First State: "Der EZB bleibt nur die Hoffnung, dass der Euro abwertet"

Anthony O'Brien, European Rates and Currency Strategist, First State Investments, kommentiert die für Donnerstag anberaumte Leitzins-Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB): First Sentier Group | 09.09.2020 12:33 Uhr
Anthony O'Brien, European Rates and Currency Strategist, First State Investments / © First State Investments
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Von der Sitzung der EZB am Donnerstag werden wenige geldpolitische Neuigkeiten erwartet. Der zuletzt gestiegene Euro bereitet der EZB Sorge und manch einer glaubt, die Maßnahmen könnten einen Fall der Währung auslösen. Kann die EZB also den Euro schwächen? Wir glauben das nicht. Die Zurückhaltung der EZB wird entweder als harter geldpolitischer Kurs oder – noch schlimmer – als machtlos gewertet werden. Die jüngste Inflationsrate der Eurozone von minus 0,2 Prozent ist zum ersten Mal seit Mai 2016 wieder deflationär. Es wird erwartet, dass die neuen Prognosen der EZB-Experten für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI, Harmonised Index of Consumer Prices) deutlich unter dem Zielwert liegen werden.

Das würde normalerweise eine weitere Lockerung durch den EZB-Rat bedeuten. Doch hat die EZB noch nicht einmal die Hälfte des 1.350 Milliarden Euro schweren Pandemie-Notfallkaufprogramms (PEPP, Pandemic Emergency Purchase Programme) ausgeschöpft und scheint ihre Ankäufe auch nicht beschleunigen zu wollen. Deshalb gehen wir nicht davon aus, dass das Programm in nächster Zeit aufgestockt wird. Da der Offenmarktausschuss der US Notenbank Federal Reserve (FOMC, Federal Open Market Committee) sein neues geldpolitisches Rahmenprogramm nächste Woche mit zusätzlichen Lockerungen unterstreichen könnte, bleibt der EZB nur die Hoffnung, dass der Euro abwertet.

Anthony O'Brien, European Rates and Currency Strategist, First State Investments

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