Studie: Schweizer Asset Management wächst auf CHF 3,73 Billionen – doch das Wachstum bleibt fremdbestimmt

Die Swiss Asset Management Study 2026 von der Asset Management Association Switzerland und zeb consulting zeigt: Die verwalteten Vermögen stiegen 2025 um 8,2 % auf CHF 3,73 Billionen. Doch nur ein Fünftel des Zuwachses stammt aus Nettoneugeld. Margendruck, Marktabhängigkeit und internationaler Wettbewerb rücken die Wettbewerbsfähigkeit ins Zentrum. Research | 10.06.2026 13:57 Uhr
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Die Schweizer Asset-Management-Industrie hat ihren Wachstumskurs 2025 fortgesetzt: Die in der Schweiz verwalteten Vermögen stiegen um 8,2 % auf einen Rekordwert von CHF 3,73 Billionen. Damit festigt die Schweiz ihre Position als drittgrösster Asset-Management-Standort Europas hinter Grossbritannien und Frankreich, bei einem stabilen Marktanteil von rund 11 %. Das geht aus der heute veröffentlichten Swiss Asset Management Study 2026 hervor, die die Asset Management Association Switzerland (AMAS) gemeinsam mit zeb consulting erstellt hat.

So robust die Zahlen wirken, so deutlich legt die Studie die strukturelle Schwachstelle offen: Der Zuwachs ist überproportional von der Marktentwicklung getrieben. Insbesondere vom globalen Technologie- und KI-Boom. Während echtes organisches Wachstum ausbleibt. Nur etwa 20 % des AuM-Zuwachses entfielen auf Nettoneugeldzuflüsse (NNA), der Rest auf die Performance der Kapitalmärkte.

Wachstum darf nicht von der Marktentwicklung abhängig sein

„Das Schweizer Asset Management bleibt widerstandsfähig, international relevant und strategisch wichtig für den Schweizer Finanzplatz“, sagt Adrian Schatzmann, CEO der AMAS. „Die Studie zeigt aber auch klar, dass zukünftiges Wachstum nicht primär von der Marktentwicklung abhängig sein darf. Internationale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nettoneugeldzuflüsse werden immer entscheidender.“

Die Abhängigkeit von der Marktperformance gilt als Risiko: Eine stärkere Korrektur würde das aktuelle Geschäftsmodell unter Druck setzen. Gleichzeitig sieht sich die Branche mit anhaltendem Margendruck, steigenden Betriebskosten und wachsender regulatorischer Komplexität konfrontiert. Der Vormarsch passiver Anlagen drückt zusätzlich auf die Erträge – die Cost-Income-Ratio lag 2025 bei 71,5 %.

Kennzahlen der Branche 2025

  • Verwaltetes Vermögen (AuM): CHF 3,73 Billionen (+8,2 %)
  • Anteil Nettoneugeld am Wachstum: rund 20 %
  • Exportanteil: rund 30 % der AuM von ausländischen Kunden
  • Branchengewinn: CHF 4,9 Mrd. bei einer Cost-Income-Ratio von 71,5 %
  • Beschäftigung: 10'580 direkt Beschäftigte
  • Europäischer Marktanteil: rund 11 %, Rang 3 hinter UK und Frankreich

Exportindustrie unter Wettbewerbsdruck

Rund ein Drittel der in der Schweiz verwalteten Vermögen stammt von ausländischen Kunden – das Asset Management bleibt damit eine bedeutende Exportindustrie. Allerdings wuchs das Geschäft mit Schweizer Kunden zuletzt rund doppelt so stark wie jenes mit ausländischen Kunden, wodurch der Auslandsanteil auf 30,4 % sank. Der internationale Marktzugang wird damit zur strategischen Schlüsselfrage.

„Die Schweizer Asset-Management-Industrie konkurriert weltweit um Kunden, Talente und Kapital“, sagt Norman Karrer, Managing Partner von zeb Schweiz. „Die Sicherung und der Ausbau des internationalen Marktzugangs bleiben deshalb eine strategische Priorität für die Branche und den Schweizer Finanzplatz.“ Parallel verstärken sich die Skaleneffekte: Grössere Anbieter gewinnen weiter Marktanteile, während kleinere und mittelgrosse Häuser ihre Effizienz steigern und sich über differenzierte Anlagelösungen profilieren müssen.

Private Markets und Technologie als Treiber

Als zentrale Hebel für künftige Wettbewerbsfähigkeit identifiziert die Studie Private Markets sowie die technologiegetriebene Transformation durch künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Tokenisierung. Investoren suchen verstärkt nach Diversifikation, Widerstandsfähigkeit und langfristiger Wertschöpfung – illiquide Private-Market-Fonds gelten dabei zugleich als NNA-Generator und als Ertragsstabilisator. Der Innovationsfokus konzentriert sich allerdings auf skalierbare, sachwertnahe Segmente, allen voran Immobilien, während Private Equity, Venture Capital und Private Debt zurückbleiben. Gebremst wird die Ausweitung des Angebots laut Studie weniger durch fehlende Nachfrage als durch operative Komplexität, Liquiditätsmanagement und Regulierung.

Fazit: Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen entscheidend

Die Studie kommt zum Schluss, dass die Schweiz als internationaler Asset-Management-Standort weiterhin sehr gut positioniert ist – der künftige Erfolg jedoch einen stärkeren Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und internationale Vernetzung erfordert. „Asset Management ist für die Schweiz nicht nur Teil des Finanzsektors – sondern eine bedeutende Exportindustrie und ein Treiber für langfristige Investitionen und Wirtschaftswachstum“, betont Schatzmann. „Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und ein klares Bekenntnis zur Stärkung des Schweizer Finanzplatzes sind deshalb essenziell.“

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