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Drei Jahre Track Record und über eine halbe Milliarde Euro an Assets under Management (AuM): Die Strategie von Lazard Asset Management, den skandinavischen Hochzinsmarkt für internationale Investoren zu erschließen, ist voll aufgegangen. Anlässlich dieses Meilensteins trafen wir Fondsmanager Daniel Herdt zum Strategie-Update mit Lazard Asset Management Österreich Country Head Horst Mathä im Wiener Office des internationalen Vermögensverwalters.
e-fundresearch.com: Herr Herdt, als Sie mit der Strategie 2022 gestartet sind, war High Yield bei vielen Investoren keine bevorzugte Assetklasse und ganz generell haben viele Investoren damals ein schmerzvolles Fixed Income Jahr verdauen müssen. Nun haben Sie in drei Jahren die 500-Millionen-Euro-Marke durchbrochen und Investoren über diesen Zeitraum knapp 30% Rendite erwirtschaftet. Hätten Sie mit dieser Dynamik gerechnet?
Daniel Herdt: Planen lässt sich ein solches Wachstum schwer, aber erhofft haben wir es uns natürlich. Dass wir die 500 Millionen Euro so zügig erreichen, hat auch mich positiv überrascht. Wir begannen seinerzeit mit den Erstinvestitionen einiger langjähriger Kunden und mussten uns jeden weiteren Euro an Mittelzuführung hart erarbeiten. Gerade die ersten 1,5 Jahre waren zäh, da wir viel Aufklärungsarbeit leisten mussten. Aber wir hatten starken Rückhalt im europäischen Vertrieb und sobald die Performance für sich selbst sprach und wir den Status der „Early Adopter“-Tranche geschlossen haben, nahm das Interesse exponentiell zu. Innerhalb von sechs Wochen hatten wir das Volumen damals fast verdoppelt.
e-fundresearch.com: Wie setzt sich Ihre Investorenbasis heute zusammen? Haben Sie Klumpenrisiken?
Daniel Herdt: Nein, und das ist für uns der eigentliche Erfolg neben dem reinen Volumen. Wir profitieren von einer sehr gesunden Granularität. Unser größter Einzelinvestor liegt unter der 10%-Grenze, die Top-5-Kunden machen keinen dominanten Anteil aus. Die Basis reicht von Pensionsfonds und Versicherungen über Banken-Depots (Depot A und B) bis hin zum Retail-Segment. Besonders bemerkenswert ist für uns, dass wir mittlerweile signifikante Zuflüsse von skandinavischen Investoren selbst verzeichnen. Wir legen aktuell sogar eine NOK-Anteilsscheinklasse auf um der Nachfrage gerecht werden zu können..

e-fundresearch.com: Das überrascht auf den ersten Blick. Warum allokieren nordische Investoren in einen Nordic High Yield Fonds aus Frankfurt statt bei lokalen Anbietern?
Daniel Herdt: Das liegt unserer Einschätzung nach primär an unserer Unabhängigkeit. Viele lokale Akteure haben einen gewissen „Home Bias“ – schwedische Häuser kaufen tendenziell schwedische Titel, norwegische eher norwegische. Wir agieren hier völlig agnostisch und wählen rein nach dem besten Risiko-Rendite-Profil aus. Zudem führen wir als reiner Asset Manager kein eigenes Handelsbuch und begleiten somit auch keine Anleiheemissionen (Debt Capital Markets). Es gibt bei uns keine Interessenkonflikte; wir sitzen immer auf derselben Seite des Tisches wie unsere Investoren. Einige Wettbewerber sind auf beiden Seiten des Deals aktiv, was Investoren und insbesondere Großanleger mitunter durchaus kritisch sehen.
e-fundresearch.com: Lassen Sie uns auf die Assetklasse blicken. Was unterscheidet „Nordic Yield“ strukturell vom breiten europäischen High-Yield-Markt?
