Bank of England: Nächster Zinsschritt voraussichtlich eine Anhebung

Die Bank of England dürfte den Leitzins am 30. Juli bei 3,75 Prozent belassen. Trotz sinkender Inflation sprechen höhere Ölpreise und geopolitische Risiken gegen eine Lockerung. Martin Wolburg von Generali Investments hält eine spätere Zinserhöhung für wahrscheinlicher als eine Senkung. Generali Investments | 28.07.2026 08:37 Uhr
Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
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Die Bank of England dürfte den Leitzins bei ihrer Sitzung am 30. Juli voraussichtlich unverändert bei 3,75% belassen und dabei weiterhin einen klaren Kurs der Straffung verfolgen. Die Inflationsrate ist im Juni stärker als erwartet von 2,8% auf 2,6% gesunken, während ein sich entspannender Arbeitsmarkt und eine gedämpfte Konjunktur der Mehrheit Spielraum zum Abwarten geben.

Allerdings deuten die erneute Eskalation im Nahen Osten und höhere Ölpreise darauf hin, dass sich die Inflationsrate im Juni nur als vorübergehendes Tief erweisen könnte. Gouverneur Andrew Bailey hat Zinssenkungen vorerst ausgeschlossen, Huw Pill rechnet mit Zinserhöhungen, und Catherine Mann hat gewarnt, dass anhaltend hohe Energiekosten, lockere finanzielle Rahmenbedingungen und erhöhte Inflationserwartungen letztendlich Maßnahmen erforderlich machen könnten.

Nach dem 7:2-Votum im Juni für eine Beibehaltung des Leitzinses, bei dem Pill und Greene eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 4,0% befürworteten, ist die Botschaft klar: Eine nachlassende Inflation spricht für Geduld, aber nicht für eine Kehrtwende hin zu einer restriktiveren Geldpolitik. Die Abstimmung könnte knapper ausfallen als im Juni, während geopolitische Risiken und die Möglichkeit von Zweitrundeneffekten unsere Einschätzung bestärken, dass der nächste Schritt der BoE nach wie vor eher eine Anhebung als eine Senkung des Leitzinses sein dürfte.

Von Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments

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