- Europas ETF-Markt sammelte im Juni 2026 netto 39,5 Mrd. Euro ein, das verwaltete Vermögen erreichte mit 3.099,5 Mrd. Euro einen Rekord.
- Aktien-ETFs dominierten (+30,7 Mrd. Euro), Anleihe-ETFs folgten (+7,6 Mrd. Euro); stärkste Kategorien waren Equity Global und Equity U.S.
- Equity Europe lag mit 2,0 Mrd. Euro Abfluss den dritten Monat in Folge im Minus.
- iShares blieb absatzstärkster Anbieter (+10,6 Mrd. Euro); bestverkaufter Einzelfonds war der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF.
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Rekordvermögen von 3,1 Billionen Euro
Der europäische Markt für Exchange Traded Funds hat im Juni 2026 einen neuen Höchststand markiert. Nach Daten des European ETF Industry Review von LSEG Lipper flossen der Anlageklasse im Monatsverlauf geschätzte 39,5 Mrd. Euro an Netto-Neugeldern zu. Das verwaltete Vermögen kletterte damit zum Monatsende auf einen Rekordwert von 3.099,5 Mrd. Euro, nach 3.025,0 Mrd. Euro Ende Mai. Von dem Zuwachs in Höhe von 74,5 Mrd. Euro entfielen 39,5 Mrd. Euro auf die Zuflüsse und 35,0 Mrd. Euro auf die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Märkte.
Aktien dominieren, Equity Europe bleibt im Minus
Getragen wurde das Neugeschäft klar von Aktien-ETFs, in die 30,7 Mrd. Euro flossen, gefolgt von Anleihe-ETFs mit 7,6 Mrd. Euro. Auf Ebene der Lipper-Klassifikationen führte Equity Global mit 14,6 Mrd. Euro das Feld an, vor Equity U.S. mit 10,9 Mrd. Euro. Bemerkenswert ist die Kehrseite: Mit Abflüssen von 2,0 Mrd. Euro war Equity Europe die Kategorie mit den höchsten Mittelabflüssen und damit bereits den dritten Monat in Folge im Minus, obwohl europäische Aktien im Bewertungsvergleich günstiger erscheinen als ihre US-Pendants.
Tabelle 1: ETF-Zuflüsse nach Anlageklasse (Juni 2026)
| Anlageklasse | Netto-Zufluss Juni 2026 |
|---|---|
| Aktien | +30,7 Mrd. Euro |
| Anleihen | +7,6 Mrd. Euro |
| Geldmarkt | +0,9 Mrd. Euro |
| Alternatives | +0,2 Mrd. Euro |
| Rohstoffe | +0,1 Mrd. Euro |
| Mixed Assets | –0,04 Mrd. Euro |
| Gesamt | +39,5 Mrd. Euro |
Quelle: LSEG Lipper, European ETF Industry Review, Juni 2026. Werte gerundet.
iShares führt das Anbieterfeld an
Bei den Anbietern setzte sich die hohe Konzentration des Marktes fort. iShares war mit 10,6 Mrd. Euro der absatzstärkste ETF-Promoter in Europa, vor Vanguard mit 5,0 Mrd. Euro und Amundi ETF mit 4,8 Mrd. Euro. Auf Einzelfondsebene führte erneut der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF die Rangliste an, der geschätzte 3,5 Mrd. Euro einsammelte, gefolgt vom BNP Paribas Easy S&P 500 II UCITS ETF mit 3,1 Mrd. Euro.
Tabelle 2: Die absatzstärksten ETF-Anbieter in Europa (Juni 2026)
| # | Anbieter | Netto-Zufluss Juni 2026 |
|---|---|---|
| 1 | iShares | +10,6 Mrd. Euro |
| 2 | Vanguard | +5,0 Mrd. Euro |
| 3 | Amundi ETF | +4,8 Mrd. Euro |
| 4 | State Street SPDR | +4,6 Mrd. Euro |
| 5 | Xtrackers | +4,6 Mrd. Euro |
| 6 | Invesco | +3,3 Mrd. Euro |
| 7 | BNP Paribas Easy ETF | +1,4 Mrd. Euro |
| 8 | JPMorgan | +0,7 Mrd. Euro |
| 9 | Dimensional | +0,6 Mrd. Euro |
| 10 | HSBC | +0,5 Mrd. Euro |
Quelle: LSEG Lipper, European ETF Industry Review, Juni 2026.
Stimmungswechsel durch fallende Ölpreise
Das Umfeld war von einem Stimmungswechsel geprägt. Nach der von der Nahost-Zuspitzung ausgelösten Energiepreisrally gaben die Ölpreise im Monatsverlauf deutlich nach, nachdem die USA und Iran am 18. Juni eine Absichtserklärung zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz unterzeichnet hatten. Während die US-Notenbank ihre Zinsen unverändert ließ und eine abwartende Haltung einnahm, hob die EZB die Zinsen an. Inflations- und Zinserwartungen blieben laut Report der zentrale Belastungsfaktor, insbesondere am langen Ende der Zinskurve.
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