
Die Diskussion über die US-Staatsverschuldung wird häufig von der Sorge begleitet, ausländische Gläubiger könnten sich aus dem Markt für US-Staatsanleihen zurückziehen und damit die Finanzierung der Vereinigten Staaten gefährden. Tatsächlich zeigen die Daten jedoch seit Jahren eine andere Entwicklung.
Zwar sorgten steigende Defizite, politische Auseinandersetzungen um die Schuldenobergrenze und höhere Kapitalmarktzinsen im Jahr 2025 zeitweise für Verunsicherung an den Märkten. Von einer strukturellen Vertrauenskrise war in den Kapitalströmen allerdings wenig zu sehen. Sowohl US-Aktien – insbesondere große Technologieunternehmen – als auch US-Staatsanleihen verzeichneten weiterhin eine robuste Nachfrage.
Der langfristige Trend bei den Haltern von US-Staatsanleihen unterstreicht diese Entwicklung. Vor zehn Jahren lag der Anteil ausländischer Investoren noch bei rund 45 % der ausstehenden Treasuries. Inzwischen ist dieser Anteil auf etwa ein Drittel zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Bedeutung inländischer Investoren deutlich zugenommen. Heute werden US-Staatsanleihen überwiegend von amerikanischen Pensionsfonds, Versicherungen, Banken, Investmentfonds und Privatanlegern gehalten. Auch die Federal Reserve bleibt trotz Bilanzabbaus ein zentraler Akteur am Markt.
Damit relativiert sich ein häufig genutztes Narrativ - weder China noch Japan sind wirklich entscheidend für die kurzfristige Finanzierungsfähigkeit der USA. Beide Länder bleiben zwar wichtige Gläubiger, ihre Bedeutung ist im Verhältnis zum Gesamtmarkt jedoch über Jahre gesunken. Die USA verfügen aufgrund der Größe und Tiefe ihres Kapitalmarktes weiterhin über eine außergewöhnlich breite inländische Investorenbasis.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Verschuldungsdynamik unproblematisch wäre. Die Staatsverschuldung steigt weiter an, während gleichzeitig sowohl kurzfristige als auch langfristige Zinsen deutlich höher liegen als noch vor wenigen Jahren. Dadurch erhöhen sich die Finanzierungskosten des Staates spürbar. Entscheidend für die Tragfähigkeit der Verschuldung bleibt daher weniger die Frage nach ausländischen Käufern, sondern vielmehr die Entwicklung von nominalem Wachstum, Produktivität und Inflation.
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