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Der Kampf um die Zukunft Hongkongs

Seit Ende September blockieren Pro-Demokratie-Demonstranten der „Occupy-Central-Bewegung“ das zentral gelegene Geschäftsviertel in Hongkong. Werden die Forderungen der Demonstranten nach freien, direkten Wahlen im Jahr 2017 die Macht des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping beeinträchtigen? Könnte eine mögliche Instabilität internationale Investoren dazu veranlassen, ihre Aktivitäten an einen anderen Markt – etwa nach Singapur – zu verlagern? Und welchen Schaden hat der Ruf des Finanzsektors Hongkongs davongetragen? Markets | 21.11.2014 11:10 Uhr
©  chungking - Fotolia
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Seit Ende September blockieren Pro-Demokratie-Demonstranten der „Occupy-Central-Bewegung“ das zentral gelegene Geschäftsviertel in Hongkong. Von der Kommunistischen Partei Chinas fordern sie, die 1997 zugesagten demokratischen Wahlen jetzt zu ermöglichen. Damals hatte die Partei nach der Rückgabe von Hongkong durch die Briten freie Wahlen versprochen. Obwohl die Demonstrationen an die Studentenproteste auf dem Tian'anmen-Platz vor 25 Jahren erinnern mögen, verlaufen die Auseinandersetzungen mit den Polizeikräften vergleichsweise gewaltfrei. Die Unsicherheit um die Zukunft Hongkongs beunruhigt die dortige Bevölkerung aber ebenso sehr wie die internationale Finanzwelt.

Wie sehr wurde der Ruf Honkongs geschädigt? 

Werden die Forderungen der Demonstranten nach freien, direkten Wahlen im Jahr 2017 die Macht des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping beeinträchtigen? Könnte eine mögliche Instabilität internationale Investoren dazu veranlassen, ihre Aktivitäten an einen anderen Markt – etwa nach Singapur – zu verlagern? Und welchen Schaden hat der Ruf des Finanzsektors Hongkongs davongetragen? Dazu äußern sich Experten für Schwellenländerinvestments von Natixis Global Asset Management.

Jörg Knaf, Executive Managing Director - DACH Countries Member of NGAM International Executive Committee Natixis Global Asset Management 

Jörg Knaf
Jörg Knaf
Während Anleger an der Shanghaier Börse zufrieden auf das laufende Jahr zurückblicken können, ist Hongkong, das Tor zu China, erneut ein Beispiel dafür, wie unvorhersehbare politische Ereignisse sich auf die Finanzmärkte auswirken können. Dies spricht dafür, sich einer Vielfalt unkorrelierter Anlageklassen zu bedienen, anstatt sich von irgendwelchen Indizes oder Benchmarks (ver-)leiten zu lassen. Oder anders gesagt: Mit einem Multi-Asset-Absolute-Return-Ansatz kann man sicher gehen, nicht alles auf eine Karte zu setzen. 

François Théret, Chief Investment Officer Absolute Asia Asset Management 

Peking wird vermutlich einer Reform des jetzigen Wahlrechts in Hongkong nicht zustimmen wollen. Schließlich erklärten Regierungsvertreter erst kürzlich, dass nationale Grundprinzipien nicht verhandelbar seien. Damit könnten sich die Proteste zu einer langwierigen Angelegenheit entwickeln. Das einzig mögliche Zugeständnis könnte darin bestehen, die Zusammensetzung des Nominierungsausschusses nach der 2017 anstehenden Wahl des Regierungschefs zu überprüfen. Dies könnte gegebenenfalls die Grundlage für eine langfristig umzusetzende Wahlrechtsreform bilden. 

Die kurzfristigen Schäden für die Wirtschaft zeigen sich jedoch bereits jetzt: Das Wirtschaftswachstum Hongkongs geht schon seit 2013 zurück. Die jüngsten Entwicklungen dürften diesen Abwärtstrend noch verstärken. Die Umsätze im Einzelhandel sowie im Tourismus sind von dieser Entwicklung ebenso stark betroffen. Beispielsweise hat China Gruppenreisen nach Hongkong eingestellt. Laut der  „Hong Kong Retail Management Association“ sind die Einzelhandelsumsätze während der sogenannten chinesischen „Goldenen Woche“ vom 1. bis zum 5. Oktober zweistellig zurückgegangen. Die Wirtschaftsvereinigung meldete zudem hohe Umsatzeinbußen von 40 bis 50 Prozent bei Restaurants und Einzelhändlern in den zentral gelegenen Geschäftsvierteln von Hongkong. Einige Uhren- und Schmuckläden im Zentrum mussten sogar einen Rückgang von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Die Auswirkungen auf den Finanzdienstleistungssektor und den Warenhandel hielten sich jedoch in Grenzen. 

Die entscheidende Frage ist nun: Gefährden die derzeit laufenden Proteste das langfristige wirtschaftliche Potenzial dieser Stadt? Bereits seit einigen Jahren ist das produzierende Gewerbe als Wirtschaftsfaktor für Hongkong weggefallen. Darüber hinaus ist mit Blick auf den Warenhandel, den Tourismus sowie auf die Finanzgeschäfte bereits im vergangenen Jahrzehnt eine rasante Integration in die Wirtschaft Festlandchinas erfolgt. Die große Bedeutung Festlandchinas für die Finanzdienstleistungsindustrie Hongkongs ist auf eine Vielzahl finanzieller Verflechtungen zurückzuführen. Diese haben sich aus der schnell voranschreitenden Liberalisierung des Kapitalverkehrs in China sowie aus der politischen Vorzugsbehandlung von Hongkong ergeben. 

Am Status von Hongkong hat sich nichts geändert: Hongkong ist und bleibt ein bedeutender globaler Finanzplatz mit einem hohen Maß an Rechtsstaatlichkeit und mit einer zunehmend engeren Kooperation mit anderen internationalen Finanzzentren. Dabei ist Festlandchina für Hongkong ebenso wichtig, wie Hongkong für China unverzichtbar bei der Umsetzung seiner derzeitigen Reformagenda ist. Schließlich ist Hongkong das zentrale Testgebiet für fast alle politischen Maßnahmen, mit denen Peking eine weitere Öffnung Chinas anstrebt. Dazu zählen auch das aktuelle „RMB Qualified Foreign Institutional Investors“-Programm sowie das anstehende Pilotprojekt „Shanghai-Hong Kong Stock Connect“. Dank seiner Vorreiterrolle konnte sich Hongkong eine wichtige Quelle schnell wachsender Finanzeinnahmen aus ausländischen Geschäften in der Währung Yuan sichern. Damit hat Hongkong nach wie vor einen deutlichen Vorsprung vor anderen Börsenplätzen, wie Singapur, London oder Frankfurt. 

Die aktuelle Situation in Hongkong wird aber den Reformprozess in China nicht bremsen. Vielmehr spielt Hongkong als bedeutender und internationaler Finanzknotenpunkt dabei auch weiterhin eine entscheidende Rolle. 

Michael McDonough, Emerging Markets Analyst Loomis, Sayles & Company 

Hongkong ist aus unserer Sicht nach wie vor die Finanzhauptstadt Asiens, exklusive Japan. Die Proteste der vergangenen Wochen zeigen jedoch auch deutlich, wie eng die Verflechtungen zwischen Hongkong und Festlandchina sind. Unter diesem Aspekt stellt sich die Frage, wie sich diese gewaltige Metropole mit acht Millionen Einwohnern und den 1,4 Milliarden Menschen in Festlandchina künftig positionieren wird. Peking ist die politische Hauptstadt und Shanghai die Industriehauptstadt. Hongkong galt bisher als Finanzhauptstadt und Börsenplatz für internationale Investoren oder sogenannte „Offshore-Anleger“. Von der zuvor erwähnten neuen „Shanghai-Hong Kong Stock Connect“-Initiative dürften Hongkong und Shanghai gleichermaßen profitieren, ebenso wie das ganze Land. Wir rechnen auch mit positiven Auswirkungen für chinesische und internationale Investoren. Auf mittlere Sicht könnte Hongkong dabei allerdings an Dominanz einbüßen. Unserer Meinung nach wird Hongkong allmählich in China aufgehen, und internationale Investoren dürften künftig einen leichteren Zugang zum Onshore-Markt erhalten. 

