Solides Managed Futures-Exposure zum Kampfpreis: Wie DBi die Hedgefonds-Welt aufmischt

Mit seinem regelbasierten Replikationsansatz bietet DBi einen neu gedachten Zugang zu Managed-Futures-Strategien – liquide, transparent und deutlich günstiger als klassische Hedgefonds-Lösungen. Im Gespräch mit e-fundresearch.com erläutert Co-Gründer Mathias Mamou-Mani, wie DBi institutionelle Strategien demokratisieren will. Funds | 04.04.2025 10:45 Uhr
Mathias Mamou-Mani, Managing Member & co-PM bei DBi / © e-fundresearch.com / DBi
Mathias Mamou-Mani, Managing Member & co-PM bei DBi / © e-fundresearch.com / DBi

Hedgefonds-DNA, neu gedacht

Dynamic Beta investments (DBi) wurde 2012 in New York von Andrew Beer und Mathias Mamou-Mani gegründet – mit dem Ziel, institutionellen wie privaten Anlegern eine effizientere Form alternativer Anlagestrategien anzubieten. Statt auf illiquide, teure und schwer verständliche Hedgefonds zu setzen, repliziert DBi systematische Trendfolge-Modelle großer CTA-Manager in liquiden, transparenten Strukturen.

„Uns ging es nie darum, einzelne Fonds zu kopieren, sondern die zugrunde liegenden Risikoprämien effizient und investierbar zu machen“, so Mamou-Mani gegenüber e-fundresearch.com. „Wenn 80 bis 90 Prozent der Performance vieler CTAs durch dieselben systematischen Positionierungen entstehen, dann stellt sich die Frage: Warum nicht genau diesen Kern replizieren – ohne die typischen Kostenstrukturen?“

Vom Family Office zur Milliardenmarke

Zunächst fokussierte sich DBi auf Family Offices in den USA. Die Strategie: Alternative Renditetreiber in vereinfachter Struktur verfügbar machen. „Diese Investoren wollten die Vorteile von Hedgefonds – aber ohne deren Komplexität und Kosten. Unser Ansatz war: gleiche Zielsetzung, aber mit vollständiger Liquidität, Transparenz und regulatorischer Klarheit.“

Der große institutionelle Durchbruch kam 2015 mit SEI Investments. „Sie suchten gezielt nach einem Ersatz für klassische Hedgefonds-Investments – mit Fokus auf Replikation systematischer Strategien. Das war ein entscheidender Moment für uns.“

Mittlerweile verwaltet DBi mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar in Liquid Alternatives Strategien, davon allein der in den USA gelistete ETF „iMGP DBi Managed Futures Strategy ETF“ über 1,2 Milliarden US-Dollar – Tendenz steigend. Das Produkt ist laut Mamou-Mani „der mit Abstand größte Managed-Futures-ETF auf dem US-Markt“ und bietet ein tägliches, regelbasiertes Exposure zu den größten CTA-Strategien der Welt.

Zugang für europäische Investoren

Auch in Europa ist DBi bereits seit mehreren Jahren präsent – mit einem UCITS-konformen Fonds, ebenfalls in Kooperation mit iM Global Partner. „Der Fonds repliziert dieselbe Strategie wie unser US-ETF. Die zugrunde liegenden Positionen und Modelle sind identisch – nur die regulatorische Verpackung unterscheidet sich“, betont Mamou-Mani.

Neu hinzugekommen ist nun ein zweites Vehikel: ein aktiver ETF nach europäischem Standard, ebenfalls in Zusammenarbeit mit iM Global Partner. Das Produkt wurde im März 2025 lanciert und bietet dieselbe Strategie wie der UCITS-Fonds – jedoch im kosteneffizienten, börsengehandelten Format. „Das ist für viele Anleger ein attraktiver Zugangspunkt: liquide, transparent, täglich handelbar – und mit einer TER, die deutlich unter den typischen Hedgefonds-Gebühren liegt.“

Managed Futures: Strategische Beimischung statt Timing

Mamou-Mani warnt davor, Managed Futures taktisch zu timen: „Viele Investoren neigen dazu, auf vergangene Performance zu reagieren. 2022 war ein starkes Jahr für Trendfolger – also stiegen viele erst 2023 ein, als die Trendstärke nachließ. Dabei sollte diese Strategie eher als strategische Allokation betrachtet werden – vergleichbar mit Gold.“

Gerade in Jahren ohne starke Markttrends würden klassische CTAs oft geringe oder negative Renditen erzielen. „Unser Modell hat in diesen Phasen gezeigt, dass wir durch selektives, reduziertes Trading etwas robuster abschneiden können. Dennoch bleibt der langfristige Nutzen entscheidend – nicht das kurzfristige Alpha.“

Effizient statt überkomplex

Der Vergleich mit anderen quantitativen Häusern fällt bewusst nüchtern aus: „Wir wollen keine unnötige Komplexität. Viele Häuser werben mit Modellen, die nur noch für promovierte Physiker verständlich sind – aber am Ende ähnliche Ergebnisse liefern wie einfache Replikationsmodelle“, meint Mamou-Mani. „Wir sehen uns eher als effiziente Infrastruktur für Investoren, die sich nicht im Managervergleich verlieren wollen.“

Die Performance belegt diesen Anspruch: „Wenn man sich die großen CTA-Indizes ansieht, liegen wir über Fünf-Jahres-Zeiträume auf Augenhöhe – mit weniger Kosten, höherer Liquidität und mehr Transparenz.“

ESG-konformes CTA-Exposure in Vorbereitung

Für die nahe Zukunft plant DBi eine neue, ESG-konforme Version der Managed-Futures-Strategie. „Einige institutionelle Kunden wünschen sich den Ausschluss bestimmter Rohstoffsegmente oder sektorspezifischer Positionen. Da unsere Strategie flexibel ist, können wir diese Anforderungen umsetzen – ohne die Struktur grundlegend zu verändern.“

Fazit: Die Demokratisierung der Hedgefonds-Welt ist in vollem Gange

Mit Replikation statt Selektion, ETFs statt Offshore-Fonds und einem klaren Fokus auf Effizienz und Verständlichkeit positioniert sich DBi als Brückenbauer zwischen institutioneller Alternative und breiter Anlegerschaft.

„Wir versuchen nicht, Hedgefonds zu ersetzen – aber wir wollen ihre Vorteile demokratisieren“, so Mamou-Mani. „Ein diversifizierter, regelbasierter Zugang zu Managed Futures sollte nicht exklusiv bleiben. Mit den passenden Vehikeln kann jeder Anleger – ob privat oder institutionell – davon profitieren.“

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