Auf der Vertriebsseite war das Umfeld für nachhaltige Geldanlage zuletzt anspruchsvoll. Kriegsherde und Handelskonflikte verdrängten ökologische Themen mehr und mehr aus dem Blickfeld vieler Anleger. Zwar hat sich das Interesse zuletzt wieder etwas belebt, insgesamt bleibt die Nachfrage nach ESG-Investments aber unter den Höchstständen der Boomjahre. Einen ersten Schub erhielten diese nach dem Klimagipfel von Paris im Jahr 2015. Zwischen 2019 und 2021 folgte im Zuge des europäischen Green Deal ein starker Aufschwung. Diese Euphorie ist inzwischen verflogen. Was ist übrig geblieben von diesem Trend?
Sicht der Anleger hat sich verändert
Die Bedeutung nachhaltiger Geldanlagen für Privatkunden ist zurückgegangen. In Veranlagungsgesprächen wird das Thema heute seltener aktiv angesprochen. Auch deshalb, weil die ESG-Regulierung teilweise über das Ziel hinausgeschossen ist. Insbesondere die verpflichtende Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung hat sich in der Praxis als holprig erwiesen. Anstatt grüner Themen stehen nun Künstliche Intelligenz, Infrastruktur und Rüstung stärker im Fokus der Anleger.
Ukraine-Krieg als Game-Changer
Ein klarer Wendepunkt für nachhaltige Investments war das Jahr 2022. Der russische Angriff auf die Ukraine rückte plötzlich Energiesicherheit und Verteidigungsfähigkeit in den Mittelpunkt. Gleichzeitig sorgte die Entscheidung der EU, Investitionen in Rüstung, Erdgas und Kernenergie unter bestimmten Voraussetzungen als nachhaltig einzustufen, für Diskussionen über die Definition von Nachhaltigkeit. Die Debatten zeigen bis heute, dass Nachhaltigkeit schwer als schwarz oder weiß einzuordnen ist. Immer mehr Investoren verabschieden sich daher von starren Ausschlusskriterien und bewerten stärker die tatsächliche Wirkung und den konkreten Einsatz ihres Kapitals.
Nachhaltigkeit als fixer Teil des Investmentprozesses
Unabhängig von diesen aktuellen Trends gehören ESG-Aspekte heute aber zu einer fundierten Unternehmens- und Investmentanalyse einfach dazu. Energieeffizienz, verantwortungsvolle Unternehmensführung, Mitarbeiterbelange oder Korruptionsrisiken beeinflussen schließlich den wirtschaftlichen Erfolg eines jeden Unternehmens. Gerade wer Vermögen langfristig erhalten und vermehren möchte, wird auf diese Faktoren kaum mehr verzichten. Die Ergänzung des bekannten Zusammenspiels aus Rendite, Sicherheit und Liquidität um die Dimension Nachhaltigkeit ist vor allem bei jüngeren Anlegern verstärkt zu beobachten. Ihnen geht es bei der Produktauswahl auch um konkrete Wirkung und die Frage, welchen Beitrag die Investments für ein nachhaltiges Wirtschaften leisten. Hilfestellung dazu bieten nachhaltige Qualitätslabels wie das Österreichische Umweltzeichen UZ49 oder das deutsche FNG-Siegel. Mit besseren Daten und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die Nachhaltigkeitswirkung von ESG-Investments immer präziser und vergleichbarer. Davon profitieren nachhaltige Vermögensverwalter und Impact-Investoren gleichermaßen.
Fazit
Es ist ruhiger geworden rund um die Nachhaltige Geldanlage. Aber sie entwickelt sich von einem Hype-Thema kontinuierlich weiter zu einem etablierten Bestandteil langfristiger Investmentprozesse.
KEPLER ESG Investment Office
Im KEPLER ESG Investment Office laufen alle Fäden zum Thema Nachhaltigkeit zusammen. Gemeinsam mit anderen Abteilungen sowie externen Stakeholdern erfolgt in diesem Team die Gesamtkoordination der ESG-Projekte der KEPLER-FONDS KAG. KEPLER ist seit dem Jahr 2000 ein Pionier im Management von nachhaltigen Portfolios und zählt mit einem ESG-Kundenvolumen von über 11 Mrd. Euro zu den Top-Adressen am österreichischen Fondsmarkt.
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