Euro-Staatsanleihen im Fokus: Zwischen geopolitischen Risiken und neuen Renditechancen

In einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit und fiskalpolitischer Neuausrichtung rücken europäische Staatsanleihen wieder ins Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit. Massimo Spagnol, Fixed Income Portfolio Manager bei Generali Investments, erläuterte im jüngsten e-fundresearch.com Webinar, warum aktive Selektion und ein tiefes Verständnis makroökonomischer Treiber im Jahr 2026 entscheidend für die Wertschöpfung sind. Managers | 19.02.2026 13:10 Uhr

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Zu Beginn des Jahres 2026 stehen Investoren vor einer komplexen Gemengelage: Internationale Spannungen und genau beobachtete fiskalpolitische Maßnahmen prägen das Bild. Massimo Spagnol, der auf über 15 Jahre Erfahrung im Fixed-Income-Bereich blickt, skizzierte im Webinar eine Welt der Divergenzen. Während die US-Wirtschaft mit einem erwarteten BIP-Wachstum von 2,3% resilient bleibt, zeigt sich die Eurozone mit einer Prognose von 1,3% stabiler, aber schwächer. Ein entscheidender Faktor bleibt die Inflation: Während diese in den USA als „sticky“ gilt, sieht Spagnol sie in der Eurozone mit 1,8% „vollständig unter der Kontrolle der EZB“.

Geldpolitische Pfade und Zinskurven-Strategien

Diese makroökonomische Ausgangslage führt zu unterschiedlichen Erwartungen an die Notenbanken. Während für die Fed im Laufe des Jahres 2026 Zinssenkungen eingepreist werden, erwartet Generali Investments für die EZB ein „Wait-and-See“-Szenario ohne weitere Maßnahmen, nachdem die letzte Senkung im Juni 2025 erfolgte. „Die Leitzinsen dürften das gesamte Jahr 2026 bei 2,0% verankert bleiben“, so Spagnol.

Für das Portfoliomanagement bedeutet dies eine strategische Positionierung entlang der Zinskurve. Bei 10-jährigen Bundesanleihen sieht das Team die Obergrenze der Handelsspanne bei 2,9% bis 3,0%. Vorsicht ist hingegen am langen Ende der Kurve (15 Jahre plus) geboten, wo Generali Investments aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Termprämien und fiskalischer Expansionen eine Untergewichtung vornimmt.

Alpha-Generierung durch Länderauswahl

Ein zentraler Pfeiler des aktiven Ansatzes ist die Länderallokation. „Wir befinden uns seit Mitte 2022 in einem Umfeld der Spread-Verengung, in dem insbesondere Peripherieländer überperformen“, erklärte Spagnol im Vortrag. Besonders konstruktiv zeigt sich der Experte für Italien, Spanien und Griechenland. Italien profitiere von politischer Stabilität und einem Budgetdefizit, das voraussichtlich im Einklang mit den EU-Empfehlungen bei rund 3% liegen wird. Im Gegensatz dazu bleibt die Haltung gegenüber Frankreich defensiv, bedingt durch das schwierige politische Umfeld und fiskalische Herausforderungen.

Aktives Management als Erfolgsfaktor

Die Strategie von Generali Investments ruht auf vier Säulen: Durationsmanagement, Positionierung auf der Zinskurve, Länderallokation und ESG-Integration. „Unser Ziel ist es, durch die Kombination von makroökonomischer Analyse und Relative-Value-Bewertungen Stabilität und langfristige Wertschöpfung zu liefern“, betonte Spagnol.

Dabei setzt das Team auf drei spezialisierte Lösungen:

  • Generali Euro Bond (LU0145476148): Das Flaggschiff mit rund 3 Mrd. Euro AUM ohne Laufzeitenbeschränkung.
  • Generali Euro Bond 1-3Y (LU0396183112): Fokus auf das kurze Ende der Kurve für Anleger, die geringere Volatilität suchen.
  • Generali Euro Short Term Bond: Für Laufzeiten bis zu einem Jahr.

Alle Strategien sind gemäß Artikel 8 der SFDR-Verordnung klassifiziert. „Für uns ist es essenziell, das Anlageuniversum nicht nur finanziell, sondern auch hinsichtlich des ESG-Profils und des Sovereign Warming Potentials zu bewerten“, so Spagnol abschließend. In einem volatilen Marktumfeld bleibt die Staatsanleihe somit das, was sie für Generali Investments immer war: „Ein essenzieller Baustein für jeden Portfolioaufbau“.

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