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Wenn Familienwerte Shareholder-Value bringen | Pictet-Family Fondsmanager Benier & Caffort im Interview

Mit dem Pictet-Family haben Cyril Benier und Alain Caffort eine Investmentstrategie entwickelt, die in börsennotierte Familienunternehmen investiert, also Unternehmen, deren Mehrheitsaktionäre die Gründungsfamilien sind. Warum Familienunternehmen eine attraktive Investmentchance für Anleger darstellen können und weshalb hierfür ein aktiver Ansatz nötig ist, erklären die beiden Fondsmanager im Interview. Pictet Asset Management | 20.07.2020 21:17 Uhr
Alain Caffort und Cyril Benier, Pictet Asset Management / © Pictet Asset Management
Alain Caffort und Cyril Benier, Pictet Asset Management / © Pictet Asset Management

Der Pictet-Family ist eine Neupositionierung des Pictet-Small Cap Europe Fonds und wird von Cyril Benier und Alain Caffort gemanagt.

In diesem Interview sprechen sie über die zugrunde liegende Philosophie der Strategie.

Was genau ist ein Familienunternehmen?

Cyril Benier: Wie man ein Familienunternehmen definiert, ist Auslegungssache. Manchmal ist die Sache klar, wenn beispielsweise die Gründer selbst eine sehr grosse Beteiligung halten. Aber die Grenzen sind mitunter fliessend. Unserer Definition liegt ein systematischer und stringenter Ansatz zugrunde. Die Familienunternehmen, die unser Anlageuniversum bilden, sind Aktiengesellschaften, bei denen eine Einzelperson oder eine Familie mindestens 30 Prozent der Stimmrechte hält. Die Familie kann blutsverwandt oder angeheiratet sein und die Beteiligung kann über eine Stiftung oder ein sonstiges Anlageinstrument erfolgen. Solche Informationen sind selten frei verfügbar – um an sie heranzukommen, ist oftmals eine aufwändige Recherche notwendig.

Warum 30 Prozent?

Cyril Benier: Studien zeigen, dass die aktive Beteiligung an den Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen im Durchschnitt bei rund 60 Prozent des Aktienbesitzes liegt. Mit 30 Prozent hat ein Aktionär (oder eine Gruppe eng verbundener Aktionäre) effektiv das entscheidende Stimmrecht und somit die Kontrolle.

Warum der Fokus auf Familienunternehmen?

Cyril Benier: Familienunternehmen sind der Lebensnerv unserer Gesellschaft und das Rückgrat der globalen Wirtschaft. Sie tragen zwischen 50 und 70 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt ihres Landes bei und beschäftigen die Mehrheit der nationalen Arbeitskräfte. 

Ein starkes Rückgrat – für Wirtschaft und Gesellschaft

Quelle: Tharawat Magazine, Economic Impact of Family Businesses – A Compilation of Facts, 06/01/2016 – über 40 verwendete Quellen, darunter IMD und KPMG * Daten sind nur für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft repräsentativ

Zahlreiche Forschungsarbeiten belegen, dass Familienunternehmen in der Regel besser abschneiden als andere Unternehmen – finanziell und im Hinblick auf den Ertrag für die Aktionäre.

Natürlich wissen wir alle, dass "Familie" durchaus schwierig sein kann, denken wir nur an Familienauseinandersetzungen. Diese Eigentumsform kann also einige Probleme mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, bei Investments in solche Unternehmen einen aktiven Ansatz zu verfolgen. Und genau hier können wir uns differenzieren – indem wir sicherstellen, Stolperfallen in dieser ansonsten sehr attraktiven Investmentlandschaft zu vermeiden.

Das lässt darauf schliessen, dass Unternehmensführung ein sehr wichtiger Aspekt für Sie ist?

