Anleger in nachrangigen Schuldtiteln haben eine weitaus ruhigere Sommerflaute erlebt als ihre Kollegen, die in Staatsanleihen oder Aktienfonds investieren. Zwar wurden die Gesamtrenditen durch erneute Volatilitätsschübe aufgrund von Zinsbewegungen beeinträchtigt, doch die Spreads haben sich bemerkenswert stabil gezeigt. CoCo-Anleihen (CoCos) haben sich in der Tat weiterhin besser entwickelt als der Gesamtmarkt, wobei die Spreads einen erheblichen Teil des durch die Zinsen bedingten Trends zur Ausweitung absorbiert haben. Auf Euro lautende CoCos werden derzeit mit einem durchschnittlichen Spread von rund 220 Basispunkten (bp) gegenüber US-Staatsanleihen gehandelt – etwa 20 bp niedriger als noch Anfang Juli. Unterdessen weitete sich der iTraxx Crossover CDS-Index (Credit Default Swap) von 244 bp auf 250 bp aus, während auf Euro lautende Unternehmens-High-Yield-Anleihen im gleichen Zeitraum mit 278 bp weitgehend unverändert blieben. Diese deutliche Outperformance lässt sich erneut auf drei Schlüsselfaktoren zurückführen: (1) ein geringeres Angebot (da der Refinanzierungsbedarf für 2026 nun hinter uns liegt), (2) eine starke Berichtssaison im zweiten Quartal und (3) die positive Einschätzung der Widerstandsfähigkeit des Bankensektors in den letzten Jahren durch den Markt. Die Nachfrage nach Carry bleibt das dominierende Thema, und CoCos profitieren weiterhin von dieser Dynamik. Aus Spread-Sicht waren CoCos jedoch noch nie so teuer – sowohl in absoluter als auch in relativer Hinsicht.
Die Aktivitäten am Primärmarkt waren erwartungsgemäß verhalten, und nur eine Handvoll Transaktionen tauchten auf unseren Monitoren auf. Im CoCo-Segment war BNP Paribas im Juli und August der einzige Emittent und brachte eine Additional-Tier-1-Anleihe (AT1) mit einem Zinssatz von 7,125 % auf den Markt. Auch einige Tier-2-Anleihen von Banken kamen auf den Markt (von der Raiffeisen Bank International, der KBC Groep, der SEB und der BFCM), doch das eigentliche Highlight war das Debüt zweier neuer Emittenten im schnell wachsenden Segment der Unternehmenshybride: Sika und Swisscom. Beide sind Schweizer Unternehmen mit A-Rating und profitierten von überzeichneten Orderbüchern. Sika legte den Kurs für zwei erste Hybridanleihen mit Kupons von 4,375 % und 4,875 % fest, während Swisscom ihre erste auf Euro lautende Hybridanleihe mit einer Verzinsung von 4,125 % emittierte. Unserer Ansicht nach sind beide Transaktionen opportun, da sie es den Emittenten ermöglichen, ihre Bilanzen zu attraktiven Kosten zu stärken.
Die M&A-Aktivitäten im italienischen Bankensektor sorgen weiterhin für Schlagzeilen! Erinnern Sie sich noch an die Entscheidung von UniCredit, die Übernahme der Banco BPM aufzugeben und stattdessen nach Deutschland zu expandieren? Dann folgte das gescheiterte Fusionsangebot der Banco BPM für die Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), das Berichten zufolge von ihrem 29,9-prozentigen Anteilseigner Crédit Agricole blockiert wurde. Nun hat die BMPS in einer überraschenden Wendung ein Doppelangebot unterbreitet: eines zur Übernahme der Banco BPM und ein weiteres zum Kauf der Banca Generali – und zwar gleichzeitig (warum auch nicht?). Die rein aktienbasierten Angebote bewerten die Banco BPM mit rund 25,3 Milliarden Euro und die Banca Generali mit rund 8,7 Milliarden Euro. Dies scheint ein Versuch der BMPS zu sein, ein potenzielles Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo abzuwehren, auch wenn wir die Glaubwürdigkeit eines solchen Angebots anzweifeln.
Von Jérémie Boudinet, Head of Financial and Subordinated Debt, Crédit Mutuel Asset Management
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Quelle: Bloomberg, Stand: 21.08.2026