Warum Momentum-Strategien funktionieren
Momentum gehört zu den am besten dokumentierten Faktoren in der akademischen Literatur. Seit die Finanzmarktforscher Narendra Jegadeesh und Sheridan Titman das Phänomen Anfang der Neunzigerjahre systematisch beschrieben haben, wurde es über praktisch alle Anlageklassen, Regionen und Zeiträume hinweg bestätigt. Diese Robustheit ist das stärkste Argument für Momentum, weil sie deutlich über das hinausgeht, was eine reine Datenanomalie erklären würde.
Theoretisch gibt es zwei Erklärungslinien, die sich nicht ausschließen:
- Die verhaltensorientierte Sicht führt die Prämie auf systematische Reaktionsmuster der Anleger zurück. Neue Informationen werden zu langsam verarbeitet, einmal gefasste Meinungen werden zu lange beibehalten und Herdenverhalten verstärkt bestehende Trends. Daraus entstehen Kursbewegungen, die sich häufig länger fortsetzen, als es die Markteffizienz-Hypothese erwarten lässt.
- Die risikobasierte Sicht setzt anders an. Momentum-Strategien tragen asymmetrisches Tail-Risiko – bedeutet: viele stabile Gewinne werden durch seltene, aber heftige Rückschläge erkauft, vor allem bei plötzlichen Trendwechseln am Markt. Der Anleger wird dafür im Mittel mit einer Prämie entschädigt.
Trotz der erwähnten Robustheit sollte Momentum nicht isoliert eingesetzt werden. Eine Kombination mit fundamentalen Faktoren liefert in der Praxis das stabilere Profil – zum Beispiel im KEPLER Trend Select Aktienfonds.
Anlagestrategie des KEPLER Trend Select Aktienfonds
Das Anlageuniversum ist global flexibel und nicht auf bestimmte Regionen oder Länderindizes beschränkt. Es befinden sich sowohl Aktien aus den Developed- als auch Emerging-Markets im Fonds. Der Momentum-Faktor und die daraus resultierende Portfoliozusammensetzung werden laufend überprüft, sodass Veränderungen in der Trendstärke des Portfolios zeitnah erkannt werden. Umgesetzt werden Anpassungen stets unter Effizienz- und Transaktionskostenüberlegungen, da häufiges Umschichten den Momentum-Ertrag erodieren kann. In der Praxis bedeutet das meist monatliche Anpassungen.
Der Fonds ist als reiner Aktienfonds konzipiert und bleibt auch in Phasen starker Marktkorrekturen immer voll investiert. Eine taktische Reduktion der Aktienquote oder ein Ausweichen in Cash ist nicht Teil der Strategie. Die Steuerung erfolgt ausschließlich innerhalb des Aktienportfolios über die Titelauswahl. Entscheidend ist dabei, dass der Momentum-Faktor auf Portfolioebene und nicht auf Einzeltitelebene wirkt. Das Portfolio bleibt damit mit über 100 Einzeltiteln breit diversifiziert, statt sich auf einzelne trendstarke Titel zu konzentrieren. Es federte größere Draw-Downs in der Vergangenheit gut ab.
Die Erwartung ist dennoch: in fallenden Märkten tendenziell etwas höhere Verluste als der breite Markt, in anhaltend steigenden Marktphasen dafür stärkere Gewinne. Über einen vollen Marktzyklus hinweg ergibt sich aus dieser Asymmetrie die positive Momentum-Prämie, die diese Strategie gezielt nutzt.
Zu beachten
Veranlagungen an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten unterliegen marktbedingten Kursschwankungen. Der KEPLER Trend Select Aktienfonds ist daher nur für Anleger mit einem Anlagehorizont ab 10 Jahren geeignet.
Von David Striegl, Leiter KEPLER-Aktienfondsmanagement
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