Anleihen aus Schwellenländern haben sich seit Beginn des Iran-Konflikts als widerstandsfähig erwiesen. Die Schwellenländer befinden sich in einer solideren Lage als nach der Corona-Krise, gestützt durch stärkere makroökonomische Fundamentaldaten, eine restriktive Geldpolitik und verbesserte außenwirtschaftliche Kennzahlen. Der mittelfristige Ausblick bleibt positiv. Kurzfristig behalten wir jedoch einen vorsichtigen Ansatz bei, da die Straße von Hormus weiterhin gesperrt ist.
Wir behalten eine neutrale Haltung zwischen lokalen und externen Schwellenländeranleihen bei. Tatsächlich haben die Spreads für externe Schwellenländeranleihen und die Schwellenländerwährungen ihre anfänglichen Verluste wieder aufgeholt, wobei die Spreads einiger Länder nun auf engeren Niveaus liegen.
Bei lokalen Schwellenländeranleihen sind wir in Bezug auf Währungen gegenüber Zinsen neutral: Die Schwellenländerwährungen haben sich bereits vollständig erholt, und die Positionierung ist nicht gering, während Schwellenländerzinsen einen attraktiveren Wert bieten, obwohl Inflationsrisiken ein weiteres Abwärtspotenzial der Zinsen begrenzen könnten.
Bei den Währungen bevorzugen wir weiterhin hochverzinsliche Währungen wie die Türkische Lira, den Brasilianischen Real und den Ungarischen Forint. Was die Spreads der Auslandsanleihen betrifft, ist der Spielraum für eine weitere Verengung kurzfristig begrenzt, doch bieten sie nach wie vor einen ordentlichen Carry-Vorteil gegenüber US-Anleihen, was ausreichen dürfte, um Kapitalzuflüsse aufrechtzuerhalten. Wir bevorzugen Hochzinsanleihen gegenüber Investment-Grade-Anleihen, da ein höherer Carry und eine geringere Duration das nach wie vor ereignisreiche globale Umfeld kompensieren.
Von Guillaume Tresca, Senior Emerging Market Strategist bei Generali Investments
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