Krieg, Rechenzentren, Solarboom? Schnellere Energiewende angesichts geopolitischer Spannungen

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten könnten Investitionen in die Energieversorgung weltweit zusätzlich beschleunigen. Im Fokus stehen dabei erneuerbare Energien, Kernenergie und der Ausbau der Infrastruktur, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. La Française Systematic Asset Management | 21.04.2026 10:09 Uhr
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management

Die anhaltende Krise im Nahen Osten dürfte zu verstärkten Investitionen in sämtlichen Bereichen führen, die es den Ländern ermöglichen, ihre Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe zu verringern.

Erneuerbare Energiequellen sind natürlich Teil der Lösung. Wir gehen davon aus, dass die Investitionen in den kommenden Jahren stetig steigen werden – insbesondere im Bereich der Solarenergie. Vor allem Europa sowie China sind zwei große Energie importierende Regionen, die ihre Investitionen in die nachhaltige Energieversorgung in den kommenden Jahren weiter erhöhen müssen. Dies wird höchstwahrscheinlich sowohl durch erneuerbare Energien als auch durch Kernenergie geschehen.

Gleichzeitig führt die rasante Zunahme der Rechenzentren zu einem erheblichen Anstieg des Energiebedarfs. Dieser Bedarf wird derzeit vor allem in den USA durch Erdgas gedeckt. Die Erdgaspreise in den USA sind derzeit noch relativ moderat, doch könnte diese zusätzliche Nachfrage im Laufe der Zeit zu höheren Preisen führen, was wiederum Investitionen in alternative Energiequellen begünstigen würde. Interessant ist auch, dass trotz des „Green Bashing” in Teilen der US-Politik die Investitionen in Solarenergie in den USA noch nie so hoch waren wie heute (Anstieg der Solarenergieproduktion um 21 % im Jahr 2024, Solar Market Insight Report 2024 Year in Review – SEIA).

Positionierung erneuerbarer Energien in der Asset-Allokation

Die notwendige Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird zahlreiche Veränderungen mit sich bringen. Die meisten davon sind bereits im Gange, dürften sich aber beschleunigen. Diese Themen halten wir für besonders überzeugend. Die Elektrifizierung ist in unseren Portfolios derzeit beispielsweise durch Versorger vertreten. Im Öl- und Erdgassegment entsprechen unsere Allokationen weitgehend den Referenzindizes, da wir durch regulatorische Auflagen in unseren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

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