Zu Beginn des Sommers verfolgten wir eine risikofreudige Strategie: Wir setzten auf steigende Kurse bei Aktien, Gold und am kurzen Ende der Zinskurve. Diese Entscheidung beruhte auf der Erwartung starker Unternehmensgewinne, niedriger Ölpreise und eines soliden makroökonomischen Umfelds.
Die Unternehmensergebnisse des ersten Halbjahres bestätigen unseren Ausblick, wie die Aufwärtskorrekturen der Gewinnprognosen für 2026 zeigen:
- +5,96 % seit Ende Juni für den S&P 500 in den USA.
- +1,35 % für den Stoxx 600 in der Eurozone.
Auf makroökonomischer Ebene bleibt die Konjunktur stark, wie die jüngsten PMI-Zahlen (ein Schlüsselindikator für die Lage des verarbeitenden Gewerbes eines Landes) bestätigen. Andererseits dauert der Konflikt im Nahen Osten ohne nennenswerte Fortschritte an, was zu einem Wiederanstieg der Ölpreise auf rund 90 US-Dollar pro Barrel geführt hat. Während sich Gold und Aktienindizes im Sommer gut entwickelten, litten die Anleihemärkte verständlicherweise unter diesen Entwicklungen, trotz der Unterstützung durch das US-Finanzministerium.
Das Jahresende wird von politischen Ereignissen geprägt sein, die sich auf die Märkte auswirken könnten: die US-Zwischenwahlen, die Abstimmung über den Haushalt in Frankreich, Spannungen in der Straße von Hormus sowie erhebliche Reibereien zwischen Kanada und den USA, wo die harte Haltung der Trump-Regierung und die Androhung von Zollbarrieren durch das Scheitern der Handelsverhandlungen noch verschärft werden.
Dieses Umfeld wird jedoch vor dem Hintergrund eines starken nominalen Wachstums stehen – ein wichtiger Treiber für Aktien. In den USA wird für das Gesamtjahr ein Anstieg der Gewinne im S&P 500 um 31 % erwartet, wodurch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 Ende 2025 auf 21 Ende 2026 sinken dürfte.
Für die Anleihemärkte dürften die Bedingungen weiterhin schwierig bleiben. Staatsdefizite, massive Investitionen in KI und das Wirtschaftswachstum werden die Zinsen weiterhin unter Druck setzen.
Dieses Umfeld dürfte für Gold (und Rohstoffe insgesamt) weiterhin sehr günstig bleiben, wie die Entwicklung während der Intervention des US-Finanzministeriums gezeigt hat. Für den Dollar dürfte es ungünstig sein, sollten die USA weiterhin versuchen, den Anstieg der langfristigen Zinsen zu begrenzen. Der Credit-Markt könnte seinerseits aufgrund der allgemeinen Nervosität am Anleihemarkt sowie des starken Anstiegs der Emissionen durch US-Technologieunternehmen und deren außerbilanzielle Verpflichtungen mit einigen Turbulenzen konfrontiert sein.
Von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management
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Quellen: Crédit Mutuel Asset Management. Daten zum 31.08.2026.