Chart des Monats: Chinas Wachstumsmotor bleibt der Weltmarkt – trotz schwacher Binnenkonjunktur

Ausfuhren nach Asien und Europa bleiben hoch, während wachsende Handelshürden das Umfeld erschweren DJE Kapital AG | 30.01.2026 08:42 Uhr

Chinas Wirtschaft befindet sich in einem Spannungsfeld. Einerseits belastet die anhaltende Immobilienkrise weiterhin den privaten Konsum und große Teile der Binnenwirtschaft, andererseits bleibt der Außenhandel ein zentraler Stabilitätsanker. Wie unser Chart des Monats deutlich zeigt, bleibt die globale Nachfrage nach chinesischen Produkten trotz geopolitischer Spannungen und einer schwächeren US-Nachfrage robust. Besonders die Märkte in Asien und Europa trugen maßgeblich dazu bei, dass China im Jahr 2025 mit 1,2 Billionen US-Dollar einen Rekordhandelsüberschuss erreichte. 

Gleichzeitig wird ersichtlich, dass Chinas Modell stark vom Ausland abhängig ist. Ohne einen kräftigen Binnenkonsum, der sich angesichts hoher Haushaltsverschuldung und einer unsicheren Vermögenslage vieler Bürger nur langsam erholt, ist das Land darauf angewiesen, seine Produktionsüberschüsse auf dem globalen Markt zu exportieren. Die Exportorientierung ist somit nicht nur eine bewusste strategische Entscheidung, sondern auch eine notwendige wirtschaftliche Stütze. Zuletzt trug der Nettoexport 20% zur Gesamtwirtschaftsleistung Chinas bei.

Diese hohen Exportüberschüsse geraten jedoch immer häufiger international unter Druck. Über Regionen hinweg wächst die Sorge vor Marktverzerrungen durch preisgünstige chinesische Waren, Überkapazitäten in Schlüsselindustrien sowie Abhängigkeiten in sensiblen Lieferketten. Politische Gegenmaßnahmen wie Zölle, Industrieförderprogramme oder „De-Risking“-Strategien könnten die bisher stabilen Exportströme perspektivisch erschweren.

Dennoch zeigt unser Chart: Der Welthandel mit China floriert weiterhin und ist für China wichtiger denn je. Solange die binnenwirtschaftliche Nachfrage ausbleibt, ist der globale Absatzmarkt für die wirtschaftliche Stabilität des Landes unverzichtbar.

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