Magnificent Seven: Die einstigen Zugpferde lahmen! Monika Rosen ordnet ein

Die „Magnificent Seven“ galten lange Zeit als Zugpferde der Aktienrallye. 2026 ist das anders, sie laufen dem breiten Markt eindeutig hinterher. Der Abschied von der Spitze erfolgte fast unmerklich … aber warum eigentlich? Hat sich die Wall Street einfach nur in neue Favoriten verliebt, oder gibt es für die Skepsis handfeste Gründe? Und ist eventuell auch ein Comeback denkbar? Antworten gibt’s im neuen RosenCorner … ganz ohne Pferdefuß! Markets | 13.07.2026 08:55 Uhr
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph

Wo stehen wir derzeit mit den Mag Seven?

Zunächst wie immer ein Blick auf die Zahlen: Seit Jahresbeginn haben die Mag Seven (Alphabet /Google, Amazon, Apple, Meta/Facebook, Microsoft, Nvidia, Tesla) als Gruppe nur knapp 2% zugelegt und hinken damit dem S&P (+10%) deutlich hinterher. Einige Mitglieder der einstigen Star-Truppe sind sogar zweistellig im Minus. Für die Wall Street ist diese Underperformance alles andere als trivial. Immerhin entfallen auf die sieben Werte über 30% der gesamten Marktkapitalisierung im S&P. Die neuen Favoriten sind die Halbleiter-Aktien, die aber nur knapp 20% des Gesamtmarktes ausmachen. Daher können sie trotz ihrer exzellenten Performance im heurigen Jahr (+80%) den Schwächeanfall der Mag Seven nicht wirklich wettmachen.

Also sind die Mag Seven nicht mehr so „magnificent“ … Warum?

Einer der wichtigsten Gründe sind wohl die massiven Investitionen dieser Unternehmen in den Ausbau der KI. Kollektiv sollen sie heuer mehr als 700 Mrd. Dollar in die neue Technologie pumpen. Das Problem dabei: echte Renditen werden damit noch nicht erzielt. Um ihren Cashflow nicht zu sehr zu belasten, zapfen die Mag Seven dafür zunehmend den Anleihemarkt an. Auch das kommt bei den Anlegern nicht unbedingt gut an. Dazu kommt die sehr realistische Chance, dass die US Notenbank heuer noch die Zinsen anhebt. Das würde die Finanzierungskosten für den gigantischen Investitionsschub zusätzlich erhöhen.

Was sagen die großen Wall Street Häuser?

Das Urteil der Analysten ist geteilt. Einige, wie Morgan Stanley oder die Bank of America, halten die Underperformance für überzogen. Die Gruppe würde immer noch ein deutlich höheres Gewinnwachstum als der Gesamtmarkt aufweisen. Dazu kommt, dass die neuen Tech-Favoriten, also die Halbleiter, für ihre hohe Schwankungsanfälligkeit berüchtigt sind. Bis zu einem gewissen Grad oszillieren die Anleger zwischen zwei Polen: man investiert entweder in die Unternehmen, die die KI Infrastruktur bauen (Halbleiter), oder in die, die den Ausbau bezahlen (Mag Seven). Das Interesse der Anleger für die Mag Seven könnte also zurückkommen, leichte Anzeichen dafür gab es im Juli bereits. Andere Stimmen meinen, dass die Skepsis gegenüber den Mag Seven nicht so schnell abzubauen sei, solange die Investitionen in die KI keine greifbaren Renditen generieren. Außerdem würde die Gruppe zwar ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum aufweisen, der Abstand zum breiten Markt sei aber bei weitem nicht mehr so massiv wie in der Vergangenheit. Für das jetzt zum Bericht anstehende zweite Quartal soll der S&P einen Gewinnanstieg von 24% erzielen; für die Mag Seven liegen die Erwartungen bei etwas über 28%. Besser, aber nicht um Längen besser.

Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft

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Über die e-fundresearch.com Gastautorin:

Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.

Über den RosenCorner:

Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.

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