e-fundresearch.com: Lassen Sie uns kurz mit einem Elevator Pitch starten: Welche Idee und Motivation stecken hinter dem Konzept des Aramea Aurora Equity?
Lars Dollmann: Europas Wachstum entsteht zunehmend außerhalb der etablierten Kernmärkte und insbesondere in Zentral- und Osteuropa sowie angrenzenden Märkten. Dieses Wachstum war für Investoren bislang jedoch kaum gezielt investierbar. Genau hier setzen wir mit dem Aramea Aurora Equity an.
„Osteuropa+“, so nennen wir die Region inklusive ausgewählter angrenzender Wachstumsmärkte, vereint überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, vergleichsweise niedrige Staatsverschuldung und substanzielle EU-Investitionsprogramme mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen wie geringeren Lohn- und Energiekosten sowie moderaterer Besteuerung. Gleichzeitig profitieren viele Länder vom Zugang zum EU-Binnenmarkt, von Nearshoring- und Deglobalisierungstendenzen sowie von strategisch wichtigen Rohstoffvorkommen. Was in Westeuropa als industriepolitische Herausforderung diskutiert wird, wird in Osteuropa zunehmend zur Chance beispielsweise durch die Ansiedlung chinesischer Autobauer und Batteriehersteller.
Trotz dieser strukturellen Treiber ist die Region in vielen Portfolios unterrepräsentiert und häufig nur über breit gestreute Emerging-Markets-Indizes zugänglich. In Deutschland ist faktisch lediglich ein ETF für die Region verfügbar, der eine indexbedingte Länder- und Sektorallokation vorgibt unabhängig von Bewertung, Qualität oder Konjunkturzyklus. Polen macht dort rund 70 Prozent aus, der Bankensektor etwa 50 Prozent. Ein gezielter, aktiver Zugang fehlt bislang. Genau hier setzt der Aramea Aurora Equity an: Wir investieren benchmarkunabhängig, fokussiert und konsequent Bottom-up. Geringe Research-Abdeckung, eine begrenzte Investorenbasis und ineffiziente Bewertungen verstehen wir als strukturelle Alpha-Quelle. Unser Ansatz kombiniert aktives Stockpicking, ein konzentriertes Portfolio und langjährige Osteuropa+-Expertise.
Zugleich sehen wir das aktuelle Umfeld als Positionierungschance vor möglichen zusätzlichen Katalysatoren. Im US-amerikanischen Wirtschafts- und Finanzmagazin Barron’s erschien im Januar ein Artikel, in dem die Ukraine als „the business opportunity of the decade“ bezeichnet wurde. Genau hier möchten wir frühzeitig investiert sein und Investoren diese Möglichkeit eröffnen. Wir haben erlebt, wie viele Verteidigungsfonds aufgelegt wurden, als der Rheinmetall-Kurs bereits bei 1.500 Euro stand. In dieser Analogie wollen wir investieren, wenn der Kurs noch bei 90 Euro steht und nicht erst, wenn die Neubewertung bereits vollzogen ist.
e-fundresearch.com: Für welche Anlegergruppen ist Ihr Fondskonzept Ihrer Meinung nach besonders geeignet? Welche Probleme können dadurch gelöst werden? Welchen Beitrag kann Ihre Strategie in einem breiteren Asset Allocation Kontext leisten?
Lars Dollmann: Der Aramea Aurora Equity richtet sich an chancenorientierte Anleger, die bereit sind, antizyklischer oder frühzyklischer zu investieren und nicht ausschließlich Momentum-getriebenen Strategien zu folgen. Besonders geeignet ist die Strategie für Investoren, die gezielt Emerging-Markets-Exposure aufbauen möchten, dabei jedoch Regionen bevorzugen, die wirtschaftlich und institutionell enger an Europa angebunden sind als viele klassische Schwellenländer und trotzdem starke strukturelle Treiber aufweisen. Gleichzeitig sind diese Märkte wie erwähnt durch geringe Research-Abdeckung, eine überschaubare Investorenbasis und teilweise ineffiziente Bewertungen geprägt. Wer die Alpha-Chancen in weniger effizienten Märkten erkennt und aktives, fokussiertes Stockpicking schätzt, findet im Aramea Aurora Equity ein besonders interessantes Produkt.
Ein wesentliches Problem vieler Portfolios ist die starke Konzentration auf die USA und technologiegetriebene Large Caps. Der Fonds kann hier als Diversifikationsbaustein dienen, indem er Zugang zu wachstumsstarken Volkswirtschaften in und an Europa bietet, die in vielen globalen Allokationen unterrepräsentiert sind. Europa-Exposure ist zwar in vielen Portfolien zu finden, aber kaum zu den im Aramea Aurora Equity repräsentierten Wachstumsmärkten in und um Europa. Der Fonds bietet einen gezielten Zugang zu genau diesen Volkswirtschaften und schließt damit eine Lücke zwischen klassischen Developed-Markets-Strategien und breit gestreuten Emerging-Markets-Indizes, welche üblicherweise ihre Schwerpunkte in Asien und Lateinamerika haben.
Darüber hinaus profitieren Investoren von einem direkten, transparenten Zugang zum Fondsmanagement. Die Strategie wird von deutschen Fondsmanagern verantwortet, die sowohl langjährige Osteuropa+-Expertise als auch Erfahrung mit aktiven, benchmarkunabhängigen Investmentansätzen mitbringen. Der persönliche Austausch und eine hohe Erreichbarkeit stellen dabei einen zusätzlichen Mehrwert dar.
