2022 hat sich der Markt sehr unterschiedlich entwickelt. Als die Zinsen aufgrund steigender Inflation in die Höhe schossen, verzeichneten einige Faktoren (z.B. Value und Shareholder Yield) eine deutliche Outperformance, während andere (z. B. Volatilität und Growth) eine erhebliche Underperformace aufwiesen. Ändern sich Wirtschafts- und Marktbedingungen derart, dass Schlusslichter zu Spitzenreitern werden können und umgekehrt?

- Bei Wertpapieren mit langer Duration handelt es sich um solche, deren Zahlungsströme erst in ferner Zukunft erwartet werden, wie z. B. Anleihen mit langen Laufzeiten. Wachstumsaktien können ebenfalls als langfristige Wertpapiere betrachtet werden, da sie sich eher auf die Geschäftsentwicklung und den Marktanteil als auf kurzfristige Profitabilität konzentrieren (d. h. Aktien mit kurzer Laufzeit).
- Im vergangenen Jahr belastete der Zinsanstieg infolge der hohen Inflation die Bewertungen langfristiger Anlagen, was sich in der Underperformance des oben dargestellten langfristigen Wachstumsfaktors widerspiegelt. Im Gegensatz dazu erzielten Aktien mit kurzer Laufzeit eine deutliche Outperformance. Dies zeigt der Faktor Dividendenrendite, der Unternehmen mit hohen Dividenden und Aktienrückkäufen im Verhältnis zu ihrer Marktkapitalisierung berücksichtigt. Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis, deren Wert größtenteils auf kurzfristigen Cashflows beruht, verzeichneten sogar das beste relative Performancejahr seit über zwei Jahrzehnten.[1]
- Wir gehen davon aus, dass sich der Trend, der im vergangenen Jahr für die Performance-Divergenz verantwortlich war, umkehren könnte, sollten Inflation und Zinsen in diesem Jahr zurückgehen. Darüber hinaus könnten sich Aktien mit einem höheren langfristigen Wachstumspotenzial aufgrund ihrer Fundamentaldaten als widerstandsfähiger gegenüber einer schwachen Konjunktur erweisen.
1] Quelle: Credit Suisse.
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