Die UniCredit hat ihren Anteil an der Commerzbank weiter ausgebaut: Die Beteiligung im Rahmen ihres Übernahmeangebots stieg innerhalb einer Woche von 1,4 % auf 7,58 % (Bloomberg und UniCredit, 02.06.2026). Einschließlich bestehender Bestände und Derivate beläuft sich das Gesamtexposure nun auf rund 37 % (Bloomberg und UniCredit 02.06.2026) und liegt damit deutlich über der strategischen 30-Prozent-Schwelle. Die Commerzbank hat die BaFin um eine Überprüfung der Angaben von UniCredit gebeten, mit der Begründung, dass einige der angebotenen Aktien möglicherweise mit Gegenparteien in Verbindung stehen, die an den Derivatepositionen von UniCredit beteiligt sind (Commerzbank empfiehlt kritische Überprüfung der Informationen von UniCredit – Konzern-Website 03.06.2026).
Auch bei anderen italienischen Emittenten hält die Konsolidierungsdynamik an. Die Banco BPM kündigte zur Prüfung einer Fusion mit Monte dei Paschi (BMPS) an, während Intesa Sanpaolo mit einem 30,6 Mrd. € schweren Aktientauschangebot für BMPS reagierte, das einen Aufschlag von 12,5 % vorsieht (Bloomberg 08.06.2026). Im Rahmen der geplanten Transaktion würde Unipol einen Teil des Bankgeschäfts von BMPS übernehmen, während Intesa Mediobanca, einschließlich ihrer 13-prozentigen Beteiligung an Generali, den Großteil der gemeinsamen Ertragsbasis behalten würde. Durch die Transaktion würde sich der Marktanteil von Intesa auf dem heimischen Markt bei Krediten von 18 % auf 24 % und bei Einlagen von 21 % auf 25 % erhöhen (Deutsche Bank Research – Sell-Side, 08.06.2026). Zwar erscheint die Transaktion finanziell attraktiv und strategisch sinnvoll, da sie die Position von Intesa in den Bereichen Vermögensverwaltung, Private Banking und Konsumentenkredite stärkt, doch stellt sie eine Abkehr von der traditionell disziplinierten M&A-Strategie dar. Dies wirft die Frage auf, ob der Schritt ausschließlich durch strategische Überlegungen motiviert ist oder auch durch den Wunsch, eine wesentliche Verbesserung der Wettbewerbsposition der Banco BPM zu verhindern. Auch die Marktspekulationen über einen möglichen zukünftigen Schritt in Richtung Generali dürften anhalten. Insgesamt bestätigen die jüngsten Ankündigungen die Einschätzung, dass die Konsolidierung im europäischen Bankensektor an Fahrt gewinnt und Italien weiterhin im Epizentrum der aktuellen M&A-Aktivitäten steht.
Von Mélanie Hoffbeck, Fondsmanagerin, spezialisiert auf Finanz- and Nachranganleihen, Crédit Mutuel Asset Management
Weitere beliebte Meldungen: