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Healthcare in Indien: Wie lokale Player von Modi profitieren

Das indische Gesundheitssystem ist derzeit in keinem guten Zustand. Nur ein kleiner Teil der Bürger besitzt eine Krankenversicherung, viele müssen selbst für die Medikamente aufkommen und sind deshalb oft nicht oder nur sehr schlecht versorgt. Indiens Premierminister Narendra Modi hat sich nun vorgenommen, eine schon lange versprochene allgemeine Krankenversicherung aller Inder anzugehen. Gerade die Geringverdiener sollen stärker unterstützt werden. Markets | 08.02.2017 06:28 Uhr
©  Pexels.com
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Derzeit sind nur circa 25 Prozent der 1,25 Milliarden Inder krankenversichert. Der Rest bezahlt dringend notwendige medizinische Versorgung aus der eigenen Tasche. Gerade der ärmere Teil der Bevölkerung kann sich deshalb oft nur das allernötigste an medizinischer Versorgung leisten. Dieser Missstand wird schon länger von führenden Politikern angeprangert, nun scheint aber Premierminister Modi endlich eine allgemeine Krankenversicherung einführen zu wollen.

Ingo Grabowsky, Lacuna
Ingo Grabowsky, Lacuna
„Der indische Gesundheitsmarkt war bisher stark von Generikaexporten getrieben. Wenn die indische Regierung nun aber die Bevölkerung großflächig versichert, rechnen wir damit, dass davon auch andere Branchen, wie beispielsweise Healthcare Services, profitieren werden“, kommentiert Ingo Grabowsky, Healthcare-Experte der Lacuna GmbH. „Der Umsatz mit Pharma-Produkten sollte dadurch in den nächsten Jahren stark steigen, von etwa 15,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 auf prognostizierte 48,8 Milliarden im Jahr 2020. Von dieser Steigerung werden insbesondere lokale Hersteller profitieren, in welche wir mit unserem Lacuna Asia Pacific Health Fondsinvestieren.“ 

Reformen im indischen Gesundheitssystem 

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Bereits Modis Vorgänger, Manmohan Singh, hatte den Indern eine allgemeine Krankenversicherung versprochen, dieses Versprechen jedoch nie eingelöst. Unter seiner Regierung wurde aber der derzeit noch laufende Fünfjahresplan (2012-2017) verabschiedet, welcher neben Bildung insbesondere den Ausbau des Gesundheitssystems forciert. Modi, seit 2014 Premierminister, ist mit den gleichen Wahlversprechen angetreten. Nachdem er sich zu Beginn seiner Amtszeit auf das nur teilweise erfolgreiche Projekt einer bargeldlosen Gesellschaft konzentriert hat, ist davon auszugehen, dass er sich zukünftig mehr der Reform des Gesundheitsbereichs widmet. Dort könnte ein ähnliches System eingerichtet werden, welches die Nutzerdaten und die Kosten digital bearbeitet und über eine staatliche Versicherung bezahlt wird. „Der indische Premierminister steht derzeit wegen des problematischen Ablaufs seiner Bargeldreform unter starkem Druck. Mit einer erfolgreichen Gesundheitsreform könnte er nicht nur unzufriedene Wähler zurückgewinnen, sondern auch die Leistungsfähigkeit des digitalen Systems unter Beweis stellen“, kommentiert Grabowsky. 

Indiens Gesundheitsmarkt profitiert langfristig von Reformen

Die ersten Reformen am indischen Gesundheitsmarkt sind schon angelaufen. Derzeit können Familien, die unterhalb der Armutsgrenze leben, Gesundheitshilfen vom Staat bekommen. Im letzten Jahr wurde darüber hinaus auch die Online-Präsenz des Gesundheitssystems verstärkt. Hier gibt es nun ein staatliches System, welches neben der Gesundheitsakte aller Patienten auch die Möglichkeit zu Online-Sprechstunden enthält. Damit ist der Grundstein für weitreichende Änderungen gelegt, die langfristig nicht nur die Gesundheitsversorgung der indischen Bevölkerung verbessern, sondern auch ein positives Umfeld für indische Healthcare Unternehmen schaffen sollten.

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