EZB bleibt in komfortabler Lage: Stabilität bei Inflation und Wachstum

Die Europäische Zentralbank dürfte ihre Geldpolitik trotz stabiler Inflation nahe 2% unverändert lassen. Christine Lagarde betont erneut den datenabhängigen Kurs und sieht keinen Handlungsbedarf. Märkte erwarten keine Überraschungen – der Fokus liegt auf dem nächsten Ausblick im Dezember. La Française Systematic Asset Management | 29.10.2025 09:57 Uhr
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management

Angesichts einer im September weiterhin nahe dem Zielwert von 2 % liegenden Inflation dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik bei ihrer Sitzung am Donnerstag beibehalten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte erneut betonen, dass die EZB nur bei erheblichen und anhaltenden Abweichungen von ihrem 2%-Inflationsziel eingreifen wird, und unterstreichen, dass eine leichte Überschreitung nicht unbedingt eine Änderung der Leitzinsen rechtfertigt.

Unsere Erwartungen:

  • Der Einlagensatz dürfte bei 2 % bleiben – gestützt durch robustes Wachstum und eine kontrollierte Inflation.
  • Die EZB dürfte ihren Ansatz, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden, fortsetzen und ihre Geldpolitik entsprechend den verfügbaren Daten, ihrer Einschätzung der Inflations- und Wachstumsaussichten sowie den damit verbundenen Risiken anpassen.
  • Schließlich dürfte Christine Lagarde in ihrer Pressekonferenz betonen, dass sich die Inflation weiterhin gut entwickelt, die Risiken ausgewogen sind und sich die Binnenwirtschaft weiterhin robust zeigt.

Die EZB dürfte bis zur Aktualisierung ihrer nächsten Wirtschaftsprognosen im Dezember, einschließlich der Veröffentlichung der Inflationsprognosen für 2028, eine abwartende Haltung einnehmen.

Dieses Treffen dürfte keine Überraschung mit sich bringen: Die Entscheidung wird von den Märkten allgemein erwartet und dürfte keine nennenswerten Reaktionen auslösen. Die bevorstehende vierteljährliche Umfrage zur Kreditvergabe der Banken (Bank Lending Survey, BLS), die kurz vor dem Treffen veröffentlicht wird, ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Beurteilung, wie die Geldpolitik auf die Realwirtschaft wirkt. Ihre Ergebnisse könnten den Weg für eine weitere Zinssenkung im Jahr 2026 ebnen.

Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

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