Wie baut man verlässlich ein Generationenvermögen auf? Nach dem norwegischen Staatsfonds in Teil 1 nimmt Dr. Josef Obergantschnig in Teil 2 unserer Research-Reihe „Investmentstrategien" gemeinsam mit e-fundresearch.com das Yale Endowment unter die Lupe. Jenes Modell, das über die 36 Jahre der Ära David Swensen eine annualisierte Nettorendite von 13,7 % pro Jahr dokumentiert hat.
Im Mittelpunkt stehen die Mechanik dahinter und ihre Grenzen: eine Alternatives-Quote von gut 70 %, ein über Jahrzehnte aufgebauter Zugang zu Top-Managern, eine geglättete 80/20-Ausschüttungsformel mit Floor bei 4,0 % und Cap bei 6,5 % sowie eine Governance, die ohne politischen Zugriff auskommt. Überraschend dabei: Von der Gesamtleistung des Endowment stammt nur ein Bruchteil aus Zuflüssen. Aus rund 7 Milliarden US-Dollar eingezahltem Kapital wurden 44,1 Milliarden US-Dollar Substanz und zusätzlich rund 29 Milliarden US-Dollar an Ausschüttungen an die Universität.
Warum sich das Modell nicht eins zu eins kopieren lässt und wie ein realistisches „Yale-Light“-Portfolio für Stiftungen, Wohlfahrtsfonds und Family Offices im DACH-Raum aussehen kann, lesen Sie im vollständigen Whitepaper.
Drei Erkenntnisse, die überraschen
- Die Doppel-Bilanz ist der eigentliche Maßstab: Aus 1,3 Milliarden US-Dollar Startkapital (1985) und rund 6 Milliarden US-Dollar an kumulierten Netto-Zuflüssen sind 44,1 Milliarden US-Dollar Substanz plus rund 29 Milliarden US-Dollar an Ausschüttungen geworden, in Summe rund 73 Milliarden US-Dollar Gesamtleistung für die Trägerinstitution. Das entspricht dem Zehnfachen des jemals eingesetzten Kapitals.
- Die Ausschüttungsregel schlägt die Allokation: Yale koppelt das Universitätsbudget über eine 80/20-Formel bewusst vom Jahresergebnis ab. Nach dem Verlust von 24,6 % im Geschäftsjahr 2009 wurde die Ausschüttung nicht schlagartig gekürzt, sondern über mehrere Jahre schrittweise angepasst. 2025 finanzierte das Endowment mit rund 2,1 Milliarden US-Dollar etwa ein Drittel des Universitätsbudgets von über 6 Milliarden US-Dollar.
- Zugang lässt sich nicht nachbauen: Die Portfoliostruktur mit gut 70 % Alternatives ist prinzipiell replizierbar, der Anker-Investoren-Status nicht. Yale hat diese Position über vier Jahrzehnte bei mehreren Top-Quartil-Häusern der ersten Fondsgeneration aufgebaut und erhält damit Zugang zu Deals, die anderen Investorengruppen verschlossen bleiben. Die Manager-Persistenz ist im Venture-Capital-Segment empirisch gut belegt. Für Buyout-Fonds zeigt die neuere Literatur, dass sie mit der Reife der Branche deutlich abgenommen hat.
Mehr zu den Findings und zur Einordnung für institutionelle Investoren im DACH-Raum erklärt Dr. Josef Obergantschnig im Interview mit e-fundresearch.com Chefredakteur Simon Weiler:
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