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Afrika-Fondsmanager Bou-Diab im Interview: "Reformbereitschaft ist essentiell"

e-fundresearch sprach mit Malek Bou-Diab, Fondsmanager des Bellevue Funds (Lux) - BB African Opportunities, über seine Passion für afrikanische Aktienmärkte, den Umgang mit Rohstoffzyklen und die bisherigen Auswirkungen des Faktors "Donald Trump". Managers | 21.06.2017 14:00 Uhr
Malek Bou-Diab, Bellevue Funds (Lux) - BB African Opportunities
Malek Bou-Diab, Bellevue Funds (Lux) - BB African Opportunities
e-fundresearch.com: Herr Malek Bou-Diab, Sie sind Portfoliomanager des Bellevue Funds (Lux) - BB African Opportunities (LU0433847240): Welche Verantwortungen übernehmen Sie im Rahmen des Fondsmanagements und seit wann sind Sie für diese Strategie verantwortlich? Malek Bou-Diab: Ich bin seit Auflegung im Juni 2009 als Lead Portfolio Manager für den Fonds zuständig und damit für sämtliche Investitionsentscheide verantwortlich. 

e-fundresearch.com: Was steckt hinter Ihrer persönlichen Passion für afrikanische Aktienmärkte? Wie passt dieses Anlagethema zum Hause Bellevue?

Malek Bou-Diab: Bellevue Asset Management fokussiert sich allgemein auf Nischen-Märkte, die über ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial verfügen. Ein Kriterium, das die afrikanischen Aktienmärkte ganz klar erfüllen. Wir suchen nach Opportunitäten, die nur von wenigen Investoren konsequent und systematisch abgedeckt werden. Ich persönlich bin vom enormen Potenzial überzeugt und mich fasziniert die Diversität, die der afrikanische Kontinent den Investoren bietet.

e-fundresearch.com: Wie würden Sie die Fondsphilosophie des Bellevue Funds (Lux) - BB African Opportunities in einem Satz beschreiben?

Malek Bou-Diab: Wir investieren in Länder, die durch strukturelle Reformen ihr wirtschaftliches Potenzial ausschöpfen wollen und in Firmen, die aus den sich daraus bietenden Möglichkeiten effizient und fair Erträge generieren.       

e-fundresearch.com: In den Jahren 2015 und 2016 mussten die afrikanischen Märkte durchaus signifikante Korrekturen verzeichnen, von denen man sich immer noch nicht vollständig erholen konnte: Waren es ausschließlich die Preisverfälle an den Rohstoffmärkten, die diese Korrekturen auslösten, oder steckte doch noch mehr dahinter?

Es wurde leider in den letzten fünf bis zehn Jahren zu wenig geleistet um die Wirtschaft produktiver, effizienter und diversifizierter zu gestalten.

Malek Bou-Diab: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Rohstoffpreise eine wichtige Rolle bei den wirtschaftlichen Zyklen in Afrika spielen. Es wurde leider in den letzten fünf bis zehn Jahren zu wenig geleistet um die Wirtschaft produktiver, effizienter und diversifizierter zu gestalten. Dazu kam, dass viele Investoren viel zu hohe kurzfristige Erwartungen hatten.

e-fundresearch.com: Welche persönlichen Lehren haben Sie aus diesen – sicherlich herausfordernden -Markphasen ziehen können?

Malek Bou-Diab: Die Auswirkung der Rohstoffpreise auf die afrikanischen Märkte konnten wir sehr gut einschätzen und waren dabei antizyklisch positioniert. Das hat uns noch mehr ermutigt uns auf die eigenen Analysen zu verlassen. Wir waren aber zu optimistisch was die Implementierung von strukturellen Reformen betrifft. Es braucht alles wegen der politischen und sozialen Komplexität viel mehr Zeit als erwartet.

e-fundresearch.com: Sie sind selbst regelmäßig in Afrika und im Dialog mit Unternehmen und anderen Marktteilnehmern: Wie schätzen Sie die Lage aktuell ein? Sind Anzeichen für eine nachhaltige Rückkehr eines positiven Momentums erkennbar?

Malek Bou-Diab: Den Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise haben wir hinter uns, aber die Bedingung für ein starkes Wachstum, dass nötig ist um die Lebensbedingungen der Afrikaner zu verbessern, sind noch nicht vorhanden. Gewisse Länder wie Ägypten haben angefangen mutige Reformen einzuführen aber mehr ist erforderlich und die Regierungen müssen in diesem Bezug eine gewisse Konsistenz bei den Reformen aufweisen.

e-fundresearch.com: Welche Segmente des afrikanischen Marktes empfinden Sie derzeit am vielversprechendsten?

Malek Bou-Diab: Wir mögen Länder wie Marokko und Ägypten, weil die Regierungen einen gewissen Willen aufweisen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Investitionen werden dadurch angekurbelt und Firmen im Bereichen der Infrastruktur, Finanzen und Immobilien finden interessante und nachhaltige Wachstumsquellen.    

e-fundresearch.com: …und um welche Bereiche machen Sie derzeit lieber einen größeren Bogen?

(...)Ein solcher Ansatz ist jedoch nicht nachhaltig, denn für eine langfristig intakte Entwicklung muss in Infrastruktur investieren werden.

Malek Bou-Diab: Länder, die nach der Krise ungenügende wirtschaftliche Reformen implementieren, interessieren uns nicht. Kurzfristig sieht man in einem Land wie Nigeria eine positive Marktentwicklung. Die Risiken im Fall einer Enttäuschung sind aber sehr gross. Wir sind auch sehr vorsichtig mit den hohen Bewertungen des Konsums-Sektors gegenüber anderen Sektoren, die investitionsorientiert sind. Diese Bewertung deutet darauf hin, dass in Afrika ausschliesslich konsumiert und nicht investiert oder produziert wird. Ein solcher Ansatz ist jedoch nicht nachhaltig, denn für eine langfristig intakte Entwicklung muss in Infrastruktur investieren werden.

e-fundresearch.com: Wie wirkt sich der „Faktor Donald Trump“ eigentlich auf die afrikanischen Märkte aus? Ist hier bereite eine gewisse Tendenz erkennbar?

Malek Bou-Diab: Es ist zu früh um einen Faktor „Donald Trump“ in Afrika nachweisen zu können. Die besseren Beziehungen zwischen der neuen US-Administration und der El Sisi Regierung in Ägypten hat unter Umständen zu mehr Optimismus gegenüber diesem Markt geführt.. Trump will aber auch in Afrika Hilfsgelder kürzen, davon hat der Kontinent aber noch nichts zu spüren bekommen.  

e-fundresearch.com: Warum sollten sich Investoren gerade jetzt mit diesem Anlagethema auseinandersetzen? Und über welchen Anlagehorizont sollten Investoren idealerweise verfügen?

In den nächsten ein bis zwei Jahren ist es meines Erachtens realistisch, dass sich die Kurse wieder erholen.

Malek Bou-Diab: Einerseits hat die globale Liquiditätsflut die meisten afrikanischen Märkte noch nicht wirklich getroffen. Dies sollte aber irgendwann der Fall sein, da die Politik der Notenbanken weiterhin locker sein dürfte. Anderseits werden die implementierten Reformen in gewissen Ländern ihre Früchte bringen. In den nächsten ein bis zwei Jahren ist es meines Erachtens realistisch, dass sich die Kurse wieder erholen.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bou-Diab!

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