El Niño: Vom Wetterschock zum Emerging-Markets-Risiko

Meteorologische Prognosen deuten auf eine starke El-Niño-Episode hin, mit potenziell erheblichen und regional sowie rohstoffspezifisch unterschiedlichen Auswirkungen, die sich als weiterer negativer Angebotsschock erweisen könnten, der das Wachstum dämpft und die Inflation antreibt. Die Anfälligkeit auf Länderebene stellt für Anleger einen Risikofaktor dar. Generali Investments | 04.08.2026 12:03 Uhr
Guillaume Tresca, Senior Emerging Market Strategist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
Guillaume Tresca, Senior Emerging Market Strategist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments

Ein El Niño, der durch einen Temperaturanstieg von 2°C im Pazifik gekennzeichnet ist, könnte die weltweiten Lebensmittelpreise bis zum ersten Quartal 2028 um bis zu 20% in die Höhe treiben. Dies könnte die Inflation im Euroraum und in den USA um bis zu 0,4 Prozentpunkte und in den Schwellenländern um bis zu 3 Prozentpunkte erhöhen, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. Unser Anfälligkeitsindex deutet darauf hin, dass Südasien und Subsahara-Afrika den größten Risiken ausgesetzt sind.

Während die Zentralbanken der Schwellenländer den anfänglichen Schock bei den Lebensmittelpreisen wahrscheinlich ignorieren würden, könnten anhaltende Zweitrundeneffekte und Inflationserwartungen die Lockerungszyklen verzögern, insbesondere in Lateinamerika. In mehreren Hochzinsländern könnte dies die Haushaltskonsolidierung durch Subventionskosten und Notfallausgaben im Zusammenhang mit Naturkatastrophen erschweren.

Angesichts des vorübergehenden Charakters des Schocks behalten wir unsere positive Einschätzung von festverzinslichen Wertpapieren aus Schwellenländern bei, gestützt durch sich verbessernde makroökonomische Fundamentaldaten und positive technische Faktoren. Die mit El Niño verbundenen Risiken bestärken uns jedoch in unserer Präferenz für Staatsanleihen höherer Qualität und in unserer vorsichtigen Haltung gegenüber schwachen und in Schwierigkeiten geratenen Hochzinsemittenten.   

Von Guillaume Tresca, Senior Emerging Market Strategist bei Generali Investments

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