und erfolgreiche Marken, die weltweit nachgefragt werden. Aus diesem Anlageuniversum filtert unser Anlagesystem die jeweils besten Titel heraus. Technologietitel wurden in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig als die besten identifiziert, da sie eine hohe Liquidität und ein sehr dynamisches Gewinn- und Umsatzwachstum aufweisen.

e-fundresearch.com: Abseits von künstlicher Intelligenz und Modellen: Welches weitere Marktumfeld erwartet der "Mensch" Martin Stürner?

Martin Stürner: Ich bin davon überzeugt, dass wir das Schlimmste in der Coronakrise bereits überstanden haben. Nach dem globalen Ausverkauf an den Aktienmärkten bieten sich jetzt viel mehr Chancen, Aktien günstig nachzukaufen. Der Aktienmarkt wird sich mit der weiteren Eindämmung des Virus wieder nachhaltig nach oben bewegen. Die Folgen des weltweiten Lockdowns werden sich erstmal in schlechten Fundamentaldaten ausdrücken. Aber sobald wir es geschafft haben, die Wirtschaft wieder hochzufahren, dürfte es auch da wieder nach oben gehen. Aber, wie erwähnt, im Zweifelsfall mache ich doch das, was unsere Indikatoren jeweils vorgeben. 

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Stürner!

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