Deutschlands größte öffentlich-rechtliche Stiftung hat ihre Serie positiver Anlageergebnisse fortgesetzt. Trotz erheblicher Marktturbulenzen infolge der US-Zollpolitik erreichte der KENFO 2025 eine Wertentwicklung von 6,2 Prozent nach sämtlichen Kosten und übertraf seine Zielrendite von rund 4,0 Prozent um 2,2 Prozentpunkte. Interessant ist dabei weniger das Ergebnis selbst als die Frage, wie es zustande kam. Denn der Staatsfonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung wird zunehmend als Blaupause für die kapitalgedeckte Altersvorsorge gehandelt.
Wie die 6,2 Prozent zustande kamen
Den größten Beitrag lieferten 2025 Schwellenländeraktien mit einer Rendite von 20,9 Prozent, gefolgt von Aktien der Industrienationen mit 10,1 Prozent. Im Anleihebereich stachen Schwellenländeranleihen mit 9,3 Prozent heraus, danach folgten Private Debt mit 5,1 und Unternehmensanleihen mit 4,5 Prozent. Belastend wirkte der Rückgang des US-Dollar um rund 12 Prozent. „Unser Anlageergebnis zeigt erneut, dass sich eine ausgewogene, breit diversifizierte Anlagestrategie auch in einem herausfordernden Umfeld bewährt“, sagte Vorstandsvorsitzende Anja Mikus.
Diversifikation als Fundament, stille Reserven als Puffer
Das Ergebnis ist kein Zufallsprodukt, sondern folgt aus der Portfoliostruktur. Zum Jahresende bestand das Portfolio aus rund 41 Prozent Aktien, 39 Prozent Anleihen, 15 Prozent nicht-börsennotierten Anlagen und 5 Prozent Barmitteln. Allein das Aktienuniversum umfasst mehr als 3.600 Titel, gesteuert über 22 aktive und 7 passive Mandate.
Die Asset Allokation des Kenfo im Überblick

Quelle: Kenfo.
Auf HGB-Ebene steigerte der KENFO sein Stiftungsergebnis um 65,6 Prozent auf 678,7 Mio. Euro. Zugleich wuchsen die stillen Reserven um 863 Mio. Euro auf rund 4,7 Mrd. Euro. Dieser Puffer ist strategisch entscheidend, betont Finanzvorstand Dr. Thomas Bley: „Der hohe Bestand an stillen Reserven ermöglicht es uns, Anlagerisiken einzugehen und Marktschwankungen auszuhalten, ohne kurzfristig handeln zu müssen.“ Genau diese Fähigkeit, Rückschläge auszusitzen, gilt als Voraussetzung für langfristig höhere Renditen und macht den Ansatz für die Altersvorsorge interessant.
Warum das Ergebnis für die geplante Kapitalrente zählt
Der KENFO ist Deutschlands erster Staatsfonds und rückt genau deshalb in den Fokus der Rentenreform. Für die geplante Kapitalrente, die das Umlageverfahren ergänzen soll, sind laut Handelsblatt jährlich rund 35 Mrd. Euro vorgesehen, die zentral verwaltet und am Kapitalmarkt angelegt werden sollen. Der KENFO kommt als Manager in Betracht, weil er mit neunjähriger Historie belegen kann, dass ein staatlich getragener, breit diversifizierter Fonds auch durch Krisenjahre trägt. Die Rentenkommission empfiehlt, ab 2028 zunächst 0,5 und später bis zu 2 Prozent der Beiträge am Kapitalmarkt anzulegen. Für dieses politisch heikle Vorhaben ist jedes gute KENFO-Jahr ein Argument, dass der Staat als langfristiger Investor funktionieren kann.
Starker Auftakt 2026
Auch das laufende Jahr bestätigt den Kurs. Nach einem wegen des Iran-Kriegs turbulenten ersten Quartal brachten rückläufige Ölpreise, steigende Unternehmensgewinne und der KI-Boom ab April die Trendwende. Zum 30. Juni 2026 verzeichnete der KENFO eine Wertentwicklung von 7,9 Prozent, was einem Wertzuwachs von rund 2,0 Mrd. Euro entspricht. Der seit Gründung geschaffene Mehrwert für den Bund stieg damit auf 8,8 Mrd. Euro, von denen bereits 5,3 Mrd. Euro zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung ausgezahlt wurden.
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