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Union Investment Aktien-Chef Gärtner: Was Anleger bei Airline-Investments beachten sollten

Die Luftfahrtbranche ist durch die Corona-Krise stark unter Druck. Der Flugverkehr ist so gut wie zum Erliegen gekommen. Kein Wunder, dass aktuell Staatshilfen im Raum stehen. Was bedeuten diese für Anleger? Und welche Airlines werden noch am besten durch die Krise kommen? Union Investment | 27.04.2020 13:12 Uhr
Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien und Mitglied des Union Investment Committee / © Union Investment
Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien und Mitglied des Union Investment Committee / © Union Investment

Eisschlecken an der italienischen Riviera, Whale Watching an der Ostküste der USA oder Inselhopping in Griechenland: Die Pläne für den Sommerurlaub rücken derzeit für die meisten in weite Ferne. Erst kürzlich hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Buchungen für den Sommerurlaub abgeraten. Sicher, die Corona-Krise hat viel schlimmere Auswirkungen als einen ausgefallenen Urlaub. Und die Option Balkonien bleibt ja nach wie vor. Doch die Fluggesellschaften leiden sehr stark unter den Reisebeschränkungen und Eindämmungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Neben Urlauben und Familienbesuchen fallen schließlich derzeit auch die meisten Business-Trips aus.

Fluggesellschaften verbrennen Geld

Bis zu 95 Prozent der Flugkapazitäten fallen derzeit aus. Die meisten Airlines sind gar nicht in der Lage, schon bezahlte Flüge den Kunden zu erstatten, denn ihre verfügbare Liquidität schrumpft rasch. So verbrennen die sieben größten europäischen Airlines geschätzt 900 Millionen Euro an Barmitteln –pro Woche. Kunden werden sich also wohl mit Gutscheinen begnügen müssen.

Je länger die Krise dauert, desto mehr werden die Fluggesellschaften auf staatliche Unterstützung zurückzugreifen müssen, selbst wenn dies schmerzhafte Eingriffe in Eigentumsrechte der Aktionäre bedeuten kann. Große Airlines wie AirFrance-KLM oder Lufthansa werden als strategisch wichtig eingestuft und führen bereits entsprechende Gespräche.

Was bedeuten Staatshilfen für Anleger?

Sollte sich der Staat beteiligen, wird damit der Anteil der bestehenden Aktionäre am Gewinn verkleinert, also verwässert. Zum Schutz des Steuerzahlers kann sich der Staat auch vorrangige Rechte einräumen lassen. So dürfte etwa keine Dividende bezahlt werden, sondern der Gewinn muss zunächst an den Staat fließen. Für Anleihegläubiger führen Staatshilfen je nach Ausgestaltung der Konditionen zu Vorteilen, womöglich aber auch zu Nachteilen. Das Risiko eines Zahlungsausfalls der Airline verringert sich zwar durch die Staatshilfen deutlich. Der Staat dürfte aber seine Kredite vor bereits bestehende Verpflichtungen stellen. Bereits ausstehende Anleihen können dadurch bei einer Insolvenz der Fluggesellschaft nachrangig, also erst nach den Ansprüchen des Staates, bedient werden.

Und die Misere dürfte andauern: Die Lufthansa erwartet etwa, dass sich die Nachfrage erst in zwei bis drei Jahren normalisieren wird. Der Konzern hat ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt und den Betrieb der Tochterfirma Germanwings eingestellt. Der Kapitalbedarf wird – je nach Krisendauer – auf zusätzlich vier bis zehn Milliarden Euro geschätzt, bei einer Marktkapitalisierung von rund vier Milliarden Euro (Mitte April). Und da die Verschuldung ansteigen wird, ist der finanzielle Spielraum, etwa für den Kauf neuer Flugzeuge, bei einer Beruhigung der Lage zunächst limitiert.

Dank einer hohen Barmittelausstattung und flexibleren operativen Strukturen dürften dagegen Low-Cost-Airlines wie Ryanair noch am besten durch die Krise kommen. Doch auch dort steigt der Druck. EasyJet hat sich eine vom britischen Schatzamt und der Bank of England gewährte Kredittranche über 600 Millionen Pfund gesichert. Großaktionär Stelios Haji-Ioannou forderte zudem die Stornierung eines Auftrags für 107 neue Airbus-Flugzeuge.

Auch die US-Airlines sind im Abwärtsstrudel. Während europäische Airlines noch um Staatshilfen verhandelten, wurde in den USA bereits ein staatliches Rettungspaket in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar vereinbart. Damit sollen Gehälter weiter gezahlt werden können und Entlassungen vermieden werden. Schon nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 gab es eine solche Unterstützung für die Airlines, was ihnen half, vergleichsweise rasch aus der Krise zu kommen.

Anleger müssen also durchaus bei den Fluggesellschaften differenzieren, dennoch: Der Sektor ist derzeit kein attraktives Anlageziel. Es wird – selbst wenn sich der Alltag nach Corona wieder normalisiert – noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich die Airlines von dieser Krise erholt haben. Für Investoren gilt daher: Lieber auf die Branchen setzen, die von übergeordneten Trends wie der Digitalisierung profitieren, die auch schon vor Corona in vollem Gange waren, nun aber noch weiter verstärkt werden.

Benjardin Gärtner, Leiter Aktien bei Union Investment

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