Kurzfristig könnte sich Gold konsolidieren, bevor neue Höchststände erreicht werden

Die jüngste Volatilität bei Gold deutet eher auf eine Konsolidierung als auf ein Ende des Aufwärtstrends hin. Strukturelle Treiber wie Zentralbanknachfrage, Staatsverschuldung und geopolitische Risiken bleiben intakt, während eine deutliche Verschärfung der Finanzbedingungen derzeit nicht absehbar ist. T. Rowe Price | 05.02.2026 07:44 Uhr
Rick de los Reyes, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price
Rick de los Reyes, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price

Die jüngste Volatilität bei Edelmetallen spiegelt eher eine Konsolidierungsphase wider als das Ende des Goldhandels. Die letzte Phase der jüngsten Goldrallye verlief sehr schnell und wies die Merkmale eines Short Squeeze auf, der die Preise in einem kurzen Zeitraum nach oben trieb. Historisch gesehen folgten auf Spitzenwerte bei der realisierten Volatilität in der Regel Phasen der Seitwärtskonsolidierung, bevor sich der Aufwärtstrend fortsetzte. Vor diesem Hintergrund dürfte Gold kurzfristig in einer engen Spanne bleiben, bevor es möglicherweise neue Höchststände erreicht.

Der Ausverkauf und die anschließende Erholung des Goldpreises geben auch Aufschluss über die allgemeine Risikobereitschaft des Marktes. Insofern die Korrektur mit Spekulationen über die Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank zusammenhing, deutet das Marktverhalten auf eine starke Präferenz für eine Fortsetzung der geldpolitischen Lockerung hin. Jegliche Anzeichen für eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen dürften auf eine erhöhte Marktsensibilität und eine nervöse Reaktion bei Risikoanlagen stoßen.

Die Rolle von Gold als Absicherung hat sich in einem Umfeld mit länger anhaltend höheren Zinsen ebenfalls gewandelt. Seine traditionelle inverse Beziehung zu den Realzinsen hat sich in den letzten Jahren abgeschwächt. Stattdessen scheinen die Goldpreise nun enger mit den Sorgen um steigende Staatsverschuldung, Währungsabwertung und geopolitische Risiken verbunden zu sein. Die Nachfrage der Zentralbanken war ein wichtiger struktureller Treiber, der sich in den letzten Jahren beschleunigt hat, da immer mehr Länder eine Diversifizierung ihrer Währungsreserven anstreben.

Zwar kann eine übermäßige Konzentration auf bestimmte Vermögenswerte Risiken mit sich bringen, doch die grundlegenden Faktoren, die die Goldnachfrage stützen, bleiben unverändert. Das größte Risiko für diese These wäre eine deutliche Verschärfung der globalen Finanzbedingungen. Derzeit gibt es jedoch kaum Anzeichen dafür, dass die Zentralbanken entschlossen in diese Richtung gehen, was die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Umkehr der Goldpositionierung verringert.

Von Rick de los Reyes, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

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