Neue Allzeithochs an den Börsen, aber Rückgang in der Euroraum-Wirtschaft

Die Aktienmärkte verzeichnen neue Rekorde, während Konjunkturdaten aus Europa, den USA und China ein gemischtes Bild zeigen. Im Fokus stehen zudem Methanemissionen, Energiesicherheit und Chinas beschleunigte Energiewende. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der Woche. BNP Paribas Asset Management | 14.05.2026 08:05 Uhr
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Alles Wichtige auf einen Blick

Die Zuversicht der Anleger, dass es zu einem Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran kommen könnte, sowie hohe Gewinne von Technologiefirmen sorgten letzte Woche weltweit für Höhenflüge an den Aktienmärkten. Hoffnungen auf ein Ende des Irankonflikts ließen die Ölpreise etwas nachgeben, was die Inflationsängste dämpfte. Zugleich trug eine starke Nachfrage nach Aktien mit KI-Bezug dazu bei, dass der MSCI World Index, der S&P 500, der technologielastigen Nasdaq und der japanischen Nikkei 225 neue Rekorde erreichten. Der MSCI World und der S&P 500 legten in der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag jeweils um 2% vor, der NASDAQ und der Nikkei stiegen um 4% und 6%.*

Nachrichten aus aller Welt

Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise aufgrund des Irankriegs ist die Euroraum-Wirtschaft erstmals seit fast anderthalb Jahren geschrumpft. Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex sank von 50,7 Zählern im März auf ein 17-Monats-Tief von 48,8 im April, wobei Werte unter 50 auf eine Kontraktion der Wirtschaft hindeuten. Angesichts der geopolitischen Unsicherheit stockten viele Unternehmen ihre Lagerbestände auf, was zu einem Produktionsschub im verarbeitenden Gewerbe führte, dem jedoch ein deutlicher Rückgang im Dienstleistungsbereich gegenüberstand. In den USA stieg der Gesamt-PMI dank Verbesserungen sowohl bei den Dienstleistungen als auch im verarbeitenden Gewerbe auf 51,7 im April (von 50,3 Punkten im Vormonat). Der chinesische Gesamt-PMI legte von 51,5 auf 53,1 Zähler zu. Der japanische Gesamt-PMI gab dagegen von 53,0 auf 52,2 Punkte nach.

Zahl im Fokus: 200 Milliarden

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur stünden jedes Jahr nahezu 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas zusätzlich zur Verfügung, wenn Staaten bessere Maßnahmen zur Begrenzung der Methanemissionen und des Abfackelns von Erdgas ergreifen würden. Der Methanausstoß des Energiesektors erreichte 2025 nahezu Rekordwerte – trotz internationaler Verpflichtungen zu einer Begrenzung im Einklang mit den Klimazielen. Dabei könnte ein besseres Methanmanagement den Ländern zu mehr Energiesicherheit verhelfen. Weltweite Prozessumstellungen in der Öl- und Gasindustrie zum Auffangen von Methan würden dem Markt jährlich nahezu 100 Milliarden Kubikmeter Gas erschließen, und mit der Unterbindung des routinemäßigen Abfackelns von Gas würden weitere 100 Milliarden Kubikmeter verfügbar, so die IEA.

Grafik der Woche

Der vom Irankrieg ausgelöste Energieangebotsschock scheint China nur moderat zu treffen. Teilweise ist dies der chinesischen Wende zu einer auf nichtfossilen Brennstoffen beruhenden Energienutzung zu verdanken, die mittlerweile 22% des gesamten Energiemixes der Volksrepublik ausmachen. Es wird davon ausgegangen, dass China seine Anstrengungen zugunsten der Energiewende noch intensivieren wird, wobei Peking für spätestens 2030 den Wendepunkt bei der Entwicklung seiner CO2-Emissionen plant und bis 2060 CO2-neutral werden will. In einem wegweisenden Schritt wurden mit dem 15. chinesischen Fünfjahresplan für den Zeitraum 2026 bis 2030 die Ziele für den Ausbau des Anteils nichtfossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch des Landes auf 25% bis 2030, 30% bis 2035 und 80% bis 2060 angehoben.

Wissenswert

Megatsunami: Eine extrem hohe Welle, die dadurch verursacht wird, dass Gestein, Eis oder anderes Material etwa infolge eines Erdbebens oder Erdrutsches auf eine Wassermasse fällt. Auf Grundlage der Analyse eines Megatsunamis, der sich 2025 in Alaska ereignete, wurde kürzlich ein Zusammenhang zwischen Megatsunamis und dem Klimawandel wissenschaftlich belegt. Durch diesen geriet ein gewaltiger Gletscher in Bewegung, sodass große Gesteinsmassen freigelegt wurden. Als sie in einen Fjord stürzten, entstand eine fast 500 Meter hohe Welle – die zweithöchste, die jemals verzeichnet wurde. Den Forschenden zufolge erhöht sich mit dem rapiden Abschmelzen von Gletschern das Megatsunami-Risiko. Satelliten- und Sensordaten könnten jedoch zu einer besseren Vorhersage beitragen.

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*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 7. Mai 2026.

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