Der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft im Euro-Raum lag im Januar unverändert bei 51,5 Punkten. Er signalisiert damit eine moderate Dynamik der Konjunktur. Im Januar hat sich die Stimmung in der Industrie überraschend verbessert (+ 0,6 auf 49,4 Punkte). Die Zollandrohungen der Trump-Administration im Zuge der Grönlandkrise haben die exportorientierten Unternehmen demnach nicht zusätzlich verunsichert. Die Stimmung bei den Dienstleistern hat sich dagegen weiter eingetrübt (- 0,5 auf 51,9 Punkte). Gleichzeitig hat sich der Preis- und Kostendruck verstärkt. Unter den großen Ländern haben sich die Aussichten der Unternehmen in Frankreich deutlich eingetrübt. Hier dürfte die unsichere Haushaltslage eine Rolle gespielt haben. In Deutschland hat sich dagegen die Stimmung in beiden Wirtschaftsbereichen etwas verbessert. Die Aussichten in der Industrie liegen aber weiter auf skeptischem Niveau.
Aussichten für Anleger
Insgesamt signalisieren die Einkaufsmanagerindizes für Januar, dass die Konjunktur im Euro-Raum holprig ins neue Jahr gestartet ist. Die hohe geo- und handelspolitische Unsicherheit belastet die Stimmung. Vor allem aber haben sich die Ankündigungen von Reformen und Fiskalimpulsen in Deutschland noch nicht in eine Verbesserung der Aussichten der Unternehmen übersetzt. Und gerade die Industrie steckt weiter im notwendigen Transformationsprozess fest. Der Anstieg des Preis- und Kostendrucks dämpft zudem die Hoffnungen auf rasche weitere Zinssenkungen und monetären Rückenwind durch die EZB.
Wie auch der Auftritt von US-Präsident Trump in Davos bestätigen die europäischen Konjunkturdaten für Januar, dass die Zeit mehr als reif ist für mutige Reformschritte.
Von Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz
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