Die Reaktionen der Märkte seit Beginn des Konflikts sind nachvollziehbar. Aktien gaben etwas nach, Europa stärker als die USA. Zinsen stiegen und Liquidität wurde gesucht. Der US-Dollar legte zu und erfüllte erneut die Rolle einer Leitwährung und eines sicheren Hafens. Durch die Kombination aus höheren Zinsen und steigenden Ölpreisen nimmt der Markt in den USA mögliche Zinssenkungen zurück und erwartet in Europa sogar eine Zinserhöhung.
Die Stimmung in den Nachrichten und an den Finanzmärkten ist angeschlagen. Unser JKU-Sentiment Indikator dreht zwar in Richtung Pessimismus, signalisiert jedoch noch keine übertriebene Skepsis.
Erfahrungen zeigen, dass Entscheidungen in volatilen Stressphasen selten optimal sind. Unsere Portfolios sind breit gestreut und widerstandsfähig aufgebaut.
Deswegen die bewusste Entscheidung, die Positionierung beizubehalten. Wir beobachten die Entwicklungen engmaschig und informieren Sie über relevante Veränderungen zeitnah.
Aktueller Status Quo an den Märkten und ausgewählter KEPLER-Fonds
(Stand: Freitag, 13. März 2026, 13:15 Uhr)
Der scharfe Anstieg des europäischen Gaspreises hat sich auf hohem Niveau eingependelt, während die Ölpreise weiter deutlich angestiegen sind – Brent bei rd.100 USD/Barrell. Gold konnte seinem Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten bisher nicht gerecht werden. Seit Ende Februar verlor Gold rund 2,6%.
Aktien sind verhältnismäßig weniger stark von Kursrückgängen betroffen – Europa, Japan und die Emerging Markets mehr als USA. Wegen der USD-Aufwertung zum EUR liegen US-Indizes und der Weltmarkt seit Ende Februar im Plus. So sind globale Aktien in USD bis gestern 12.03. seit Jahresbeginn nur 1% im Minus, auf EUR-Basis sogar 1% im Plus.
Staatsanleihenzinsen steigen deutlich zwischen rund 0,30% (10 Jahre Deutschland bzw. USA) und 0,40% (2-jährige Laufzeiten) aufgrund aufkeimender Inflationsbefürchtungen. Und deswegen gibt es auch Änderungen der Zinserwartungen bei EZB und Fed: Seitens EZB werden jetzt eineinhalb Zinserhöhungen zwischen Juli und Dezember erwartet. Seitens Fed wird nur mehr knapp eine Zinssenkung 2026 erwartet – bis Ende Februar waren es zwei.
Spreadseitig sind bei Unternehmensanleihen nur leichte Ausweitungen zu verzeichnen (seit Ende Februar bei High Grade 0,07%-Punkte; High Yield 0,24%-Punkte). Die Risikoaufschläge für Anleihen aus Emerging Markets sind unverändert.
Diese Marktentwicklungen spiegeln sich auch in der Performance beispielhafter Fonds seit Ende Februar wider (Stichtag 12.03. - in Klammer YTD):
| Fonds | Seit Ende Februar | YTD |
|---|---|---|
| Euro Plus | -1,37 | +0,63 |
| High Yield | -1,16 | -0,18 |
| EM | -1,37 | +0,49 |
| Trend Select | -2,01 | +1,29 |
| Risk Select | -1,13 | +4,42 |
| Mix Ausgewogen | -1,61 | +1,46 |
| Active World | -1,35 | +2,67 |
Was könnte kommen - wie positionieren wir uns?
Die Wirtschaftsindikatoren bis Februar ließen die grundlegenden wirtschaftlichen Trends weiterhin stabil erscheinen. Weder wir noch die Märkte gehen aktuell von einer längerfristigen Eskalation aus.
Bis auf wenige Entscheidungsträger weiß niemand, wie sich die Dinge weiterentwickeln könnten, und selbst dann bleibt der Ausgang unklar.
Uns erreichen in diesen Tagen viele Einladungen zu Einschätzungen und Kommentaren zum weiteren Verlauf des Konflikts. Auch wir könnten hier mögliche Pfade darlegen, wissen jedoch aus Erfahrung, dass es keine verlässliche Prognose gibt.
Was wir zu unserer Positionierung festhalten können:
- Im November haben wir das Übergewicht in Aktien reduziert und Gewinne gesichert.