Daniel Herdt: Es sind vor allem zwei Faktoren: Die Prämie und die Zinsstruktur. Wir sprechen von der „Nordischen Prämie“ – historisch können wir etwa 200 Basispunkte höhere Risikoprämien einkaufen als im traditionellen Euro-High-Yield. Aktuell liegen wir sogar bei rund 230 Basispunkten darüber. Wichtig ist zu verstehen, woher diese Prämie kommt: Sie ist keine Kompensation für schlechtere Bonität, sondern vornehmlich eine Komplexitätsprämie. Die Unternehmen sind oft kleiner (Micro bis Small Cap) und emittieren Tranchen von 20 bis 130 Millionen Euro – zu klein für die riesigen globalen Fonds, aber perfekt für uns. Der zweite Punkt ist technischer Natur: Der nordische Markt besteht fast ausschließlich aus variabel verzinslichen Anleihen (Floating Rate Notes). Wir haben praktisch keine Duration. Das Zinsänderungsrisiko ist daher zu vernachlässigen, was für ein strukturell besseres Sharpe Ratio sorgt, und die Volatilität dämpft.
e-fundresearch.com: Die skandinavischen Länder gelten global als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Gleichzeitig ist der High-Yield-Markt dort historisch stark von Energie und Schifffahrt geprägt. Wie gehen Sie mit diesem Spannungsfeld um? Ist der Fonds Artikel 8 konform?
Daniel Herdt: Ja, wir managen den Fonds als Artikel-8-Produkt gemäß SFDR. Das ist für unsere institutionellen Kunden mittlerweile Hygienefaktor. Die Nordics machen es uns hier aber leicht: Die Transparenz und Governance-Standards sind hoch, oft besser als in anderen globalen Regionen. Wir schließen gewisse Sektoren nicht pauschal aus – wir investieren beispielsweise in Energie –, aber wir achten sehr genau auf den Pfad der Transition. Viele unserer Emittenten im Energie-Service-Bereich stellen ihr Geschäftsmodell aktiv auf Erneuerbare um, etwa von Öl-Plattform-Wartung hin zu Offshore-Windkraft. Diesen Wandel zu finanzieren, halten wir für sinnvoller, als die Sektoren komplett zu ignorieren.

e-fundresearch.com: 2025 war geopolitisch unruhig, und im Herbst gab es auch im nordischen Markt eine Konsolidierung. Wie fällt Ihr Fazit für das laufende Jahr aus?
Daniel Herdt: Wir haben im Herbst tatsächlich einen „Soft Patch“ gesehen. Year-to-Date liegen wir bei knapp 5 Prozent Rendite – das ist solide, liegt aber etwas unter unserern Erwartung zu Jahresbeginn, die eher bei 6 bis 8 Prozent lag. Der Grund war jedoch nicht fundamentaler Natur, sondern ein technisches „Überangebot“. Wir haben nach dem Sommer ein absolutes Rekordvolumen an Neuemissionen gesehen – fast 300 Milliarden NOK. Das hat die Spreads kurzzeitig ausgeweitet, weil der Markt diese Menge erst verdauen musste. Aber: Fundamental sind die meisten Unternehmen gesund, die Ausfallraten sinken tendenziell. Der Rücksetzer im September und Oktober war also technisch getrieben, was für neue Investoren jetzt eine attraktive Einstiegsbasis schafft. Außerdem muss man festhalten, dass trotz Seitwärtsentwicklung des Marktes in den letzten Wochen, die Performance auf Gesamtjahresebene in etwa traditionellem High Yield entspricht. Aus unserer Sicht unterstreicht dies einmal mehr die Resilienz des Nordischen High Yield Segments.
e-fundresearch.com: Was bedeutet diese Entwicklung für Ihr Basisszenario 2026?
