Die Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin unbeständig, was sich deutlich in den starken Schwankungen der Ölpreise widerspiegelt. Die unmittelbare Schlussfolgerung lautet, dass die ohnehin schon hohen geopolitischen Risiken weiter zugenommen haben. Für die Schwellenländer besteht das größte Risiko kurzfristig in einer möglichen Flucht in sichere Anlagen. In solchen Phasen kommt es häufig zu einer Aufwertung des US-Dollars, was zu Kapitalabflüssen aus Schwellenländeranlagen führen kann.
Auf längere Sicht verstärkt der Konflikt jedoch auch einen breiteren strukturellen Trend. Die Länder investieren zunehmend in die Sicherung ihrer eigenen Verteidigung, Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelversorgung. Dieses Streben nach größerer Selbstversorgung führt zu höheren Staatsausgaben und Investitionen. Für die Schwellenländer, von denen viele wichtige Lieferanten von Rohstoffen und Ressourcen sind, könnte dieser Trend unterstützend wirken. Er schafft auch günstigere Rahmenbedingungen für wertorientierte Anlagen.
In diesem Sinne könnte der Konflikt als Katalysator für Anleger dienen, ihre Portfolios neu auszurichten. Technologie war zu einem überlaufenen und weit verbreiteten Handelsgut geworden, während Energie weitgehend übersehen wurde. Die jüngsten Marktbewegungen deuten darauf hin, dass Anleger diese Positionen neu bewerten, was zu einer Rotation weg von Technologie und zurück zu Energie und anderen rohstoffbezogenen Sektoren führt.
Von Rob Secker, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price
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