Gröschls Mittwochskommentar: 9/2025

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 26.02.2025 11:35 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

Deutschland im Vormerz, Österreich vielleicht dann doch noch irgendwann mit einer Regierung – das kann eigentlich nur mehr an den Neos oder den Sozialdemokraten scheitern ;-) – und Trump verkauft in der Zwischenzeit Gold-Cards an russische Oligarchen. Nun zumindest zu letzterem hab ich eine klare Meinung: Der russische Oligarch bevorzugt im allgemeinen ganz sicher Platinum-Cards. :-) Was kann da also noch schief gehen? Nun bin ich unlängst von einem geschätzten Kunden aus dem nord-westlichen Niederösterreich drauf hingewiesen worden, dass – auch wenn er grundsätzlich ein positiver, gut gelaunter Mensch ist – er eigentlich nur das Mittwochsmail zu lesen braucht und die ganze gute Stimmung ist dahin. Bitte nichts liegt mir ferner, es ist die Welt, die schlecht ist und nicht ich… ;-)

Aber Scherz beiseite, wichtig ist mir hier - so es gelingt - einen bisserl alternativen Blickwinkel sozusagen unter dem Wiener-Approach – bisserl raunzert, leicht schwarzsehend, aber selten wirklich ernsthaft und verzweifelt – darzustellen. Dass ich da nicht immer, alle abholen kann (und will ;-)) liegt in der Natur der Angelegenheit. So gesehen ist Kritik eine willkommene Sache, heißt das doch, dass sich irgendwer die Zeit nimmt, die G´schicht zu lesen und kurz drüber nachzudenken. Danke also für die kritischen Worte, B.! :-)

So aber nun medias in res! Das Ergebnis der deutschen Wahl hätte durchaus schlimmer kommen können, der eine oder die andere mag schade finden, dass es die FDP nicht geschafft hat, wird sich dann aber vielleicht freuen, dass das BSW auch nicht reingekommen ist. Klar wären zwei Drittel in der Mitte schön gewesen, aber Marketing ist ein schwieriges G´schäft und Musk, alternative Fakten, die Sozialen-Medien und die wachsende Unbildung sind gewichtige Gegner. Ob die Überzeugung das Richtige zu tun allerdings Grund genug ist, vor der Inauguration des neuen Bundestags unter den alten Mehrheiten Weichen für die neue Legislaturperiode zu stellen, muss wohl zumindest diskutiert werden. Persönlich wär ich ja dafür, dass eine neue Regierung dazu da ist, Dinge anzupacken und umzusetzen, der Zweck heiligte diesmal sozusagen die Mittel, aber vielleicht bin ich auch (manchmal ;-)) kein hundertprozentig überzeugter Demokrat.

Die Lösungen, den europäischen Wirtschaftsmotor endlich wieder zu starten, lägen jedenfalls auf der Hand. Dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur und Verteidigung sind bewährte, probate und zielgerichtete Mittel, um die Konjunktur zu stützen bzw. in Schwung zu bringen. Dass das in einem Maße, wo man´s auch spürt, nur gehen wird, wenn man auch auf der Ausgabenseite ein bisserl flexibler wird, ist, fürcht ich, aufg´legt. Aber wer kann das, wenn nicht Deutschland?! Das mit dem Bürokratieabbau wird sich wohl auch nicht verhindern lassen. Was, wenn man den modernen Staatsdiener vom Verhinderer zum Teil der Lösung macht? Prosperität mit und durch die Unterstützung der Beamtenschaft! So geht Aufbruch! (Nur falls noch jemand einen Strategen für den nächsten Wahlkampf sucht.. ;-))

Ob wir uns nächsten Montag im Ö.Reich über den ersten sozialdemokratischen Finanzminister seit 25 Jahren freuen werden können, scheint in hohem Maße von den persönlichen Befindlichkeiten der Herren Brabler und Ludwig abzuhängen. Eine Personalunion zwischen Rapid-Präsidenten und Finanzminister wäre jedenfalls wieder möglich. Eine gewisse, mögliche Upside gäbe es auf beiden Spielfeldern. Dass die Neos Basis der Angelegenheit am Sonntag zustimmt, wäre zwar wünschenswert, ist aber wohl nicht spielentscheidend. Geht das daneben, müssen sich die Rosigen aber wohl die finale Sinnfrage stellen…. Es bleibt also spannend!

Der Blick auf die Finanzmärkte fällt dementsprechend heut ein bisserl kürzer aus. Nur um hier exemplarisch festzuhalten, welche Granularität die Diskussion über den ganzen Lärm inzwischen erreicht hat, haben wir unlängst in einem Meeting mit dem besten AI (DeepLearning, nix ChatGPT) basierten Fondsmanager von allen (Namen und ISIN sind dem Verfasser bekannt und werden auf Anfrage – an professionelle Marktteilnehmer! – auch gern weitergegeben! :-)) diskutiert, ob es Unterschiede zwischen weißem und rosa Rauschen gibt. Scheinbar nicht. Sonst gilt es sich wohl intensiver mit dem Grundgeschäft zu beschäftigen. Naives ETF-Gekaufe war gestern, Analyse, Diversifikation und Risikomanagement sind die Gebote der Stunde. Das Opportunity-Set ist jedenfalls enorm, aber auch die Tails sind fett wie nie….

Möge also die Macht mit Euch sein!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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