Schwellenländer: Vorsichtiger Optimismus in einem sich verändernden globalen Umfeld

Die Schwellenländer legten im zweiten Quartal fast 12 Prozent zu. Trotz Rückenwind durch Handelsabkommen und positive Makrotrends bleibt das Umfeld fragil. Laut Ernest Yeung, Portfoliomanager Emerging Markets Discovery Equity Strategie bei T. Rowe Price, eröffnen attraktive Bewertungen und Trends wie KI und Energiewende langfristige Chancen. T. Rowe Price | 29.08.2025 12:45 Uhr
Ernest Yeung, Portfoliomanager der Emerging Markets Discovery Equity Strategie bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price
Ernest Yeung, Portfoliomanager der Emerging Markets Discovery Equity Strategie bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price

Die Schwellenländer haben mit einem Kursplus von fast 12 Prozent im zweiten Quartal eine beeindruckende Rally hingelegt. Dieser Anstieg spiegelt die Begeisterung der Anleger im Zusammenhang mit Handelsabkommen und sich verbessernden makroökonomischen Bedingungen wider. Unter der Oberfläche zeigt sich das Bild jedoch komplexer – es spricht eher für vorsichtigen Optimismus als für für grenzenlosen Enthusiasmus.

Das globale Umfeld bleibt fragil. Die Zollverhandlungen dauern an, und die anhaltenden Handelskonflikte könnten das Wachstum bremsen. Auch wenn die Märkte derzeit vielleicht Best-Case-Szenarien einpreisen, dürfte der Weg dorthin holprig werden.

Dennoch gibt es Gründe für Zuversicht. Schwellenländer-Aktien sind nach wie vor attraktiv bewertet, und die Erwartung eines schwächeren US-Dollars könnte den Zentralbanken Spielraum geben, die Geldpolitik zu lockern. Langfristige Trends – von der wachsenden Nutzung künstlicher Intelligenz bis zur Energiewende – eröffnen Unternehmen in den Schwellenländern neue Wachstumschancen.

Regional lag Südkorea vorn und verzeichnete nach der Wahl von Präsident Lee ein Plus von über 32 Prozent. Mexiko legte mehr als 20 Prozent zu, während Brasilien trotz politischen Getöses Widerstandskraft bewies. China hinkte wegen der schwachen Verbrauchernachfrage und anhaltender Sorgen um den Immobiliensektor hinterher. Thailand stand erneut im Zeichen politischer Unsicherheit.

Im Sektorvergleich führte die Informationstechnologie, getragen von KI-Titeln. Lediglich der Sektor zyklische Konsumgüter lag im Minus, belastet durch chinesische Internetwerte. Wachstums- und Small-Cap-Aktien lagen vorn, während defensivere Strategien mit geringer Volatilität zurückblieben.

Unsere Contrarian-Strategie konzentriert sich auf „vergessene” Aktien aus Schwellenländern – Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten, deren Potenzial jedoch übersehen wird. Dies führte im zweiten Quartal aufgrund einer Untergewichtung in taiwanesischen Technologiewerten und der verpassten Rallye von TSMC zu einer Underperformance. Eine gute Einzeltitelauswahl bei brasilianischen Finanzwerten und Kommunikationsdienstleistern konnte die Verluste jedoch abfedern. Titel wie Banco Bradesco, BTG Pactual, NetEase und Prosus erzielten solide Renditen.

Die jüngsten Portfolioveränderungen spiegeln unseren fortgesetzten Fokus auf attraktiv bewertete Titel wider. Wir haben eine Position in Petrobras aufgebaut, um das Ölpreisrisiko zu steuern, und uns aus COSL zurückgezogen, da sich unsere Investmenttheese nicht bewahrheitet hat. In Taiwan haben wir Hon Hai aufgrund zollbedingter Belastungen verkauft und in Chroma Ate umgeschichtet, einen führenden Anbieter im Bereich Halbleiter- und EV-Tests. In China haben wir China Pacific Insurance und Bilibili aufgrund ihres Turnaround-Potenzials ins Portfolio aufgenommen, während wir CR Gas reduziert und Gewinne aus Yanzijiang Shipbuilding realisiert haben.

Mit Blick nach vorn stützen die robuste Binnennachfrage in Südostasien und der zyklische Rückenwind in Lateinamerika die Widerstandskraft der Region. Während sich die globalen Lieferketten neu ordnen und Kapital in transformative Sektoren wie KI und saubere Energie fließt, sind Unternehmen aus Schwellenländern gut aufgestellt, um davon zu profitieren.

In einer polarisierten Welt geht es bei Investitionen in Schwellenländern nicht darum, kurzfristigen Trends hinterherzulaufen. Entscheidend ist vielmehr, widerstandsfähige, unterbewertete Unternehmen zu identifizieren, die vor wesentlichen Veränderungen stehen. Für Anleger, die bereit sind, über die Schlagzeilen hinauszublicken, bleiben Schwellenländer ein fruchtbarer Boden für langfristige Chancen.

Von Ernest Yeung, Portfoliomanager der Emerging Markets Discovery Equity Strategie bei T. Rowe Price

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