Gold über 5.000 – ist das eine Warnung an Trump? Monika Rosen ordnet ein

Die Börsianer müssen sich gelegentlich den Vorwurf gefallen lassen, sie würden die vielen geopolitischen Krisen ausblenden und die Kurse in ungezügelter Begeisterung nach oben treiben. Aber stimmt das auch? Der massive Anstieg im Goldpreis spricht eigentlich dagegen. Allein heuer hat das Edelmetall schon 15% zugelegt und zuletzt die Marke von 5.000 Dollar geknackt. Offenbar macht sich der Markt doch mehr Sorgen, als man vielleicht denkt. Steckt hinter dem Gold-Boom aber auch eine Warnung für den Dollar – und am Ende für Trump? Der neue RosenCorner ist auf Hochglanz poliert! Markets | 26.01.2026 13:09 Uhr
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph

Welche Dynamiken stecken hinter dem rasanten Anstieg im Goldpreis?

Der Preisanstieg im Gold ist sicher ein Ausdruck für ein gewisses Risikobewusstsein der Investoren. Ein weiterer Faktor sind die Notenbanken, die als Käufer von Gold auftreten. Gerade China hat im Zuge des Ukraine-Kriegs gelernt, wie schnell man seine internationalen Dollarreserven los sein kann. Goldman Sachs schätzt, dass die globalen Notenbanken derzeit rund 60 Tonnen Gold pro Monat kaufen. Vor 2022 waren es noch 17 (!) Tonnen pro Monat.

Welche Rolle spielt hier der Dollar?

Eine große! Schon immer hat ein etwas schwächerer Dollar den Goldpreis begünstigt, da dadurch der Einstieg für Käufer außerhalb der USA attraktiver wird. Derzeit scheint dies aber als Begründung zu kurz gegriffen. Die geopolitischen Turbulenzen, die allein heuer schon von Venezuela bis zu Grönland gereicht haben, schlagen sich zunehmend in einer gewissen Skepsis gegenüber den USA nieder. Immer wieder flammt das Schlagwort von „Sell America“ auf. Man kehrt US-Assets zumindest in Ansätzen den Rücken, was den Dollar unter Druck bringt. Das Spektrum der Anlageklassen, die die Investoren für attraktiv halten, verbreitert sich. Und gerade Gold kann seine Rolle als Absicherung für Krisenzeiten voll ausspielen.

Kann man den Gold-Boom als Warnung an Trump sehen?

Es gibt Stimmen, die das so interpretieren. Seit dem Amtsantritt von Trump vor rund einem Jahr hat der Goldpreis rund 90% zugelegt. Die erratische Politik des US-Präsidenten, gerade auch in Zusammenhang mit der US-Notenbank, hat das Vertrauen der Anleger in die USA bereits unterminiert. Trump will zwar einen etwas schwächeren Dollar, schon um die Re-Industrialisierung der USA zu unterstützen. Das heißt aber nicht, dass er als Präsident in die Geschichte eingehen will, der den Dollar um seine Rolle als Weltwährung gebracht hat. Davon sind wir derzeit zwar noch weit entfernt, die „De-Dollarization“ als Investmentgedanke scheint aber zunehmend fest verankert. Die Kursziele für Gold werden dementsprechend laufend angehoben, Goldman Sachs nennt derzeit 5.400 Dollar bis zum Jahresende.

Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft

Über die e-fundresearch.com Gastautorin:

Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.

Über den RosenCorner:

Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.

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