Ozeane als Investmentthema: Neue Studie zeigt Risiken und Chancen

Anlässlich des Welttags der Ozeane am 8. Juni zeigt eine aktuelle Untersuchung des First Sentier MUFG Sustainable Investment Institute, warum die Gesundheit der Meere für Wirtschaft, Klima und Investoren relevant ist. Der Report analysiert Risiken für ozeanabhängige Sektoren und Chancen einer nachhaltigen Blue Economy. First Sentier Group | 05.06.2026 13:32 Uhr
Sudip Hazra, Director des MUFG Sustainable Investment Institute und Emmanuel Litique, Niederlassungsleiter Deutschland der First Sentier Group / © e-fundresearch.com / First Sentier Group
Sudip Hazra, Director des MUFG Sustainable Investment Institute und Emmanuel Litique, Niederlassungsleiter Deutschland der First Sentier Group / © e-fundresearch.com / First Sentier Group

Anlässlich des Welttags der Ozeane am 8. Juni veröffentlicht das First Sentier MUFG Sustainable Investment Institute eine umfangreiche Untersuchung zur Bedeutung der Ozeane für Klimawandel, Biodiversität, Wirtschaft und untersucht insbesondere, welche Chancen und Risiken sich für Investoren ergeben. 

Ozeane sind von zentraler Bedeutung für die ökologische und ökonomische Stabilität

Die Ozeane spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Klimas, da sie 90 % der überschüssigen Wärme sowie 30 % der CO₂-Emissionen aufnehmen. Über 80 % der weltweiten biologischen Vielfalt findet sich in den Ozeanen. Darüber hinaus sorgen sie für Nahrung und bilden die Lebensgrundlagen für Milliarden Menschen. Rund 90 % des globalen Handels werden über den Seeweg transportiert. „Trotz dieser zentralen Rolle wird die sich verschlechternde Gesundheit der Ozeane in Unternehmensrisikomodellen und Anlagestrategien bislang häufig übersehen, wodurch Investoren systemischen und wesentlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Nachhaltigkeit der Ozeane ist eine tragende Säule der globalen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Stabilität“, sagt Sudip Hazra, Director des MUFG Sustainable Investment Institute.

Ein Meer an Risiken für Investoren

Der neue Bericht des First Sentier MUFG Sustainable Investment Institute erläutert, warum die durch den Klimawandel, die Übernutzung lebender Ressourcen, der Verlust von Lebensräumen, Umweltverschmutzung und ineffektive Verantwortungsstrukturen verursachte Schädigung der Ozeane erhebliche finanzielle, operative, regulatorische und Reputationsrisiken für ozeanabhängige Sektoren mit sich bringt. Zu diesen Sektoren gehören Fischerei und Aquakultur, Schifffahrt und Häfen, Meeres- und Küstentourismus, erneuerbare Offshore-Energie, Unterwasser-Telekommunikation und blaue Biotechnologie. Nach Schätzungen des WWF sind bei einem „Business-as-usual“-Szenario Vermögenswerte in Höhe von Billionen Dollar in diesen Sektoren gefährdet, da sich die Ökosystemleistungen verschlechtern und die klimabedingten Auswirkungen zunehmen.

Transformation bietet Investmentchancen

Der Report hebt auch die wachsenden Chancen hervor, die ein Übergang zu einer nachhaltigen blauen Wirtschaft bietet: „Der Wert der Blue Economy könnte sich von etwa 2,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 bis 2050 vervierfachen, vorausgesetzt die Gesundheit der Ozeane wird geschützt und wiederhergestellt.“ Investitionen in naturbasierte Lösungen, klimaneutralen Seetransport, nachhaltige Fischereisysteme und erneuerbare Meeresenergie weisen dem Research-Institut zufolge ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf und bieten langfristige Wertschöpfung.

„Ocean Framework“ als Entscheidungsrahmen

Um weiterhin von den Ökosystemleistungen und dem wirtschaftlichen Potenzial der Ozeane zu profitieren, müssen Investoren dem Report zufolge ihre Risikoexposition in Bezug auf meeresbezogene Risiken und Chancen systematisch bewerten und verstehen, wie Unternehmen diese Risiken mindern und steuern. „Die im Bericht aufgeführten Entwicklungen und Risiken materialisieren sich auch in küstenfernen Anlegerportfolios. Professionelle und institutionelle Investoren müssen die dargelegten Chancen und Risiken auch aus Nachhaltigkeitsperspektive ganzheitlich managen. Der Bericht gibt Investoren mit dem „Ocean Framework“ einen wertvollen multidimensionalen und branchenunabhängigen Entscheidungsrahmen an die Hand, der sie bei der Weiterentwicklung ihres Nachhaltigkeitsansatzes unterstützt“, sagt Emmanuel Litique, Niederlassungsleiter Deutschland von First Sentier Group.

Das Ocean Framework bietet Investoren umfassende Leitlinien, Instrumente und Ressourcen, um:

  1. Ozean-bezogene Risiken und Chancen portfolioweit zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern;
  2. Sektoren, Unternehmen und Themen, die am stärksten von ozeanischen Ökosystemen betroffen oder von ihnen abhängig sind, systematisch zu priorisieren; und
  3. Regionen mit besonders hohem Risiko zu identifizieren, die Reaktionen von Unternehmen auf Fragen der ozeanischen Nachhaltigkeit zu bewerten, auf wichtige Daten und Bewertungsinstrumente zuzugreifen und effektiv mit Portfoliounternehmen zusammenzuarbeiten.

Das größte Risiko ist Untätigkeit

Ein tieferes Verständnis für den inneren Wert der Meere und das Potenzial, das eine nachhaltige „blaue Wirtschaft“ für künftige Generationen und für finanzielle Erträge birgt – ist ein wichtiger erster Schritt, um Kapital von nicht nachhaltigen Praktiken in der traditionellen „blauen Wirtschaft“ abzuziehen und Investitionen auf nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten auszurichten. „Das größte Risiko für die Zukunft der Meere ist Untätigkeit“, stellt Sudip Hazra klar.

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