Zentrale Erkenntnisse:
- Die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Ölpreise haben die Inflationssorgen neu entfacht, doch sofern der Konflikt von kurzer Dauer ist und die Inflationserwartungen verhalten bleiben, könnten bestimmte Zentralbanken „harte Gespräche“ einer restriktiven Politik vorziehen.
- Asymmetrische makroökonomische Abwärtsrisiken veranlassen uns, erstklassige verbriefte Unternehmensanleihen zu bevorzugen, insbesondere Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) und Asset-Backed Securities (ABS), die ein attraktives Carry mit kurzer Duration bieten.
- Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating haben eine kurzfristige Hürde überwunden, da das hohe Angebot im ersten Quartal gut absorbiert wurde, was möglicherweise zu verbesserten technischen Faktoren führt. Bei den Unternehmensanleihen insgesamt sind die Renditen und Spreads zwar größer, wir sind jedoch vorsichtig, was die Risikoerhöhungen angeht, bis mehr Klarheit herrscht.
Erhöhte Unsicherheit spricht für Selektivität statt breiter Risikoübernahme
Der Konflikt im Nahen Osten und seine geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen dominieren derzeit die Märkte. Kurzfristig könnten Unterbrechungen der Energie- und Chemikalienversorgung die Gesamtinflation beeinflussen. Über die längerfristigen Auswirkungen wird jedoch weiterhin diskutiert. Derzeit bleiben die langfristigen Inflationserwartungen verankert, was den Zentralbanken Spielraum für eine abgewogenere Reaktion auf mögliche Preisdruckeffekte eröffnet. Auf der Nachfrageseite erhöhen hohe Ölpreise die Kosten für Unternehmen und dämpfen die real verfügbaren Einkommen, wodurch das Wirtschaftswachstum belastet werden könnte. Dem wirken in gewissem Umfang gezielte Unterstützungsmaßnahmen in vielen Ländern entgegen, während Steuerrückerstattungen in den USA den diskretionären Konsum trotz steigender Benzinpreise stützen könnten.
Orientierung in einem sich wandelnden Makroumfeld
Nehmen Sie gemeinsam mit Richard Bernstein, Global Head of Macro & Customised Investing, und Michael Contopoulos, Head of Multi-Asset Macro Investing, an einem Gespräch mit Terry Ober, Managing Direct...17.06.2026 15:00
60 Min.
Richard Bernstein, Michael Contopoulos, Terry Ober
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Im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt erscheinen die Renditen im Anleihenbereich über die Anlageklassen hinweg attraktiv. Die Spreads befinden sich in vielen Segmenten allerdings nach wie vor am unteren Ende ihrer historischen Bandbreiten, obwohl sie sich durch die jüngste Ausweitung auf ein günstigeres Niveau verbessert haben.
Wir bevorzugen kurzlaufende, hochwertige Erträge aus dem Bereich der verbrieften Kredite gegenüber Unternehmensanleihen, deren Spreads nach wie vor relativ eng sind. Bei diesen lässt sich die jüngste Spreadausweitung weitgehend durch sektorspezifische Belastungen erklären. Innerhalb der verbrieften Segmente sehen wir Chancen bei forderungsbesicherten Wertpapieren aus Wohnbauhypotheken (RMBS), da sich die Bewertungen verbessert haben, die Fundamentaldaten stabil sind und die US-Konsumenten widerstandsfähig sind. Zudem sind die Ertragsniveaus in Europa attraktiv.
Für die weitere Marktentwicklung wird entscheidend sein, wie sich der Konflikt sowie ein möglicher Waffenstillstand oder eine Lösung entwickeln. Vor dem Hintergrund erhöhter Unsicherheit und asymmetrischer Risiken priorisieren wir selektive Risikoübernahme und Titelauswahl gegenüber makroökonomischen Positionierungen oder breitem Beta-Exposure. In unserem vierteljährlichen „Perspectives“-Bericht teilen wir unsere Einschätzungen zu den Anleihemärkten sowie unsere vierteljährliche Asset-Allokationsbewertung. Dabei heben wir eine relevante Grafik hervor, analysieren Chancen im Bereich „Relative Value“ und geben Einblick in unsere aktuellen Asset-Allokations-Scores nach Anleihe-Subsegmenten.
Von John Lloyd, Global Head of Multi-Sector Credit | Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors
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WICHTIGE INFORMATIONEN
Anleihen unterliegen Zins-, Inflations-, Kredit- und Ausfallrisiken. Wenn die Zinsen steigen, fallen die Anleihekurse normalerweise und umgekehrt. High-Yield-Anleihen oder „Junk“-Bonds bergen ein höheres Ausfallrisiko und sind volatiler und können plötzlichen und starken Kursschwankungen unterliegen. Ausländische Wertpapiere, einschließlich Staatsanleihen, unterliegen Währungsschwankungen, politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sowie einer erhöhten Volatilität und einer geringeren Liquidität – in den Schwellenländern sind diese Merkmale besonders stark ausgeprägt.
Verbriefte Produkte wie hypotheken- und forderungsbesicherte Wertpapiere reagieren empfindlicher auf Zinsänderungen, unterliegen dem Verlängerungs- und Vorauszahlungsrisiko und einem höheren Kredit-, Bewertungs- und Liquiditätsrisiko als andere Anleihen.
Eine Diversifizierung garantiert weder das Erzielen von Gewinnen noch eliminiert es das Risiko von Anlageverlusten.