Fed: Status quo und Flexibilität

Vor der dritten Fed-Sitzung des Jahres spricht der robuste US-Arbeitsmarkt für eine abwartende Haltung. Der FOMC dürfte den Leitzinskorridor unverändert lassen und sich angesichts geopolitischer Unsicherheiten geldpolitische Flexibilität bewahren. La Française Systematic Asset Management | 28.04.2026 10:13 Uhr
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management
François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management / © Crédit Mutuel Asset Management

Vor dem Hintergrund eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes hält die US-Notenbank (Fed) ihre dritte Sitzung des Jahres ab. Der Arbeitsmarktbericht vom März, der auf einen Rückgang der Arbeitslosigkeit und eine Erholung bei der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze hindeutet, spricht für eine abwartende Haltung. So kann sich die Fed weiterhin auf ihr Inflationsziel konzentrieren, insbesondere angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit im Nahen Osten.

Diese Sitzung dürfte die letzte sein, die unter dem Vorsitz von Jerome Powell stattfindet. Die kürzlich eingestellten Ermittlungen des Justizministeriums beseitigt zwar die größte Hürde für seine Nachfolge, doch hat Jerome Powell noch nicht konkretisiert, ob er beabsichtigt, sein Amt als Gouverneur (bis Januar 2028) weiter auszuüben. Der Bankenausschuss des Senats wird voraussichtlich am 29. April, dem zweiten Tag der Sitzung, über die Nominierung von Kevin Warsh als Vorsitzenden abstimmen.

Unsere Erwartungen:

  • Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) dürfte den Zielkorridor bei 3,50 %–3,75 % belassen – darüber herrscht breiter Konsens. Die Geldpolitik ist weiterhin gut aufgestellt, um Risiken für das doppelte Mandat der Fed (Inflation und Beschäftigung) zu bewältigen.
  • Die Erklärung dürfte eine symmetrischere Ausrichtung einführen: Zukünftige Entscheidungen könnten sowohl nach unten als auch nach oben ausfallen – je nach Entwicklung der Datenlage.
  • Technisch gesehen hat die Fed bereits eine Verlangsamung des Tempos ihrer Anleihekäufe im Rahmen ihres „Reserve Management Purchases“-Programms angekündigt (von 40 Mrd. US-Dollar auf 25 Mrd. US-Dollar pro Monat). Diese Käufe wurden Ende 2025 initiiert, um einen vorübergehenden Rückgang der Reserven im Zusammenhang mit dem Steuerkalender auszugleichen, der am 15. April endete.

Fazit:

Die Fed bewahrt sich ihre Flexibilität: Eine Lockerung bleibt möglich, falls die Inflation nachlässt oder sich der Arbeitsmarkt abschwächt, ohne jedoch weitere Straffungsmaßnahmen auszuschließen, die weiterhin außerhalb des Basisszenarios liegen.

Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

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