Könnte Singapur zum führenden Investmentknotenpunkt Asiens aufsteigen? 

Die Marktkapitalisierung von Hongkong und Singapur beläuft sich – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – auf jeweils 422 Prozent und 144 Prozent. Dieser Anteil ist wesentlich höher als bei allen anderen Märkten weltweit – einschließlich der USA und Chinas. Beide Städte sind zweifellos pulsierende Geschäftsmetropolen, beide tragen zum boomenden und überdurchschnittlichen Wachstum Asiens bei und profitieren auch davon. 

Dem Singapur-Dollar sind die jüngsten Turbulenzen in Hongkong zugutegekommen. Anleger und Unternehmen, die einen lukrativen Standort in Asien suchen, schätzen die innovativen Programme der Regierung in Singapur. Diese Initiativen seitens der Regierung sollen internationale Investoren anlocken. Darüber hinaus herrscht in Singapur zweifellos Rechtsstaatlichkeit: Dagegen ist es für Anleger in Hongkong vergleichsweise schwierig, ihre Ansprüche gegenüber Festlandchina durchzusetzen. 

Singapur gilt als wohlhabendes Land mit hoher Lebensqualität und einem vorbildlichen Sozialsystem. Auch wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu den aufstrebenden ASEAN-Staaten Indonesien, Indien und Malaysia ist Singapur äußerst attraktiv. Dank dieser positiven Faktoren ist Singapur in geschäftlicher Hinsicht eine auf mittlere Sicht ernst zu nehmende Konkurrenz für Hongkong. 

Hintergrundinformationen: 

Die „Shanghai-Hong Kong Stock Connect“-Initiative ist ein Programm, das ausländischen Investoren über den Börsenplatz Hongkong Zugang zu 568 in Shanghai börsennotierten Aktien (den sogenannten A-Werten) ermöglicht. Im Gegenzug werden chinesische Anleger nach der Einführung dieses Systems Ende 2014 die Möglichkeit haben, in Hongkong börsennotierte Aktien (sogenannte H-Werte) zu handeln. 

Das „RMB Qualified Foreign Institutional Investors“-Programm ist eine Initiative, die ausgewählten lizenzierten internationalen Investoren Zugang zu Börsenplätzen in Festlandchina verschafft. Das „Qualified Foreign Institutional Investors“-Programm (kurz: „QFII“) wurde in der Volksrepublik China bereits 2002 eingeführt, um ausländischen Investoren den Zugang zu den Börsenplätzen Shanghai und Shenzhen zu ermöglichen. Aufgrund der strengen Kapitalkontrollen in China konnten ausländische Investoren an chinesischen Börsenplätzen vor der Auflegung des QFII-Programms keine Aktien kaufen oder verkaufen. Seit der Einführung des QFII-Programms dürfen zugelassene Investoren auf Yuan laufende A-Werte erwerben und veräußern. Allerdings wird der Zugang ausländischer Investoren zu diesen Papieren durch spezielle Quoten reglementiert. Sie legen den Betrag fest, den lizenzierte ausländische Anleger an den chinesischen Kapitalmärkten investieren dürfen. 

