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Gröschls Mittwochskommentar: 37/2018

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 12.09.2018 11:11 Uhr
© ARC GmbH
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Juncker geht, Weber kommt oder doch alles ganz anders?! Frau Lagarde scheint sich jedenfalls selbst aus allen Rennen genommen zu haben. Das hätte eventuell auch das österreichische Fußball Nationalteam machen sollen, als es um einen Startplatz in der neuen Nations League gegangen ist, aber das ist eine andere Geschichte. :-) Also zurück…

Unlängst bin ich mehr oder weniger zufällig mit einem Industriellen und interessierten Beobachter früheren Baujahrs, der ob seines Erfolges auch in Deutschland durchaus als Mittelstand durchgehen würde (30% Weltmarkanteil und so ;-)), zusammen gesessen. Hoch interessant, oder? *lol* Nö, da war schon noch was. :-) Sagt er mir also: Europas Politiker wünschen sich ein neues Volk! Und mit einem dicken Zwinkerer: Naja, vielleicht bekommen sie´s ja …. Viel treffender geht´s nicht, oder? Wär ich der Juncker, oder zukünftig der Herr Weber (oder wer´s halt werden wird), dann tät ich mir auch lauter gebildete, in gesellschaftlichen Fragen liberale, in Wirtschaftsfragen neoliberale, aber sonst nicht sehr aufgeregte Menschen wünschen, die mich wählen, weil ich a) der beste bin und b) sowieso einen super Job mache. Nun, this is not so, wie der Engländer sagen würde und zwar in circa gar keinem Aspekt.

Spannend wäre festzustellen zu welchem Zeitpunkt die europäische, politische Elite das Volk verloren hat bzw. ob seit Helmut Kohl jemals irgendwer wirklich an ein vereintes Europa geglaubt hat. Sicher bin ich mir da nicht. Juncker hat bei seinem letzten Amtsantritt von der Kommission der letzten Chance für Europa gesprochen. Fürchte, ergriffen hat er sie nicht wirklich. Dürfte ihn auch persönlich getroffen haben… https://www.youtube.com/watch?v=whzHcBxSWhw Jelzin schau runter! :-)

Europas Glück ist, dass wir in einem dermaßen bürokratisierten System leben, dass Veränderungen nur extrem langsam stattfinden. Die Politik des muddling through, wie wir sie im Prinzip seit 2008 bei allen europäischen Krisen beobachten und die - notabene - bisher durchaus erfolgreich war, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit also keine Strategie, sondern ein Auswuchs der Rigidität des Systems. Wo´s aus den gleichen Gründen zB nichts so gut geklappt hat, wie bei der Griechenlandkrise, ist bei der Sanierung der deutschen Bankenlandschaft. Vergleichen sie bei Gelegenheit, was in den letzten zehn Jahren bei der Deutschen Bank passiert ist und was zum Beispiel bei JP Morgan….

Aber zurück zu Europa. Eine wirtschaftliche Harmonisierung hat seit der Finanzkrise vor 10(!) Jahren nicht stattgefunden, man könnte meinen nicht einmal der Versuch wurde gestartet. Die Überschuldungsproblematik auf der Ebene der Mitgliedsstaaten wurde nicht gelöst. Zinsanhebungen dürften, wenn überhaupt aushaltbar, für Staaten wie Italien nur sehr schwer zu verdauen sein. Die Migrationsproblematik wurde von Anfang bis Ende, welches nicht in Sicht ist, nicht optimal gemanagt und noch viel schlechter kommuniziert. Die aus all den oben beschriebenen Gründen nach einer starken, nationalen Führung suchenden Wähler mehren sich und die Briten, als Mitgründer der ganzen Geschichte, schleichen sich. Würde mal sagen, die Bilanz ist hier bestenfalls mittelgut. ;-) Die Lösung hab ich natürlich auch nicht, aber meine gesamte Lebenserfahrung sagt mir, wenn Plan A gar nicht funktioniert, wär´s vielleicht Zeit für einen Plan B.  Eine Idee, die wieder mal nicht von mir stammt :-), wäre zB EU weit darüber abzustimmen, ob man nicht alle Kapitel, die jemals zum Beitritt der Türkei führen könnten nicht schließt und mithin wenigstens dort für klare Verhältnisse sorgt. Das Thema bewegt mit Sicherheit von Portugal bis Estland, wäre also eine Möglichkeit, direkte Demokratie zu leben und den Menschen das Gefühl einer zumindest theoretischen Mitbestimmung zugeben (was dann in bilateralen Abkommen Türkei/EU vereinbart wird, versteht dann ja eh wieder keiner). Klar kann man´s auch mit der Sommerzeit versuchen, aber ob wirklich die Mehrheit sich mit so offensichtlichen Unwesentlichkeiten auf Dauer wird abspeisen lassen, wage ich mal zu bezweifeln. Man darf durchaus gespannt sein wie´s weitergeht!

Sie merken schon, wir haben heute das beinah Unmögliche vollbracht: ein Mittwochsmail ohne Herrn Trump! :-) Und, so soll es auch bleiben!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH


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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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