An den Kreditmärkten gleicht ein Monat dem anderen. Trotz der Daten, die auf eine gewisse anhaltende Inflation hindeuten, verengen sich die Spreads in allen Segmenten weiter.
Im Bereich der Investment-Grade-Anleihen verzeichnet der Primärmarkt weiterhin ein Rekordvolumen an Emissionen und eine große Nachfrage, die durch anhaltend starke Zuflüsse gefördert wird. Die Spreads verengen sich, mit einer deutlichen Outperformance des Finanzsektors. Aufgrund der sich verengenden Spreads bevorzugen wir weiterhin Bankanleihen. Wir präferieren nach wie vor auf Euro lautende Investment-Grade-Anleihen gegenüber ihren Dollar-Pendants, die wir im historischen Vergleich für teuer halten, insbesondere aufgrund der ungünstigeren Zinsaussichten.
Im Subordinated-Debt-Segment entspricht die Durchschnittsrendite von AT1 CoCos zum ersten Mal seit zwei Jahren der Durchschnittsrendite von in Euro denominierten High-Yield-Anleihen. Dies markiert das Ende einer lang anhaltenden Discount-Phase und beendet das mit dem Fall der Credit Suisse verbundene Stigma. Der derzeitige Aufschwung wurde durch die Entspannung der Lage bei der US-Regionalbank New York Community Bancorp und der Deutschen Pfandbriefbank beschleunigt. Das hat die Märkte beruhigt, da das Abwicklungsrisiko für Banken vorerst geringer ist. Auf dem Primärmarkt herrscht in allen Subordinated-Debt-Segmenten rege Aktivität. Die Kupons liegen zwischen 5% und 9%, was die Attraktivität des Segments für Investoren verdeutlicht. Wir bevorzugen auf Euro lautende Anleihen mit Kupons über 5% aufgrund ihres Carry-Profils.
Im High-Yield-Segment ist das idiosynkratische Risiko nach wie vor sehr präsent, wie die jüngsten Nachrichten über eine Kreditmanagementgesellschaft und einen Telekommunikationsbetreiber zeigen. Dies scheint den Markt jedoch nicht zu destabilisieren. Er profitiert weiterhin von einer starken Nachfrage und einem geringen Angebot. Die Fundamentaldaten, sowohl in Europa als auch in den USA, bleiben stark. Sie werden durch eine robuste Weltwirtschaft und den Rückgang des kurz- bis mittelfristigen Refinanzierungsbedarfs gestützt. Die Wiederbelebung des Primärmarktes sowie alternative Akteure wie Private Debt haben es den Unternehmen ermöglicht, Refinanzierungslösungen zu finden. Aus Bewertungsgründen ziehen wir europäische und amerikanische High-Yield-Anleihen den High-Yield-Anleihen der Schwellenländer vor.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die technischen Faktoren die Anlageklasse weiterhin unterstützen dürften. Die bereits engen Bewertungen haben uns jedoch dazu veranlasst, für den Monat April eine neutrale Haltung einzunehmen.
Von Delphine Cadroy, Credit Portfolio Manager, La Française AM
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