Alles halb so apokalyptisch | Gröschls Mittwochskommentar 32/2026

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 05.08.2026 11:09 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

So da wären wir wieder in Amt und Würden. Bitte, ich darf an dieser Stelle feststellen, dass ich Urlaub auch ganz gut kann. ;-) Die Welt hat sich indes natürlich weitergedreht, aber ist trotz weitreichender Bemühungen schon wieder nicht untergegangen. Gut so! :-) In diesem Zusammenhang der kurze Hinweis auf die Definition eines Weltkrieges bei Wikipedia: Als Weltkrieg wird ein Krieg bezeichnet, der durch sein geographisches Ausmaß über mehrere Kontinente und durch den unbegrenzten Einsatz aller verfügbaren strategischen Ressourcen weltweite Bedeutung erlangt oder der im Ergebnis eine grundsätzliche Neuordnung der weltweiten internationalen Beziehungen mit sich bringt und gleich noch ein Buchtipp für alle, die noch Urlaubslektüre suchen: Robert Harris, Abgrund. Da geht´s im Wesentlichen darum, wie die Briten bzw. die Welt in den Ersten Weltkrieg hineingeschlittert sind/ist. (Roman, kein Sachbuch!)

Nun können wir uns sparen, da die einzelnen Punkte abzuhackerln bzw. durchzudeklinieren. Die Grundproblematik ist ohnedies evident. So es dabei eine positive Seite geben kann, könnten wir in West- und Mitteleuropa insofern Glück haben, als selbst ein russischer Feldzug nach Paris, Berlin etc. sich als wohl eher unwahrscheinlich darstellt, hat Europa strategisch außer einem gewissen Grundreichtum ohnedies nicht mehr viel zu bieten. Schuld waren wir diesmal erfreulicherweise auch einmal zumindest nicht direkt. ;-)

Fragt man sich also als geneigter Beobachter: wenn wir es hier mit einem überregionalen Konflikt, der aktuellen Weltmächte zu tun haben – und wenn´s zum Teil bis dato auch nur auf Proxy-Basis ist – warum sind die Märkte dann so gelassen? Nun, das liegt scheinbar daran, dass hier die Ursache-Wirkung Zusammenhänge insofern aufgehoben sind, als der Markt/die Wall Street hier die letzte Verteidigungslinie vorm Abgleiten ins Chaos darstellt, dies weiß und dementsprechend die Fahnen hochhält so gut es geht.

Wie´s jetzt um die großen westlichen Volkswirtschaften steht und ob das Glas halb voll bzw. halb (oder dreiviertel :-)) leer ist, will eh jeder selbst beurteilen bzw. hat seine eigene Meinung dazu. Dass die Gleichung unter Einbeziehung der Staatsverschuldung und Abzug der AI-Fantasie möglicherweise real-wirtschaftlich nicht ganz aufgeht, kann aber schon sein, oder? Das wiederum ist eine Erkenntnis, die sich, wenn sie das kleine Bureau im sechsten Wiener Gemeindebezirk erreicht hat, wohl auch andernorts gereift ist. Der wesentliche Unterschied ist: der eine ist Passagier und schaut den Erwachsenen beim Spiel zu und die Großen machen halt ihr Ding...

Soll uns hoffentlich also nichts Schlimmeres passieren, als, dass wir auf der Welle des großen Kapitals mitsurfen. Bitte eines müssen wir uns aber schon gewahr sein, je größer die Welle desto mächtiger der Waschgang, wenn die Welle bricht. In diesem Zusammenhang lohnt es möglicherweise die Rohstoff-Flows und Lagerbestände zB. im Öl und Gas nochmal genau unter die Lupe zu nehmen und den bisherigen Fortgang des US/israelischen Kriegs gegen den Iran zu extrapolieren. Scheint das nur mir so, als ob immer am Sonntagabend vermeintlich gute Nachrichten aus Washington daherkommen, die dann Montag in Begeisterungsstürme auf den Ölmärkten etc. umgesetzt werden? Was war da nochmal das Kriegsziel? Den Status Quo ante wieder herzustellen? Da lachen (bzw. weinen) ja die Hühner…

Sollen wir jetzt noch kurz über regionale und überregionale Auswirkungen vom El Niño, die Wasserversorgung von Atomkraftwerken und wie aus dem 8+2 Modell ein 6+3 Modell werden konnte, das aber wohl als 8+1 umgesetzt werden wird, schwadronieren, oder reicht´s für einen angenehmen Mittwochvormittag in Wien, kurz bevor die 40 Grad Marke schon wieder überschritten wird?

Na ich denke es langt! *lol*

Schöne Sommertage & möge die Macht mit Euch sein!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

Über den Autor: Florian Gröschl  kam 2011 zur ARC - Absolute Return Consulting GmbH, lancierte unseren Fund of Fund mahi546 im Oktober 2012. Im Jänner 2013 wurde er neben Herrn Dr. Alkier als Geschäftsführer bestellt. Vor der ARC war er als Investment Manager und Mitglied des Investment Komitees bei der LGT Bank (Österreich) AG beschäftigt. Er war für die Gestionierung diverser Mandate und Fonds hauptsächlich im Absolute Return Bereich zuständig. Bis Ende 2008 war Florian Fondsmanager für Absolute Return und Fixed Income in der Bawag PSK Invest Gmbh. Seine Karriere begann im Familienunternehmen in dem er seit 1997 für Assetmanagement Fragen zuständig war. Er hat einen Abschluss der WU-Wien (Handelswissenschaften) und ist seit 2005 Certified Portfoliomanager.

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