Von Paul GURZAL, Head of Credit und Jérémie BOUDINET, Portfolio Manager & Credit Analyst, La Française
Zu Beginn möchten wir betonen, dass die Fundamentaldaten der Emittenten von nachrangigen Schuldtiteln – hauptsächlich europäische Banken und Versicherungsunternehmen – hervorragend sind und bis 2022 stabil bleiben dürften. Dies wird jedoch in den ersten Monaten des neuen Jahres kaum eine Rolle spielen.
Die Preise und Spreads nachrangiger Schuldtiteln, insbesondere von € AT1 CoCos, litten im 4. Quartal 2021 unter der erneut deutlich gestiegenen Volatilität der Zinsen für Staatsanleihen, die durch Inflations- und Pandemiethemen belastet wurden. Im Gegensatz dazu sah man zu Jahresbeginn 2021 höhere Staatsanleihenzinsen, was sich günstig auf die Entwicklung der auf US-Dollar lautenden europäischen AT1-CoCos auswirkte.
Die Volatilität dürfte unserer Meinung nach allmählich zurückgehen, nachdem die Zentralbanken auf ihren Sitzungen im Dezember 2021 ihre Absichten für 2022 deutlicher angekündigt haben. Obwohl die Entwicklung der Spreads für das erste Halbjahr 2022 nicht eindeutig zu sein scheint, sind wir der Meinung, dass ein strafferes geldpolitisches Umfeld günstig für sie sein sollte:
- Im historischen Vergleich sind die Bewertungen attraktiver. Die rasche Ausweitung der Spreads im 4. Quartal 2021 hat die Verengung des Jahres wieder aufgehoben. Dies hat den Bewertungen eine gewisse Atempause verschafft. Die durchschnittliche Yield-to-Worst für € AT1 stieg von 2,7 % Mitte September auf 3,3 %.
- Die EZB weiß, dass sie zur Wahrung der Finanzstabilität die Zinssätze der Peripherieländer durch die erneut bekräftigte Flexibilität ihrer Ankäufe von Vermögenswerten (APP/PEPP) aufrechterhalten muss. Dies ist ein wichtiger Faktor für Credit-Spreads.
Bei der Allokation bevorzugen wir zwei Arten von Anleihen: solche mit großen Spreads und geringerer Zinssensitivität. Wir bevorzugen AT1-CoCos mit weitaus attraktiveren Spreads als auf US-Dollar und britisches Pfund lautende Papiere sowie Tier-2-Banken mit einem Rating in der High-Yield-Kategorie (vor allem von sogenannten „Peripherie“-Banken).
Die Spreads für Subordinated Debt dürften weiterhin mit der Volatilität der Staatsanleihen und nicht so sehr mit der Entwicklung korrelieren. Da die großen Zentralbanken nun die Richtung vorgeben, dürften die nachrangigen Schuldtitel mit hohen Spreads (€ AT1 CoCos und hochverzinsliche Tier-2-Anleihen) den Markt übertreffen.
Von Paul GURZAL, Head of Credit und Jérémie BOUDINET, Portfolio Manager & Credit Analyst, La Française
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