„Brasiliens Politik hat sich die Erneuerung und den Ausbau der Infrastruktur des Landes auf die Agenda gesetzt“, sagt Andrew Greenup, Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments.
„So sehen wir derzeit trotz politischer, rechtlicher und regulatorischer Herausforderungen im Infrastruktursektor eine Zunahme an Programmen, die private Infrastrukturinvestments vereinfachen sollen. Die Regierung treibt dieses Vorhaben hauptsächlich durch einen bereits etablierten Konzessionsvergabeprozess sowie umfassende Anlageverkäufe an private Kapitalgeber voran. Das bietet nationalen und internationalen Investoren eine große Vielfalt an Investmentmöglichkeiten in Brasilien, beispielsweise in Mautstrecken, Flughäfen oder im Güterverkehr. Wir gehen derzeit davon aus, dass bis spätestens 2018 die Konzessionen für sechs weitere Mautstraßen durch die Regierung an Privatunternehmen versteigert werden. Zusätzlich erwarten wir, dass finanziell in Bedrängnis stehende Straßenbauunternehmen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ihre Assets teilweise veräußern. Auch der Luftverkehr in Brasilien befindet sich im Moment im Umbruch. Waren 2012 noch alle Flughäfen in Regierungsbesitz, so sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 51 Prozent der Anteile an neun Flughäfen in privater Hand. Der Einstieg privater Investoren verspricht aus unserer Sicht eine Verbesserung der Produktivität sowie anhaltendes strukturelles Wachstum. Infrastrukturinvestments stellen einen Teil der Lösung sozialer, politischer und ökonomischer Herausforderungen Brasiliens dar. Die aktuellen positiven Rahmenbedingungen untermauern das zukünftige Potential dieses Sektors. Bei allen Wachstumsaussichten sollten jedoch einige Risiken nicht außer Acht gelassen werden: eine skandalbehaftete Regierung in den letzten Zügen ihrer Amtsperiode, Neuwahlen in 2018, ein von Unsicherheit geprägtes Vergabesystem der Konzessionen, sowie ein eher träges Rechtssystem, das zur Verzögerung nötiger Reformen führen kann.“
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