Alain Caffort: Alle ESG-Faktoren (Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung) sind wichtige Quellen für Investmentergebnisse. Besonders bei Investments in Familienunternehmen kommt der Unternehmensführung eine Schlüsselrolle zu. Denn sie ist untrennbar mit den Werten und der Kultur eines Unternehmens verbunden.

Wir verwenden verschiedene selbst entwickelte Indikatoren, die uns helfen zu entscheiden, was vertretbar ist und was nicht. Beispielsweise tolerieren wir bei Familienunternehmen eine geringere Unabhängigkeit des Aufsichtsgremiums – schliesslich ist die enge Verzahnung zwischen Vermögen der Familie und des Unternehmens einer der Gründe, warum diese Unternehmen so erfolgreich sind –, aber wir sind deutlich strikter bei der Zusammensetzung und den Arbeitsweisen der Revisions-, Vergütungs- und Nominierungsausschüsse.

In welche Familienunternehmen investieren Sie?

Wir suchen qualitativ hochwertige Unternehmen mit starkem Umsatzwachstum und soliden Bilanzen, die gut geführt werden und in ihrer Branche führend sind.

Alain Caffort: Wir haben keine Präferenz hinsichtlich Region oder Grösse – allerdings müssen die Aktien eine recht grosse tägliche Liquidität von mindestens 5 Mio. US-$ aufweisen. Uns ist bewusst, dass wir aufgrund dieser Liquiditätsvorgabe nicht in einige potenziell interessante Unternehmen investieren können, aber sie schützt unsere Kunden vor den nachteiligen Marktverwerfungen, die wir in letzter Zeit erlebt haben.

Auch trotz dieser strengen Kriterien gibt es noch genügend Unternehmen, in die wir investieren können – unser Universum besteht aus 500 Unternehmen weltweit und alle Branchen sind vertreten. Unsere Liquiditätsbeschränkung bedeutet auch, dass die Performance unserer Strategie nicht von Grösseneffekten abhängt. Wir opfern nicht Performance für Liquidität und somit für Volatilität, wie dies bei vielen Small-Cap-Fonds der Fall ist. Wir wissen, dass die überdurchschnittliche Entwicklung von Familienunternehmen auf Familieneffekte zurückzuführen ist.

Sind Familienunternehmen besonders stark in bestimmten Ländern und Branchen vertreten?

Alain Caffort: Nicht in einer Art und Weise, die unsere Investmentoptionen einschränkt. Familienunternehmen sind in allen Branchen und Industriezweigen tätig. Zudem haben wir eine ausgewogenere regionale Verteilung als kapitalisierungsgewichtete globale Aktienindizes – beispielsweise sind 59% des MSCI All Country Index in Nordamerika konzentriert, während unsere Gewichtung bei rund 44% liegt.

Wir haben jedoch eine Präferenz für bestimmte Branchen. Unternehmen aus dem Bereich zyklische Konsumgüter zum Beispiel machen rund 11% des MSCI ACWI aus, aber in unserem Portfolio ist die Gewichtung fast doppelt so hoch. Zudem sind die meisten dieser Unternehmen in Europa ansässig, auch einige der renommierten Luxusmarken.

Wir sind auch relativ stark in Kommunikationsdienstleistern und Basiskonsumgütern gewichtet. Energie hingegen macht im MSCI ACWI mehr als 5% aus, in unserem Portfolio weniger als 2%.

Warum Pictet Asset Management?

Cyril Benier: Pictet-Family vereint alle Kernkompetenzen der Pictet-Gruppe: Familienunternehmen, globale Fonds, Identifizierung erfolgversprechender Marktthemen und ein starker Fokus auf ESG-Faktoren.

Wir kennen die Treiber eines erfolgreichen Familienunternehmens und wissen, welche Merkmale ein Familienunternehmen aufweisen muss, um für uns als Investment in Frage zu kommen. Und das Schöne ist – wir haben das perfekte Studienobjekt direkt im Haus: Pictet ist ebenfalls ein Familienunternehmen und ein sehr erfolgreiches noch dazu.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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