Investment Grade & Subordinated Debt - eine aktuelle Einschätzung

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Segmente der Investment-Grade-Anleihen und der nachrangigen Anleihen unterscheiden sich zwischen Emittenten des Nicht-Finanzsektors und des Bankensektors. La Française Systematic Asset Management | 09.03.2022 07:15 Uhr
Jérémie Boudinet, Portfolio Manager, La Française AM / © e-fundresearch.com / La Française AM
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Was die Nicht-Finanzunternehmen betrifft, so exportieren und/oder importieren einige Emittenten nach Russland. Dies wird sich sowohl auf die Inputkosten (höhere Rohstoffpreise) als auch auf potenzielle Ertragseinbußen für exportierende Unternehmen auswirken. Allerdings scheint es keinen Emittenten zu geben, für den die aktuellen Entwicklungen ein größeres Kreditrisiko darstellen würden. Darüber hinaus wird es immer wahrscheinlicher, dass die EZB das Ende ihrer Ankäufe von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating im Rahmen ihrer CSPP- und PEPP-Programme verschieben wird. Dies könnte den Markt für Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating stabilisieren, falls sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen erheblich verschlechtern sollten.

Was den europäischen Bankensektor und insbesondere die nachrangigen Tier-2- und Additional-Tier-1-CoCos betrifft, so haben einige Banken über lokale Tochtergesellschaften im Privatkundengeschäft ein direktes Exposure gegenüber Russland und der Ukraine - allen voran die österreichische Raiffeisen Bank International und in wesentlich geringerem Maße die Société Générale, UniCredit und ING Groep. Für diese Bankengruppen wäre das Worst-Case-Szenario die Enteignung oder Aufgabe von Tochtergesellschaften. Laut unseren ersten Berechnungen wäre dies ein Solvenzproblem für die Raiffeisen Bank International, nicht aber für die anderen drei Banken, deren Russland-Exposure im Verhältnis zu den Aktiva der Gruppen viel geringer ist. Zweitens werden der Ausschluss einiger russischer Banken aus dem SWIFT-System und die Beschlagnahmung der Auslandsguthaben der russischen Zentralbank Auswirkungen auf international tätige europäische Banken mit Direktkunden in Russland haben. Diese dürften jedoch in Bezug auf die Profitabilität recht überschaubar sein. 

Wir haben unsere Fonds seit Jahresbeginn defensiv ausgerichtet – zunächst aufgrund der Inflationsentwicklung und ihrer Auswirkungen auf die Geldpolitik der Zentralbanken. Und wir halten an dieser vorsichtigen Haltung fest, sowohl bei der Titelselektion als auch beim Portfolio-Exposure.

Jérémie Boudinet, Portfolio Manager, La Française AM

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