Take Two: Nahostkonflikt erschüttert Märkte, China senkt sein jährliches Wachstumsziel

Geopolitische Spannungen, volatile Märkte und neue Konjunktursignale aus China, Europa und den USA prägten die vergangene Woche. Der Überblick zeigt, wie sich Militärschlag, Inflation, Wachstumssorgen und der KI-Boom in Asien auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe auswirkten. BNP Paribas Asset Management | 10.03.2026 08:34 Uhr
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Alles Wichtige auf einen Blick

Weltweit waren die Märkte letzte Woche infolge des koordinierten Militärschlags der USA und Israels gegen den Iran erneut volatil. Die Aktienkurse gaben zu Wochenbeginn deutlich nach, konnten anschließend jedoch wieder etwas Boden gutmachen. Zudem schossen die Renditen von Staatsanleihen aufgrund von Inflationsängsten in die Höhe. Befürchtungen einer möglichen Angebotsverknappung ließen zudem die Ölpreise steigen. In der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag gab der MSCI World NR Index um 2% nach. Der S&P 500 verzeichnete ein Minus von 1%, der Eurostoxx 600 verlor 6% und der japanische Leitindex Nikkei brach um 7% ein.* Die Marktstimmung wird davon abhängen, ob sich der Konflikt ausweitet und wie lange er anhält.

Nachrichten aus aller Welt

Anlässlich der Vorstellung seines neuen Fünfjahresplans hat China das jährliche Wachstumsziel für seine Wirtschaft auf 4,5% bis 5% gesenkt – den niedrigsten offiziellen Wert seit 1991. Die nun angegebene Zielspanne liegt unter dem vorherigen Wachstumsziel von „rund 5%“, das 2025 erreicht wurde, und zeigt, dass das Land nach wie vor mit einer schleppenden Binnennachfrage, einem schwachen Immobilienmarkt und den Spannungen im Welthandel kämpft. Zudem sind im Entwurf für den Fünfjahresplan, über den in dieser Woche abgestimmt wird, Investitionen in Innovationen und Technologie, Transport und Energie sowie weitere Anstrengungen zur Belebung des privaten Konsums vorgesehen. 

Zahl im Fokus: 1,9%

Die Euroraum-Inflation ist im Februar überraschend auf 1,9% gestiegen, lag damit aber erstmals seit April 2021 zwei Monate in Folge unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. Am Markt war von einer Stabilisierung der Teuerungsrate auf die im Januar verzeichneten 1,7% ausgegangen worden. Die unter Ausklammerung von Energie, Lebensmitteln, Alkohol und Tabak erhobene Kerninflationsrate legte von 2,2% im Januar auf 2,4% zu. Unterdessen wuchs das Euroraum-BIP im 4. Quartal um 0,2%. Damit war es schwächer als zuvor geschätzt (0,3%) und lag auch unter den im 3. Quartal gemessenen 0,3%. Für die britische Wirtschaft wird neuen amtlichen Prognosen zufolge für das laufende Jahr nun mit einem Zuwachs um 1,1% gerechnet, nachdem im November noch 1,4% veranschlagt worden waren. 

Grafik der Woche 

Das Gefälle zwischen den asiatischen Märkten insbesondere im Technologiesektor unterstreicht eine Verschiebung der Dynamik innerhalb der Region, die von den massiven weltweiten Investitionsausgaben für künstliche Intelligenz vorangetrieben wird. In Asien florieren außerhalb Chinas Hardware-Zentren, insbesondere Taiwan und Südkorea, die von der vermehrten Nachfrage nach hochwertigen Halbleitern und der Advanced-Packaging-Technologie profitieren. Ein durchwachseneres Bild bietet hingegen der chinesische Tech-Sektor. Obwohl die jüngsten Reformen und KI-Innovationen wie DeepSeek eine Erholung ausgelöst haben, bleibt er noch immer hinter seinen Pendants in anderen Ländern der Region zurück. Sowohl bei Soft- als auch bei Hardware strebt China aktiv seine eigene Technologieführerschaft und Unabhängigkeit an. Aufgrund anhaltender Herausforderungen wie den US-Exportbeschränkungen und der ungewissen Entwicklung der Regulierungsvorschriften halten sich die Anleger weiterhin zurück.

Wissenswert: EURO-3C

Ein mit 75 Millionen Euro ausgestattetes EU-Projekt mit dem Ziel, über Telekommunikationsnetzwerke, Cloud-Infrastruktur und Edge-Computing eine schnellere Datenverarbeitung ermöglichen und damit „hochmoderne digitale Dienste“ bereitstellen zu können. Vorgestellt wurde „EURO-3C“ letzte Woche auf dem Mobile World Congress der Europäischen Kommission. Dieser zufolge werde dieser Vorstoß die Abhängigkeit von Herstellern in Drittländern verringern und zugleich eine sichere Hochgeschwindigkeits-Rechenleistung in größerer Nähe zu den Endnutzern erlauben. Mit dem Projekt, das von einem Konsortium aus 87 Unternehmen und Organisationen getragen wird, soll zudem Europas digitale und industrielle Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden.

Das bringt die Woche 

Am Montag stellt China aktuelle Inflationszahlen vor. Die endgültige Schätzung des japanischen BIP-Wachstums im 4. Quartal kommen am Dienstag heraus. Die USA veröffentlichen am Mittwoch ihre Februar-Inflationsrate. Im Januar hatte sich die US-Jahresinflation auf 2,4% abgekühlt – nach 2,7% im Dezember. Am Freitag werden Zahlen zur Industrieproduktion im Euroraum sowie Daten zum monatlichen britischen BIP-Zuwachs im Januar publik. Zudem melden die USA die zweite Schätzung ihres BIP-Wachstums im 4. Quartal. Eine frühere Schätzung geht von eine Rückgang von 4,4% im 3. auf 1,4% im 4. Quartal aus.

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*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 5. März 2026.

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