Daniel Herdt: Wir gehen mit einer sehr gesunden Ausgangslage ins neue Jahr. Während traditionelle Euro-Unternehmensanleihen historisch teuer bewertet sind, liegen wir im Norden bei den Spreads über dem Langzeitdurchschnitt. Die relative Attraktivität ist also gestiegen. Da sich auch die Emissionsflut normalisieren dürfte, erwarten wir ein klassisches „Carry Year“. Aktuell weist unser Portfolio eine Euro-gesicherte Rendite von rund 8 Prozent auf. Wir sind daher sehr zuversichtlich, 2026 wieder am oberen Ende unserer Renditeerwartungen zu landen.
e-fundresearch.com: Sie managen das Portfolio aktiv. Wo weichen Sie aktuell am stärksten vom Marktkonsens ab?
Daniel Herdt: Wir sind derzeit massiv untergewichtet im Immobiliensektor (Real Estate). Der Sektor hat 2024 eine unglaubliche Rallye hingelegt – fast 44 Prozent Plus im Sektor –, die wir intern teilweise als „Schrottrallye“ bezeichnet haben, weil alles gestiegen ist, unabhängig von fundamentaler Qualität. Aktuell ist uns das Segment zu teuer; es findet kaum noch eine Differenzierung zwischen guten und schlechten Bilanzen statt. Wir halten unser Pulver hier trocken. Auch bei Seafood sind wir vorsichtig. Biologische Probleme in den Lachsfarmen und wärmere Gewässer drücken auf die Margen, zudem ist der Sektor anfällig für mögliche US-Handelszölle.

e-fundresearch.com: Ein häufiger Vorbehalt gegenüber Nordic High Yield ist das Fehlen von externen Ratings bei vielen Emittenten. Gehen Sie hier höhere Risiken ein?
Daniel Herdt: Das ist wohl das hartnäckigste Vorurteil gegenüber der Assetklasse. „Kein Rating“ ist nicht gleichbedeutend mit „schlechte Qualität“. Nordische Unternehmen finanzieren sich lokal – für sie rechnen sich die hohen Kosten eines Ratings von S&P oder Moody’s schlicht nicht. Wir führen unsere Kreditanalyse vollständig in-house durch und legen diese Daten unseren Kunden auch offen. Wir können zeigen, dass die Verschuldungsgrade oft moderater sind als im breiten US- oder Euro-High-Yield-Markt. Zudem setzen wir auf hohe Diversifikation: Wir halten stets zwischen 100 und 140 Emittenten. Selbst wenn ein Unternehmen in schweres Fahrwasser kommt – was im High Yield Segment passieren kann –, ist das Portfolio durch die breite Streuung geschützt.
e-fundresearch.com: Was aber, wenn einer der über 100 Emittenten doch einmal in Schieflage gerät? Haben Sie automatische Verkaufsregeln, um Verluste zu begrenzen?
Daniel Herdt: Nein, wir halten nichts von starren Regeln wie „Verkauf bei Kurs unter 80“. Wir wollen keine „Forced Sellers“ sein. Sofern ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, schauen wir uns die spezifische Situation an und entscheiden vor dem Hintergrund der jeweiligen Rahmenbedingungen. Sind wir vom Recovery-Case überzeugt? Ist die Substanz werthaltig? In der Vergangenheit haben wir in solchen Phasen teilweise sogar nachgekauft und Restrukturierungen begleitet, was sich am Ende für unsere Investoren ausgezahlt hat. Wir entscheiden fallbasiert, nicht auf Basis starrer Vorgaben.
e-fundresearch.com: Das Investoreninteresse ist trotz des bereits ansehnlichen AUM-Wachstums weiterhin stark vorhanden, von weiteren Zuflüssen ist auszugehen: Wo sehen Sie die Kapazitätsgrenze für die Strategie?
Daniel Herdt: Wir legen großen Wert auf gesundes Wachstum. Aktuell steuern wir auf die 600 Millionen Euro zu und die Pipeline ist gut gefüllt; die 750 Millionen sind in Sichtweite. Wir sind überzeugt, dass im aktuellen Marktumfeld die Kapazitätsgrenze noch in deutlicher Ferne liegt.
e-fundresearch.com: Herr Herdt, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.
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Disclaimer: Dies ist ein Advertorial. Die im Interview getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Fondsmanagers zum Zeitpunkt des Interviews (Dezember 2025) wider.