Im breiteren Asset-Allocation-Kontext verstehen wir den Aramea Aurora Equity als sportlichen Satellitenbaustein mit klarer Wachstums- und Alpha-Komponente innerhalb eines breiteren Asset-Allocation-Kontext.
e-fundresearch.com: Was sollten Fondsselektoren beim Vergleich mit Konkurrenz-Strategien innerhalb Ihrer Peer-Group beachten? Worin bestehen Ihrer wichtigsten Alleinstellungsmerkmale?
Lars Dollmann: Fondsselektoren sollten zunächst berücksichtigen, dass es im Bereich Zentral- und Osteuropa nur sehr wenige spezialisierte Investmentmöglichkeiten gibt. In Deutschland ist das Exposure im Grundsatz auf einen einzelnen ETF reduziert, der eine stark indexgetriebene Länder- und Sektorallokation vorgibt. Dieser ist strukturell stark auf Polen konzentriert und weist eine hohe Gewichtung im Bankensektor auf. Ein aktiver, differenzierter Zugang zur gesamten Region fehlt weitgehend.
Der Aramea Aurora Equity versteht sich ausdrücklich nicht als „polnischer Bankenfonds“, sondern investiert fokussiert über die gesamte Region hinweg – und zwar sektorübergreifend und benchmarkunabhängig. Unser Ansatz ist absolut und Bottom-up-getrieben: Wir selektieren Einzeltitel auf Basis fundamentaler Analyse und investieren dort, wo wir unternehmensspezifische Chancen sehen, unabhängig von Indexgewichtungen. Diese Herangehensweise entspricht meiner Erfahrung in Small- und Mid-Cap-dominierten Marktstrukturen, in denen Informationsineffizienzen besonders ausgeprägt sind.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Definition unseres Investmentuniversums. Wir investieren nicht nur in Zentral- und Osteuropa, sondern auch in angrenzende eurasische Wachstumsmärkte, die stark von Rohstoffvorkommen geprägt sind. Gerade im Rohstoffsektor verfüge ich über langjährige Expertise, die ich schon in meine früheren aus Frankfurt und London gemanagten Osteuropa-Strategien erfolgreich integriert habe.
Hinzu kommt unsere gezielte Nutzung sogenannter Crossover-Aktien: Unternehmen, deren wirtschaftliche Treiber klar in Osteuropa+ liegen, die jedoch an westlichen Börsen gelistet sind und damit höheren Transparenz- und Governance-Standards unterliegen. Diese Titel sind in klassischen Osteuropa-Strategien häufig nicht enthalten, bieten aber eine attraktive Kombination aus regionalem Wachstum und westlichen Kapitalmarktstandards.
In Summe vereint die Strategie regionale Expertise, aktives Stockpicking, Benchmarkfreiheit und eine erweiterte Definition des Investitionsuniversums: Eigenschaften, die sie klar von passiven und traditionellen Osteuropa-Produkten unterscheiden.
e-fundresearch.com: Wie schätzen Sie das Potenzial Ihrer Strategie auf mittelfristiger Sicht von 3-5 Jahren ein? Welche Meilensteine wollen Sie in diesem Zeitraum erreichen?
Lars Dollmann: Wir sehen für die kommenden drei bis fünf Jahre ein überdurchschnittliches Potenzial für unsere Strategie. Osteuropa+ vereint strukturelles Wachstum mit im historischen und relativen Vergleich attraktiven Bewertungen. Diese Kombination schafft ein solides Fundament für eine nachhaltige Wertentwicklung unabhängig von kurzfristigen Marktbewegungen. Hinzu kommen die aus unserer Sicht überdurchschnittlichen Alpha-Chancen, die sich aus geringerer Markteffizienz, niedrigerer Analystenabdeckung und einer selektiven Investorenbasis ergeben. Bereits ohne zusätzliche externe Impulse ergibt sich damit ein strukturell attraktives Chance-Risiko-Profil.
Potenzielle taktische Treiber könnten dieses Bild zusätzlich verstärken: Eine nachhaltige Stabilisierung der Türkei nach einer Phase hoher Inflation, eine mögliche stärkere EU-Förderung Ungarns nach einem Politikwechsel oder als bedeutendster Faktor eine wie auch immer geartete Entspannung im Ukraine-Konflikt mit anschließender wirtschaftlicher Normalisierung und Wiederaufbauimpulsen. Diese Entwicklungen wären aus unserer Sicht zusätzliche Beschleuniger, sind jedoch nicht die alleinige Grundlage unseres Investment-Case.
Vor diesem Hintergrund streben wir mittelfristig eine klar über dem breiten europäischen Aktienmarkt liegende Rendite an. Unser Anspruch ist es, den Aramea Aurora Equity in diesem Zeitraum als etablierte Go-To-Strategie für Investitionen in europäische Wachstumsmärkte zu positionieren – mit überzeugender Performance und klarer Differenzierung.
e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch & weiterhin viel Erfolg, Herr Dollmann!
Über Lars Dollmann:
Lars Dollmann verfügt über mehr als 25 Jahre Kapitalmarkterfahrung in Osteuropa. Seine Karriere begann er bei der Deka Investment, wo er zuletzt Emerging-Markets- und Osteuropa-Aktienstrategien mit einem verwalteten Vermögen von rund 2 Mrd. EUR verantwortete. Zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Deka war er zudem in das Emerging-Markets- FX-Overlay sowie in das Credit- und Sovereign-Research eingebunden. Für seine Leistungen wurde er mehrfach international für Osteuropa-Strategien ausgezeichnet. Im Anschluss wechselte er nach London, wo er bei Hedgefonds sowohl fokussierte Long-only- als auch Long/Short-Strategien mit Anlagefokus auf Osteuropa, Westeuropa und globale Aktienmärkte umsetzte. Lars Dollmann ist Diplom-Kaufmann (Studium in Passau und Tel Aviv) und CFA Charterholder.
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