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Das Marktumfeld zu Beginn des Jahres 2026 präsentiert sich als ein Balanceakt zwischen robustem Wachstum und historisch ambitionierten Bewertungen. Als offizieller Auftakt für die Strategien an den Rentenmärkten versammelte das e-fundresearch.com Fixed Income Forum führende Experten, um die Weichen für das neue Anlagejahr zu stellen. Erick Muller von Muzinich & Co. zeichnete dabei ein Bild von „reifen“ Zyklen und der Notwendigkeit einer aktiven Allokation.
Ein reifer Wirtschaftszyklus trifft auf Normalisierung
Laut Muller befindet sich die Weltwirtschaft in einem robusten, wenn auch bereits fortgeschrittenen Zyklus. „Wir sehen einen wirtschaftlichen Zyklus, der durch kraftvolle zyklische Motoren gestützt wird“, so Muller. Dennoch warnt er vor strukturellen Hürden, die das BIP-Wachstum begrenzen könnten. Ein entscheidender Faktor sei dabei die Inflationsentwicklung: „Die globale Inflation, wie wir sie nach 2022 erlebt haben, ist weitgehend überwunden. Wir befinden uns in einer Phase der Normalisierung.“
Während die USA aufgrund der verzögerten Auswirkungen von Zöllen eine Ausnahme bilden könnten und Japan einen eigenen Zyklus durchläuft, ist der disinflationäre Trend in Europa gefestigt. Für die Rentenmärkte bedeutet dies jedoch auch weniger Rückenwind durch die Geldpolitik als in den Vorjahren.
Credit-Märkte: Starke Fundamentaldaten, enge Bewertungen
Besonderes Augenmerk legte Muller auf die Kreditmärkte. Zwar seien die Fundamentaldaten der Unternehmen weiterhin solide, doch zeichne sich für 2026 eine leichte Abschwächung ab. Der Ertragszyklus bleibe stabil und unterstütze stärkere M&A-Aktivitäten, was jedoch bei Large Caps zu einer höheren Verschuldung führen könnte. „Wir erwarten eine gute Entwicklung der Ausfallraten, aber die technischen Faktoren müssen sich 2026 einem höheren Emissionsvolumen stellen“, erklärte Muller im Hinblick auf das steigende Angebot an Investment-Grade-Titeln.
Die größte Herausforderung für Investoren sieht der Experte in den Bewertungen: „Man muss es klar sagen: Die Bewertungen sind eng. Wir sind mit noch engeren Spreads konfrontiert als im letzten Jahr.“ In einem solchen Umfeld steige die potenzielle Volatilität, was Diversifikation und einen klaren Fokus auf den „Carry“ unabdingbar mache.
Die Strategie: Carry und Roll-down
Das Motto für Muzinich & Co. im Jahr 2026 lautet daher: „Roll-Down and Carry on“. Da die Erträge weniger stark aus einer weiteren Einengung der Spreads (Capital Appreciation) resultieren werden, rücken die laufenden Verzinsungen und die Zeitwerteffekte in den Fokus.
„Unsere zentrale These ist es, den Carry zu vereinnahmen und vom Roll-down zu profitieren“, betonte Muller. Konkret bedeutet dies für die Positionierung zum Jahresstart:
- Übergewichtung von Carry: Dies soll insbesondere durch High Yield, Investment-Grade-Tranchen, CLOs (Collateralized Loan Obligations) und kurzlaufende US High Yield Kredite erreicht werden.
- Balance zwischen Euro und USD: Muzinich bevorzugt eine ausgewogene Allokation zwischen den Währungsräumen und sieht kaum einen Wert in Subordinationsrisiken.
- Selektion: Ein Fokus liegt auf europäischen Peripherie-Anleihen und ausgewählten Titeln aus Schwellenländern.
Fazit für institutionelle Investoren
In einem Jahr, das von engen Bewertungen und einem Ende der massiven geldpolitischen Unterstützung geprägt ist, wird die aktive Auswahl entscheidend. Das Fixed Income Forum verdeutlichte: Renditepotenziale sind 2026 vorhanden, erfordern aber Disziplin. Muller resümierte treffend: „Wir müssen uns der engen Bewertungen bewusst sein, wenn wir in Credit investieren, und die Streuung am Markt aktiv nutzen.“
Für B2B-Investoren bleibt die Botschaft klar: Wer 2026 erfolgreich sein will, muss sich auf Fundamentaldaten besinnen und den Fokus konsequent auf Carry-Komponenten legen.
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