Über Natixis Global Asset Management, S.A 

Bei Natixis Global Asset Management, S.A. handelt es sich um eine Gesellschaft mit diversen Tochterfirmen, die einen gebündelten Zugang zu mehr als 20 spezialisierten Investmentgesellschaften in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Asien bietet. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Asset Managern.1 Im Rahmen seiner Durable-Portfolio-Construction®-Philosophie setzt das Unternehmen auf die Entwicklung innovativer Ideen für die Asset Allocation und das Risikomanagement. Diese können institutionellen Investoren, Beratern und Privatanlegern dabei helfen, mit den Herausforderungen des modernen Marktes fertigzuwerden. Im Rahmen des jährlichen Fondsfamilien-Rankings von Barron’s/Lipper2 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. im Hinblick auf seine Wertentwicklungsergebnisse für das Jahr 2013 als führender US-Investmentfonds-Anbieter ausgezeichnet. Das Unternehmen vereint das Fachwissen spezialisierter, in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien ansässiger Anlageverwalter, die ein breites Spektrum an Aktien-, Renten- und alternativen Anlagestrategien anbieten. 

Mit Firmenzentralen in Paris und Boston verwaltete Natixis Global Asset Management, S.A. zum 30. September 2014 ein Vermögen von insgesamt 894,3 Milliarden USD (708 Milliarden EUR)3. Natixis Global Asset Management, S.A. gehört zu Natixis, einer in Paris börsennotierten Tochtergesellschaft von BPCE, der zweitgrößten Bankengruppe Frankreichs. Mit Natixis Global Asset Management, S.A. verbundene Anlageverwaltungs-, Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaften sind namentlich: Absolute Asia Asset Management, AEW Capital Management, AEW Europe, AlphaSimplex Group, Aurora Investment Management, Capital Growth Management, Darius Capital Partners, Gateway Investment Advisers, H2O Asset Management, Hansberger Global Investors, Harris Associates, IDFC Asset Management Company, Loomis, Sayles & Company, McDonnell Investment Management, Mirova Asset Management, Natixis Asset Management, Natixis Environnement & Infrastructure Luxembourg, Ossiam, Reich & Tang Asset Management, Snyder Capital Management, Vaughan Nelson Investment Management, Vega Investment Managers sowie Natixis Global Asset Management Private Equity (einschließlich Seventure Partners, Naxicap Partners, Alliance Entreprendre, Euro Private Equity, Caspian Private Equity und Eagle Asia Partners). Weitere Informationen finden Sie unter ngam.natixis.com. 

Zum weltweiten Vertriebsnetz von Natixis Global Asset Management S.A. gehört die NGAM S.A., eine durch die CSSF zugelassene Luxemburger Verwaltungsgesellschaft mit einer Zweigniederlassung in Deutschland (HRB-Nummer 88541; WestendCarree, 7. Stock, Im Trutz Frankfurt 55, 60322 Frankfurt am Main). 

Die hier genannten Informationen sind ausschließlich zu Informationszwecken publiziert und beinhalten kein Angebot für Finanzdienstleistungen oder Anlageberatung. 

1 Im Rahmen des Cerulli Quantitative Update: Global Markets 2014 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. auf Basis des verwalteten Vermögens als die Nr. 16 unter den größten Vermögensverwaltern der Welt eingestuft (Stand: 31. Dezember 2013). 

2 Das einjährige Fondsfamilien-Ranking von Barron's/Lipper für das Jahr 2013 beruht auf einer Gruppe von 64 qualifizierten US-Fondsgesellschaften. Aus jeder Fondsfamilie müssen mindestens drei Fonds in der allgemeinen Lipper-Kategorie Aktienfonds USA, einer in der Kategorie Aktienfonds Welt (global und international) sowie einer in der Kategorie Mischfonds/Ausgewogener Fonds (Aktien und Anleihen) vertreten sein. Darüber hinaus muss jede Fondsfamilie zwei Fonds für steuerpflichtige Anleihen sowie einen Fonds für steuerfreie Anleihen enthalten. Natixis ist für Zeiträume von fünf und zehn Jahren nicht eingestuft worden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. 

3 Das verwaltete Kundenvermögen kann auch Gelder umfassen, für die nicht regulierte Vermögensverwaltungsdienstleistungen erbracht werden. Zu diesen nicht regulierten Geldern zählen jene Vermögen, auf die die Definition der SEC von „regulierten Anlagegeldern“ im Sinne von Teil 1 des ADV-Formulars nicht zutrifft.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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