- Der stärkere US Dollar wirkt sich in diesen Tagen positiv auf unsere global orientierten Portfolios aus.
- Die Bewertungen im Bereich Künstliche Intelligenz erschienen hoch. Daher sind wir mit einer Übergewichtung von Value Aktien in das Jahr gestartet, was sich ebenfalls positiv ausgewirkt hat.
- Der Momentum-Indikator wird monatlich beurteilt. Per Ende Februar gab es noch kein Signal, der übergeordnete Trend ist weiterhin intakt (dh. leichtes Aktienübergewicht).
- Staatsanleihen bleiben in unseren Portfolios weiterhin untergewichtet.
Was wir jetzt für besonders wichtig erachten: Ruhe bewahren!
In der Vergangenheit hat sich schon mehrfach gezeigt, dass politische Entwicklungen an den Finanzmärkten oft nur von kurzfristiger Natur sind. Behalten Sie gerade jetzt eine langfristige Anlagestrategie bei.
Kurzfristige Verkäufe in Phasen mit hohen Unwägbarkeiten schaden dem langfristigen Ertragsziel meist mehr, als sie nützen. Bleiben Sie daher besonnen und vertrauen Sie auf die langfristige Anlagestrategie mit breiter Streuung der Anlageklassen in den KEPLER Mischportfolios.
EXKURS: Zinsanstieg und deswegen Entwicklung wie 2022? Aus unserer Sicht sprechen mehrere Gründe dagegen.
Geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise haben in den vergangenen Wochen erneut Sorgen über einen möglichen Inflationsanstieg und daraus resultierende Zinserhöhungen geschürt. Viele Investoren befürchten eine Wiederholung des Jahres 2022, als der Anleihemarkt historische Verluste verzeichnete. Nachstehend eine Zusammenfassung, warum wir diese Sorgen für überzogen halten und ein derartiges Szenario als äußerstes Randrisiko einschätzen.
Was machte 2022 so außergewöhnlich – und wie sieht es aktuell aus?
- -0,5% EZB-Einlagenzinssatz versus 2% aktuell
- Aggressiver und schnellster Zinserhöhungszyklus der EZB versus deutlich weniger Zinserhöhungen (so denn überhaupt welche kommen).
- Historischer Inflationsschock versus einem Anstieg der Inflation der deutlich geringer ausfallen sollte (insbesondere, weil der Nachfragstau seitens Privatpersonen nach den Covid-bedingten Lockdowns momentan nicht vorhanden ist).
- -0,17% Rendite bei 10-jährigen deutschen Staatsanleihen versus 2,95% aktuell
Der entscheidende Unterschied liegt also im Ausgangsniveau. Anfang 2022 starteten Euro-Anleihen bei Renditen nahe oder unter Null – ohne jeglichen Kupon-Puffer gegen Kursverluste. Heute liegen die Renditen auf einem fundamental anderen Niveau. Dieses vergleichsweise hohe Ausgangsniveau wirkt als substantieller Verlustpuffer und verändert das Risiko-Ertrags-Profil grundlegend.
Auswirkungen eines Renditeanstieges um 1% am Beispiel KEPLER Euro Plus Rentenfonds:
- Ausgangsrendite 4,6% ändert sich die Rendite nicht, entspricht die Ausgangsrendite der erwartbaren Performance!
- STEIGEN die Renditen um 1%: Kursrückgang rd. 6% plus Ausgangsrendite 4,6% ergibt einen Gesamtertrag von -1,4%
- FALLEN die Renditen um 1%: Kursanstieg rd. 6% plus Ausgangsrendite 4,6% ergibt einen Gesamtertrag von +10,4%
Fazit:
Die Angst vor einer Wiederholung des Anleihejahres 2022 ist nachvollziehbar, aber bei näherer Betrachtung nicht gerechtfertigt. Die Ausgangslage ist fundamental anders:
Leichter Inflationsanstieg Ja, Inflationsschock Nein. Gewisser Zinsauftrieb Ja, Anstieg wie 2022 Nein. Die Renditen starten auf einem völlig anderen Niveau und bieten einen substantiellen Verlustpuffer durch laufende Kuponerträge.
Wir sehen die aktuellen Renditen als attraktive Einstiegsgelegenheit. Anleihen bieten derzeit ein überzeugendes Ertrags-Risiko-Verhältnis mit positiven Realrenditen
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